laut.de-Kritik

Gut gegurgelt ist halb gedeathmetalt.

Review von

Genau wie ich wird auch manch anderer Morgoth schon wieder ins Reich der Legenden verortet haben. Nachdem letztes Jahr mit der Single "Ungod" die erste Neuveröffentlichung Appetit machte, hieß es auf einmal, Fronter Marc Grewe habe die Band verlassen. Freundschaftlich lief die Trennung mit Sicherheit nicht ab, schmutzige Wäsche wurde bislang keine gewaschen. Aber was sollte nun aus dem bereits fertig aufgenommenen Album "Ungod" weden?

Disbeliefs Jagger sprang in die Bresche und hat das Material in kürzester Zeit eingegurgelt. Wirklich überraschend, ist es nicht, dass die extreme Stimme des Hessen perfekt zum Sound von Morgoth passt. Ebenso wenig, dass sich "Ungod" musikalisch irgendwo zwischen "Cursed" und "Odium" einreiht und dabei auf treibenden, im Midtempo angesiedelten Death Metal setzt.

Letztes verbliebenes Originalmitglied ist somit Harald Busse, der dann auch die Richtung vorgibt. Und die ist zwar alles andere als schlecht, aber auch nicht wirklich zwingend. Auf der Haben-Seite steht ganz klar das typische Morgoth-Riffing und die bekannten sphärischen Melodien. Dabei kommen bärenstarke Nackenbrecher wie "Snakestate" oder "Nemesis" heraus, die live einen unglaublichen Druck erzeugen dürften.

Allerdings fällt irgendwann unweigerlich auf, dass sich Morgoth im immer selben Tempo durch das Album prügeln und nur äußerst selten die Geschwindigkeit variieren. "Black Enemy"ist die erste Nummer, bei der Ex-Destruction-Drummer Marc Reign auch mal die Schlagzahl erhöht. Allerdings ist der Song auch ein Paradebeispiel dafür, dass die beiden Gitarristen eher Rhythmus-Klampfer sind als Solovirtuosen.

"Descent Into Hell" gibt eingangs dann tatsächlich Gas, gewinnt aber erst an den gebremsten Stellen richtig an Dynamik. Ob mit dem Titeltrack und "The Dark Sleep" gleich zwei, überlange Instrumentalnummern auf das Album mussten, sei mal dahin gestellt. Atmosphäre haben die Tracks allerdings.

"Ungod" lässt ein wenig zwiegespalten zurück. Auf der einen Seite muss man attestieren, dass das Album tatsächlich wie aus einem Guss wirkt. Auf der anderen Seite liegt vielleicht genau da das Problem. Experimente oder absolut herausstechende Nummern fehlen - womit die Scheibe auf Dauer ein wenig eintönig wirkt.

Trackliste

  1. 1. House Of Blood
  2. 2. Voice Of Slumber
  3. 3. Snakestate
  4. 4. Black Enemy
  5. 5. Descent Into Hell
  6. 6. Ungod
  7. 7. Nemesis
  8. 8. God Is Evil
  9. 9. Traitor
  10. 10. Prison In Flesh
  11. 11. The Dark Sleep

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LAUT.DE-PORTRÄT Morgoth

Mit Morgoth verabschiedet sich 1997 eine der besten, interessantesten und innovativsten (ehemaligen) Death Metal-Bands aus Deutschland von der Bildfläche.

3 Kommentare mit 6 Antworten

  • Vor 5 Jahren

    solche bands können jedes jahr das selbe album ohne irgendwelche innovationen rausbringen, aber dank der 3-punkte-schranke für death metal bands gibts da nie ne schlechte rezi.

    • Vor 5 Jahren

      Wenn mal Morgoth kennen würde, dann wüsste man, dass die nicht jedes Jahr dasselbe Album rausbringen (das letzte Anno 1996) und sie mehr waren als nur innovativ. Schade, dass du dein Passwort wiedergefunden hast, auf dein Geschwurbel könnte man auch gutverzichten.

    • Vor 5 Jahren

      ne kaufempfehlung sind 3 punkte allerdings auch nicht.und wenn alle stricke reißen, kann man ja immer noch die rezi lesen und seine schlüsse daraus ziehen.hab ich zumindest mal iwo gehört.

    • Vor 5 Jahren

      Eine Rezi ist auch nie eine Kaufempfehlung.. dazu sollte man schonmal selbst reinhören.

    • Vor 5 Jahren

      ging mir auch eher darum, wie diese 3 sterne im zusammenhang mit firmenphilosophies " aber dank der 3-punkte-schranke für death metal bands gibts da nie ne schlechte rezi" einzuordnen sind.
      denn im endeffekt braucht man ne 3 punkte platte ungefähr genauso dringend wie ein noch geringer gewertetes album,und somit hab zumindest ich automatisch schon weniger bock mich damit zu beschäftigen, als wenn mir hier ein full house entgegenlacht.
      selber ein bild machen, sofern möglich, ist aber natürlich nie ein nachteil, klar.

  • Vor 5 Jahren

    Gegurgel? So klingt der Gesang eigentlich nicht - für meine Ohren - aber gut, das ist Kleinkram. Das Album ist ganz gut gelungen, wie ich finde. 4 Sterne gehen für mich schon durch.

    • Vor 5 Jahren

      Finde ich auch überhaupt nicht, aber dem Eddie sitzen wohl die Filzläuse im Gehörgang fest. Auf Youtube mal reingehört, klingt sauber produziert, also das ist schon mal besser als so mancher anderer Schmontz.

  • Vor 5 Jahren

    hör die scheibe gerade durch. der anfang war echt schwach, aber das album wird nach hinten weg immer besser. bin grad beim t/t und der knallt.