laut.de-Kritik

Metal mit orientalischen Einflüssen aus der Türkei.

Review von

Mezar ... was? Kann mir schon vorstellen, dass sich das einige Leute fragen werden. Die fünf Jungs aus der Türkei sind aber bei weitem keine Newcomer. Ganz im Gegenteil haben wir es hier schon beinahe mit alten Hasen zu tun, die durchaus wissen wie man harte Mucke mit Melodien verkuppelt.

Unter dem Namen Pentagram sind inzwischen schon vier CDs erschienen und auch in Deutschland ließen sich zwei davon ohne Probleme beschaffen. "Trailblazer" wurde 1992 von Nuclear Blast lizensiert und "Anatolia" 1997 von Century Media. 2001 ist man jetzt bei Noise gelandet und legt mit "Unspoken" ein verdammt gutes Stück Metal hin. Obwohl Mezarkabul immer wieder gern "Die Türkischen Metallica" genannt werden, kann ich nicht viele Zusammenhänge erkennen. Auch ist dieser Vergleich vollkommen unnötig, da die Musik des Quintetts durchaus für sich alleine stehen und sprechen kann.

Sowohl musikalisch als auch produktionstechnisch ist man auf dem höchsten Standard. Soll heißen die Gitarren sägen die Riffs genauso fett durch die Boxen, wie es den Songs dienlich ist. Das zeigt sich schon nach einem kurzen orientalischen Intro, welches seinen Namen endlich mal wieder verdient. "In Esir Like An Eagle" geht gleich zügig nach vorne ab und gibt einen vorzüglichen Vorgeschmack auf das, was da noch kommt. Mehrstimmiger Gesang und eingängige Melodien, die trotz oder wegen des exotischen Einschlags schnell im Ohr hängen bleiben. So ein fettes Riff wie bei "Unspoken" kam mir in letzter Zeit auch selten unter.

Trotz allem ist der orientalische Einfluss nicht so groß, wie einen das Label glauben machen möchte. Hier und da werden zwar entsprechende Skalen ("Lions In A Cage") und Tonleitern (Solo bei "Mezarkabul") auf der Gitarre gespielt und auch einige recht bizarre Flöten sorgen für entsprechendes Flair, aber es ist definitiv Schwermetall, was da durch die Boxen dröhnt. Warum aber mit "Mezarkabul" und "For Those Who Die Alone" zwei Instrumentals auf der Scheibe sein müssen, weiß ich auch nicht.

In der Türkei sind sie schon Stars, mit "Unspoken" dürfte es auch hier in Deutschland nur eine Frage der Zeit sein, bis sie sich ihre verdiente Aufmerksamkeit erarbeitet haben.

Trackliste

  1. 1. We Come From Nowhere
  2. 2. In Esir Like An Eagle
  3. 3. Unspoken
  4. 4. Lions In A Cage
  5. 5. For The One Unchanging
  6. 6. Mezarkabul
  7. 7. Take My Time
  8. 8. Pain
  9. 9. Puratu
  10. 10. This Too Will Pass
  11. 11. For Those Who Died Alone

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