laut.de-Kritik

Der Altmeister setzt auch ohne Ultravox noch Ausrufezeichen.

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Wer zurückblickt und wissen will, von wem das wohl ultimative Synthie-Pop-Fundament gelegt wurde, der stolpert irgendwann zwangsläufig über den Namen Midge Ure. Als Mitglied der New-Wave-Pop-Combos Visage und Ultravox zog der gebürtige Schotte vor allem in den Achtzigern eine glitzernde Schneise des Erfolgs hinter sich her. Dieser Tage dürfen sich Synthie-Pop-Fans endlich mal wieder über ein neues Soloalbum des Altmeisters aus Cambuslang freuen.

"Fragile" vereint laut Midge Ure all das, was in den letzten vierzig Jahren unter seinem Namen den Weg in die Öffentlichkeit fand. Gleich zu Beginn lässt der Songwriter mit "I Survived" keinen Zweifel an seinem Erinnerungsvermögen aufkommen. Geschmeidig legen sich flächendeckende Keyboard-Sphären über trockene Drums, während sich der Urheber am Mikrofon an seinem zweiten Frühling erfreut.

Das anschließende "Are We Connected" kommt wesentlich atmosphärischer um die Ecke. Über pumpenden "You Win Again"-Beats ziehen ziehen düstere, teilweise fast schon spacige Soundscapes ihre Bahnen. Eingebettet in endlosem Hall, weckt der Fünfminüter verblasste Erinnerungen an alte Linientreu-Zeiten.

"Let It Rise" versprüht ähnliche Vibes, ehe Midge Ure mit dem flotten "Become" erstmals zum Tanz bittet. Trotz einer etwas monoton hoppelnden Basis hält der Song in die Jahre gekommene Gliedmaßen bis zum letzten Moll-Hauch bei Laune. Zur Halbzeit holt Midge Ure dann die Gitarre aus dem Keller ("Star Crossed"). Die akzentuierten cleanen Akkorde sind aber nur Beiwerk in einem ansonsten von cineastischen Strukturen dominierten Klangbild, das auch den Großteil der zweiten Hälfte des Albums bestimmt.

Erst zum Ende hin greift der Verantwortliche noch einmal in die Saiten. Diesmal wagt Midge Ure sogar ein respektables Drehen am Distortion-Regler. So schleppt der Titeltrack das Gesamtpaket mit ungewohnter Wucht und Dynamik ins Ziel, ohne dabei die homogene Gesamtstruktur unterwegs links liegen zu lassen.

Midge Ure setzt auch ohne sein Ultravox-Gefolge durchaus noch Ausrufezeichen. Zwar hält der mittlerweile 60-jährige Grammy-Preisträger seine Rock-orientierten Anfangsjahre eher unter Verschluss, doch überdurchschnittlich hochwertige Synth-Pop-Reminiszenzen tischt er dafür um so reichlicher auf.

Trackliste

  1. 1. I Survived
  2. 2. Are We Connected
  3. 3. Let It Rise
  4. 4. Become
  5. 5. Star Crossed
  6. 6. Wire And Wood
  7. 7. Dark, Dark Night
  8. 8. For All You Know
  9. 9. Bridges
  10. 10. Fragile

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