laut.de-Kritik

Wandlungsfähig wie kaum eine andere Metalcore-Band.

Review von

Wer von den Schotten Mendeed bisher noch nichts gehört hat, muss sich deswegen nicht unbedingt schämen. Zwar sind die Jungs schon seit 2000 unterwegs, doch gehen sie ihrem heutigen Sound erst seit etwa zwei, drei Jahren nach.

Hört man sich das Intro mit dem Titel "What We Have Become" an, so könnte man allerdings einen vollkommen falschen Eindruck bekommen. Schlachtengeräusche und gälische Musik, wie sie auch auf einer Loreena McKennitt-CD stehen könnte, machen zunächst etwas stutzig. Dafür fegt "Beneath A Burning Sky" alle Zweifel orkanartig beiseite und macht klar, dass sich die Herren vom melodischen Death Metal her nähern.

Die Riffs fräsen sich auch im folgenden "Stand As One And Fight For Glory" im Highspeed-Bereich in die Hirnrinde, und so ganz nebenbei schüttelt das Gitarrenduo Nixon/Gildea ein paar maidenlastige Gitarrenleads aus dem Ärmel. Was die Band aber aus dem immer größer werdenden Metalcore-Sumpf heraushebt, sind die epischen Elemente, die hier schon vereinzelt auftauchen, später aber noch eine tragende Rolle übernehmen.

Etwas vom Gas, dafür mit deutlich mehr Grooves gehen sie "Remains Of The Day" an. Hier tauchen auch die klare Gesangslinien von Basser Chris Lavery erstmals ausgeprägter auf. Die Violine am Ende des Songs weiß durchaus zu gefallen, allerdings fragt man sich, warum sie nicht schon früher zum Einsatz kam? Bevor man sich aber an solche Gimmicks gewohnt, ballert "Chapel Perilous" mit aller Macht nach vorne weg und hinterlässt nur verbrannte Erde.

Auf diese Art und Weise grenzen sich die Schotten schon ganz ordentlich vom Gros der heutigen Metalcore-Bands ab. Ein paar fast schon poppige Melodien wie in "Withered And Torn" können bestimmt nicht schaden, um sich auch eine Tür in den Mainstream offen zu halten. Dass sie aber wirklich bereit sind, auch neue Wege zu begehen, zeigt das bärenstarke "For Blasphemy We Bleed".

Streicher tragen durchgehend einen bedeutenden Teil zum musikalischen Geschehen bei. Auch wenn das stellenweise noch nicht so ganz ausgereift wirkt, ist der Ansatz schon mal goldrichtig. Einziger Wermutstropfen ist dabei vielleicht, dass der Gesang in der Nummer meist original nach Howard Jones von Killswitch Engage klingt. Wer aber eh auf die Vorreiter der Szene steht, wird sich daran wohl nicht weiter stören.

Während sich "The Reaper Waits" (bis auf die klaren Passagen) auch auf einer Children Of Bodom-Scheibe sehr gut einreihen würden, renkt einem das finale "The Black Death" eben noch mal kurz die Kauleiste aus. So zumindest der erste Eindruck. Allerdings zeigen sich die Schotten hier einmal mehr wandlungsfähig wie kaum eine andere Band im Metalcore-Bereich.

Als Hidden Track gibt es noch mal ein paar gälische Melodien, und so klingt "This War Will Last Forever" angenehm entspannt aus.

Trackliste

  1. 1. What We Have Become
  2. 2. Beneath A Burnind Sky
  3. 3. Stand As One And Fight For Glory
  4. 4. Remains Of The Day
  5. 5. Chapel Perilous
  6. 6. The Morning Aftermath
  7. 7. Poisoned Hearts
  8. 8. Withered And Torn
  9. 9. Resurrecting Hope
  10. 10. For Blasphemy We Bleed
  11. 11. The Reaper Waits
  12. 12. The Black Death

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