laut.de-Kritik

Volle Band-Power für Mr. Sunshine.

Review von

Zweimal das gleiche gibts bei Martin Jondo nicht. Jedenfalls nicht direkt hintereinander. Wer also auf eine Neuauflage seines zauberhaft puristischen Zweitwerks aus sein sollte, lasse tunlichst die Finger von "Sky Rider".

Statt solo zur Akustikgitarre wirft sich Martin Jondo hier wieder mit satter Band-Power im Rücken ins Zeug. Druckvoll, dynamisch, voller Elan setzt sich ein "Mr. Sunshine" in Szene, der sich diesen Titel redlich verdient.

Stromgitarren, Bass, Handclaps und Drums treiben durch die Nummern. "Golden Sun" bewegt sich mit seinen Bläser- und Keyboard-Sounds noch auf traditionell jamaikanischem Gebiet. Ansonsten blitzt der einst beherrschende Reggae-Grundton nur noch hier und da, in dubbigen Einschüben auf.

Martin Jondo setzt statt dessen auf Vielfalt. "Close My Eyes" kommt erstaunlich synthetisch daher. In "Lose Control" fließen Latin-Elemente ein. Der flotte Rhythmus kontrastiert die melancholische Schwere von Laura Lopez Castros Gesang. Die Stimmen der beiden harmonieren, ihrer Gegensätzlichkeit zum Trotz, wunderbar.

Die wirklich zündenden Ideen fehlen zwar. Die Songs fallen in ihrer Dreieinhalb-Minuten-Radiotauglichkeit zu absehbar aus, weil sie eben doch - wie "Guiding Star" - arg nach "Jah Gringo" klingen: Spaß macht all das trotzdem, zumal Jondo und Mitstreitern das Vergnügen an ihrem Tun ins Gesicht geschrieben steht.

Dennoch: Gerade an Stellen, an denen "Sky Rider" Tempo und Wucht ein wenig herausnimmt - beispielsweise in "Broken Roses" oder "Anytime" - fällt mir auf: Ich vermisse den ruhigeren, den puren Jondo. Seine charakteristische Stimme entfaltet sich, wenn sie nicht gegen volles Bandaufgebot anrennen muss, um Welten besser.

Trackliste

  1. 1. Sky Rider
  2. 2. Mr. Sunshine
  3. 3. Cherry
  4. 4. Golden Sun
  5. 5. Guiding Star
  6. 6. Lose Control feat. Laura López Castro
  7. 7. Close My Eyes
  8. 8. Fast Forward
  9. 9. Dead Or Alive
  10. 10. Broken Roses
  11. 11. Anytime
  12. 12. Without You feat. Sophie Ann

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LAUT.DE-PORTRÄT Martin Jondo

Beinahe vier Jahre hat sich der Berliner mit asiatischen Wurzeln Zeit genommen, bis er Ende Juni 2006 sein langerwartetes Debüt "Echo & Smoke" veröffentlicht.

1 Kommentar

  • Vor 10 Jahren

    schade, dass er nicht mehr so reggaelastige sachen macht.
    das neue album ist eher poppig geraten, gefällt mir aber trotzdem eigentlich ganz gut.
    aber an sachen wie rainbow warrior oder jah gringo kommt kein lied von diesem album ran.