laut.de-Kritik

Klassiker aus grauer Vorzeit neu arrangiert.

Review von

Es hat den Anschein, als ob einige altgediente Bands gerade nur bedingt produktiv sind und deswegen damit anfangen, olle Kamellen neu aufzuarbeiten. Nachdem Sodom sich den Spaß mit "The Final Sign Of Evil" gegönnt haben, sind nun Moonspell an der Reihe. Auf "Under Satanae" vereinen die Portugiesen nicht nur ihr '93er Demo "Anno Satanae" mit der wenig später erschienenen "Under The Moonspell"-EP, sondern halten mit "Serpent Angel" sogar noch einen Track aus der grauen Vorzeit bereit.

Während Sodom so authentisch wie möglich vorgehen wollten und ihre Scheibe mit dem gleichen Rumpelsound versehen haben, der auch "In The Sign Of Evil" auszeichnete, gehen Moonspell deutlich fanorientierter zur Sache. Sämtliche Songs wurden von der Band neu aufgenommen und an den gegebenen Stellen sogar neu arrangiert. Abschließend hat man Dänen-Guru Tue Madsen noch mal für den finalen Mix an die Scheibe rangelassen. Das hat den Songs klangtechnisch doch sehr gut getan, auch wenn manch Altfan vielleicht das Original vorzieht.

Wenn man den Portugiesen den ganzen Satanskram von damals abkauft und sie immer noch als Düsterheimer verehrt und glaubhaft findet, hat man sicherlich keine Probleme, sich in die düstere Stimmung der Scheibe hinein sinken zu lassen. Falls das nicht klappt, hat man stellenweise womöglich das Gefühl, es hier mit nicht ganz gewollter Realsatire zu tun zu haben.

Vor allem, wenn sich Fernando und irgendeinen Dame in "Tenebrarum Oratorium (Andamento II/Erotic Compendyum)" gegenseitig einen abstöhnen. Auch ein Titel wie "Goat On Fire" hat im Angesicht der Unmengen an gebratenem Schlachtvieh vom Oktoberfest einen gewissen Humor.

Der Song an sich ist aber nach wie vor ein Klassiker, und auch der Rest von "Anno Satanae" fällt nach wie vor unter diese Kategorie. Hier stimmt die Atmosphäre einfach, und der verbesserte Gesang von Fernando trägt ein weiteres zum geglückten Experiment der Neuaufnahme bei.

Wenn man sich "Serpent Angel" so anhört, fragt man sich unwillkürlich, wann der Band denn ihre ungestüme Leidenschaft abhanden gekommen ist und ob sie was in der Art jemals wieder hinbekommt ... Für altgediente Fans der Band natürlich eine zwiespältige Sache, für alle anderen fast ein Pflichtkauf.

Trackliste

  1. 1. Halla Alle Halla Al Rabka Halla (Praeludium / Incantatum Solistitium
  2. 2. Tenebrarum Oratorium (Andamento I / Erudit Compendium
  3. 3. Interludium/Incatatum
  4. 4. Tenebrarum Oratorium (Andamento II / Erotic Compendyum)
  5. 5. Opus Diabolicum (Andamento III / Instrumental Compendyum)
  6. 6. Chorai Lusitanina! (Epilogus / Incantantam Maresia)
  7. 7. Goat On Fire
  8. 8. Ancient Winter Goddess
  9. 9. Wolves From The Fog
  10. 10. Serpent Angel

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LAUT.DE-PORTRÄT Moonspell

1989 gehts mit einer Band namens Morbid God los, die sich in Brandoa, Portugal zusammen findet und zunächst noch durch den Death und Black Metal rumpelt.

2 Kommentare mit 10 Antworten

  • Vor 11 Monaten

    Dieser Kommentar wurde vor 11 Monaten durch den Autor entfernt.

  • Vor 11 Monaten

    Wie kann man denn bitte schön so eine peinliche Kritik hier reinstellen?!

    Was hat das denn mit „Realsatire“ zu tun? Zitat:“weil sich Fernando und irgendeine Dame in "Tenebrarum Oratorium (Andamento II/Erotic Compendyum)" gegenseitig einen abstöhnen“ (es geht übrigens um Opus Diabolicum).

    Goat on Fire kommt auch nicht besser weg; wird i.d.Z. “mit Schlachtvieh vom Oktoberfest“ gleichgesetzt.

    Den Kommentar zu Serpent Angel lasse ich jetzt mal bewusst aus *Kopfschütteln*

    Werden hier auf laut.de alle Kommentare so sinnentleert und ohne jeglichen Ansatz von konstruktiver Kritik und Kunstverständnis verfasst?! Dann suche ich mir besser ein kompetenteres Musikmagazin, wo Kunst nicht dem Proll zum Opfer fällt.

    Ich wiederhole: Peinlicher geht‘s wohl kaum...

    • Vor 11 Monaten

      "Werden hier auf laut.de alle Kommentare so sinnentleert und ohne jeglichen Ansatz von konstruktiver Kritik und Kunstverständnis verfasst?!"

      Ja.

    • Vor 11 Monaten

      Aha.

      Kritiken wie diese untermauern also den Ruf von laut.de als „Deutschlands meistgelesenes Musikmagazin“.

      Das lässt aber tief blicken.

    • Vor 11 Monaten

      Tief blicken lässt auch das juvenile Rummäkeln an ner 13 Jahre alten Rezension.

    • Vor 11 Monaten

      Im Übrigen hat doch der Edele Moonspell immer wohlwollend besprochen und auch minbdestens einmal die Höchstwertung vergeben. Hier hat er eben "nur" 3 Punkte gegeben. Aber wenn man nix zum sich drüber aufregen hat, ne...

    • Vor 11 Monaten

      Dieser Kommentar wurde vor 11 Monaten durch den Autor entfernt.

    • Vor 11 Monaten

      juvenil?? Das würde wohl eher auf den unangebrachten Querverweis mit der Realsatire zutreffen.

      Über meinen Inhalt kann man sich streiten, aber juvenil ist das bestimmt nicht.

      Die Rezension ist alt, das stimmt. Also könnte es mir ja eigentlich egal sein. Ist es mir aber nicht, weil ich eben drauf gestoßen bin, wenn auch zufällig.
      Aber ich finde allg., dass solche Äußerungen ein Werk schnell zu Unrecht verreißen können und deswegen nicht sein müssen. Eine gewisse Bildung oder sprachliche Sensibilität sollte sich bei den Autor*innen schon bemerkbar machen. Aber ich merke schon, da befinde ich mich im falschen Portal (ja, als Akademiker ist das wahrscheinlich auch mein „Problem“).
      Mir geht‘s hier auch gar nicht um Höchstpunktzahlen und so. Von mir aus kann der Edele nur 0 Punkte vergeben, aber dann bitte begründen und zwar nachvollziehbar, authentisch. Das sollte er den Leser*innen schuldig sein. Und nicht mit so Querverweisen, die rein gar nichts zur Sache tun.

    • Vor 11 Monaten

      "ja, als Akademiker ist das wahrscheinlich auch mein 'Problem' "

      *würg*

    • Vor 11 Monaten

      "Eine gewisse Bildung oder sprachliche Sensibilität sollte sich bei den Autor*innen schon bemerkbar machen."

      Der Edele hat/hatte schon immer ne sehr direkte No-Bullshit Attitüde. Kann man mögen oder nicht, ich mag viele seiner Reviews. Andere Autoren besitzen mehr von dieser Sensibilität, nach der du suchst.

      Man muss ja bedenken, dass die Rezensenten sehr unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen sind. Manche erholen sich noch immer von ihrer jahrelangen Cracksucht, andere haben Literatur studiert weil sie zu dumm waren für Informatik; wieder andere arbeiten teilzeit als Escort Service. Da entwickelt man eben unterschiedliche Bezüge zu Musik. Edele hat in einer mittelmäßigen Thrashband Bass gespielt und folglich mehr oder minder latenten Hass gegen talentiertere Musiker/Bands entwickelt, aber das wissen und akzeptieren wir hier alle, nicht zuletzt weil er in seiner Kolumne die Community wöchentlich mit Tittenbildern versorgt hat.

      Charakteristisch für laut.de ist außerdem, das schlechte Musik hier prinzipiell schlecht bewertet wird, wobei sich dieser Grundsatz seit der Einstellung von Gölz sukzessive lockert.

      Vielleicht solltest du dich wirklich löschen und dir ein Portal suchen, dass deinem akademischen Status gerecht wird.

    • Vor 11 Monaten

      Dieser Kommentar wurde vor 11 Monaten durch den Autor entfernt.

    • Vor 11 Monaten

      Danke für die ausführliche Antwort.
      Ich überleg mir das nochmal mit einem anderen Portal. Man findet ja hier auch anspruchsvolle Kritiken (siehe zB Review zur neuen NIN). Der „Akademiker„ muss sich also nicht einsam fühlen ;)