laut.de-Kritik

Wellenreiterfeeling auch für absolute Landratten.

Review von

Eingefleischte Surfertypen, Strandnixen und Sonnenanbeter verdanken ihren neuen Sommersoundtrack einem großen Haufen Knochensplitter. Denn bevor Matt Costa aus Kalifornien überhaupt an ein eigenes Album dachte, fuhr er am liebsten mit seinem Skateboard durch die Weltgeschichte. Rampe hoch, U-Bahn-Geländer herunter - bis er sich eines Tages mächtig aufs Fressbrett legte.

Den Fuß in Gips verschweißt, bliebt dem gefallenen Rollbrettfahrer nichts anderes übrig, als sich ein neues Hobby zu zulegen. Kurzum: Matt Costa entdeckte die Gitarre, spielte sich die Fingerkuppen runter, und nun steht sein Debütalbum "Songs We Sing" in den Plattenregalen.

Mit Tom Dumont von No Doubt und Produzent Phil Ek an den Reglern bannt Matt Costa Songs auf Band, bei denen ohne Rücksicht auf Hagelschauer und Hunde-Katzen-Regen garantiert die Sonne aufgeht. Doch auch wenn lässige Rocknummern wie "Sweet Thursday" dazu verleiten, sich mit dem Surfbrett in den Rhein zu stürzen oder seinen Freund im nächsten Sandkasten zu verbuddeln, enthält "Song We Sing" mehr als die typische Wellenreitermischung. Denn bevor sich Herr Costa bei "Astair" für eine Weile im musikalischen Schlagschatten seines Labelbruders Jack Johnson zurücklehnt, hat er mit der rhythmusreichhaltigen Rocknummer "Cold December" schon für warm getanzte Zehen gesorgt.

Trotz der Vorliebe für elektrisch verstärkte Gitarren färbt ein starkes Harmoniebedürfnis Costas Stimme: In "Sunshine" lässt er erstmalig den Schönwetterpoeten raushängen. Dass es auch ganz anders geht, beweist der ehemalige Skater direkt ein paar Minuten später. Für "These Arms" wird geschwind das Klavier ausgegraben und mit großen, traurigen Hundeaugen den verflossenen Bikinibräuten nachgeschaut. Matts Vielschichtigkeit kennt scheinbar keine Grenzen, der Weg vom kalifornischen Strand zum heißen Südstaaten-Sand ist schnell gemacht, und in "Sweet Rose" steht der Hörer einem überraschend gut gelauntem Man in Black gegenüber.

Melodiös und für das Hundeaugen-Thema viel zu optimistisch klimpert "I Tried" vor sich hin. Und als ob die Betreffende partout nicht zurückkommen will, schiebt Sturkopf Costa "Behind The Moon" hinterher. Nachdem er sämtliche Gestirne des störrischen Weibes wegen beschworen und verteufelt hat, verlockt das stampfende "Oh Dear" zum Mitsummen. Verträumt beendet "Wash Away" schließlich den Trip in das kalifornische Li-La-Laune-Land.

Doch keine Angst, spätestens beim nächsten Regentropfen tönt "Songs We Sing" wieder aus den Lautsprechern - garantiert. Für ein solches erstes Album hat sich der etwas unglückliche Umstieg von der Skaterprofi-Karriere zum Musiker gelohnt. Da kann man Matt Costa für eine zweite Platte wahrhaftig nur eines wünschen: Hals- und Beinbruch!

Trackliste

  1. 1. Cold December
  2. 2. Astair
  3. 3. Sweet Thursday
  4. 4. Sunshine
  5. 5. These Arms
  6. 6. Ballad Of Miss Kate
  7. 7. Sweet Rose
  8. 8. Songs We Sing
  9. 9. Yellow Taxi
  10. 10. I Tried
  11. 11. Behind The Moon
  12. 12. Oh Dear
  13. 13. Wash Away

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