laut.de-Kritik

Über falsche Freunde und die ganzen Hater.

Review von

Wer bei "Paranoid!?" an düstere, schizophrene innere Kämpfe denkt und erwartet, dass ein Mike Singer seine Psychose in Form von 'Kunst' an die Öffentlichkeit trägt, der sieht sich getäuscht. Das Einzige, was der deutsche Justin Bieber für Arme uns mitzuteilen hat, sind seine Schwärmereien und Geschichten über fake friends und hater. Dabei gibt er sich in Bezug auf seine Erlebnisse mit den Girls aber ein bisschen zwiegespalten.

Auf "High" ist der Junge schwerst verliebt. Fast unangenehm zu hören, wie er der Dame hinterherläuft. Er will sie "inhalieren", als wäre sie ein Kamille-Dampf-Bad. Zu einer anderen sagt er wiederum "Bye", weil es nicht mehr funktioniert. Danach bekommt der jüngste DSDS-Juror "Panik", seine Perle ist im Club, hat scheinbar was zu Enges an, deswegen bekommt er diese starken Angstattacken.

"100 Tausend" Frauen gibt es, aber nur eine, die Singers Kopf verdreht, da braucht er keine Models oder Sidechicks. Pluspunkt: Sie muss kein MakeUp tragen, damit sie dem Burschen gefällt. Aber offenbar gibt es Stress im Paradies. Der Singer hört seiner Angebeteten gar nicht mehr zu, hält sich beim Streit die Ohren zu und singt nur noch "La La La". Das ist aber kein besonders erwachsenes Verhalten.

Doch es geht "Immer Schlimmer". Verzweifelt fragt er sich, ob er gerade heimlich verliebt ist und nur er so krasse feelings hat, oder ob das auf Gegenseitigkeit beruht. Dieses ambivalente Verhalten spiegelt sich allerdings nicht in der melodischen Untermalung dieser Gassenhauer wieder. Die hören sich alle gleich an. Bisschen Elektropop mit irgendwelchen Dancehall- oder Reaggeton-Einflüssen.

Jeder Mike Singer-Song erinnert an irgendein anderes erfolgreiches Popstück der vergangenen Jahre. Es ist schrecklich, beim Hören erkennt man ständig Sequenzen wieder, aber seine schlappen Lyrics machen, dass man sich nicht klar und deutlich an das Original erinnern kann.

Ein weiteres Problem sind falsche Freunde und die ganzen Hater. Die behandelt er in "Nie mehr", "Gänsehaut" und im "Outro". "Gänsehaut" ist ein richtiger Sommerhit, in dem er aber wieder nur über seine Hater singt "Was sie reden geht an mir vorbei".

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts! Mike Singer singt über genau 2 ½ Themen. Den Mädels, die in vorderster Front an den Kaufhaus-Bühnen stehen, denen wird's wohl genügen. "Paranoid!?" hört sich tatsächlich, auch wenn der Sänger diesen Vergleich natürlich total leid ist, nach Justin Bieber an. Vielleicht mit einer Prise Pietro Lombardi.

Trackliste

  1. 1. Nie mehr
  2. 2. High
  3. 3. Bye
  4. 4. Panik
  5. 5. Paranoid
  6. 6. Hau Ab
  7. 7. 100Tausend
  8. 8. La La La
  9. 9. Blackout
  10. 10. Gänsehaut
  11. 11. Immer Schlimmer
  12. 12. Outro

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