laut.de-Kritik

Alte Nüsse, die sich die Hupen raufen ...

Review von

Ganz im Ernst, ein seltsameres Cover als das von "Order" hab ich schon eine ganze Zeit lang nicht mehr gesehen und mir kommt verdammt viel Blödsinn unter. Was sind denn das für alte Nüsse, die sich da die Hupen raufen? Ist das in Thüringen so ne Art Volkssport? Na hoffentlich nicht ...

Maroon scheinen, ähnlich wie Volbeat der Meinung zu sein: Wenn Metallica nicht mehr so können wir früher, dann übernehmen wir das einfach. Den Eindruck könnte man zumindest beim Gitarrenintro "Morin Heights" gewinnen. So ähnlich wurde auch mal "Master Of Puppets" eingeläutet. Das folgende "Erode" hat mit Metallica zwar nicht mehr viel zu tun, gibt aber richtig schon Gas und bereitet schon mal auf "Stay Brutal" vor.

Das macht seinem Namen alle Ehre und flitzt in bester Schwedentod-Manier weitgehend vor sich hin. Vor allem zum Solo hin fetzen die Neufünfländer so richtig los und lassen dabei gleich die nächste Parallele zu alten Metallica erkennen. Der langweilige, absolut stereotype Breakdown in der Mitte und am Ende hätte nicht sein müssen, aber was soll's.

Derbe auf die Nuss gibt es auch mit "Bombs Over Ignorance" und "This Ship Is Sinking". Für den Moshpit steht hier ordentlich Arbeit ins Haus, auch wenn es im Chorus mit einem Gitarrenlead und einem Halftimebeat gesitteter zugeht. Eine satt groovende Midtemponummer wie "A New Order" kennt man von Maroon bereits. Auch die Tatsache, dass sie mit "Leave You Scarred - Broken" deutlich im Göteborg-Sound von At The Gates wildern (samt Maiden-Part im Mittelteil) ist nicht neu.

Die erste, dicke Überraschung steht mit "Bleak" ins Haus. Die Nummer beginnt mit akustischen Gitarren, setzt dann ein zähes Riff hintendran, nur um wieder zu Akustikgitarren und sogar Streichern zurück zu kehren. Der Sprechgesang von Jens verstärkt die düstere Atmosphäre, bis sich der Song nach drei Minuten massiv steigert und zum Solo hin in Metallica-Manier wieder abgeht wie Sau, nur um zum Ende hin erneut auf pure Atmosphäre zu setzen.

Ebenfalls ungewohnt sind die massiven Black Metal-Klänge samt Gekeife in "Children Of The Next Level". Ob das unbedingt sein muss, soll jeder für sich entscheiden. Das Fadeout am Ende des Stücks ist ein wenig ideenlos, auch wenn das Outro mit Pauken, Bläsern und Becken einen gewissen Charme besitzt.

Deutlich reizvoller ist das abschließende "Schatten". Dabei handelt es sich nicht nur um den ersten mit deutschen Texten versehen Song der Band, sondern ist mit seinen siebeneinhalb Minuten auch eine sehr abwechslungsreiche Nummer, die ihren lyrischen Ursprung in der Sammlung "Kindertodtenlieder" des Schriftstellers Friedrich Rückert hat.

Maroon bleiben ihrer Linie treu, die auch auf "The Cold Heart Of The Sun" darauf aus war, neue Wege zu gehen, ohne sich dabei selbst zu verleugnen. Das haben die Jungs auf "Order" einmal mehr eindrucksvoll geschafft, auch wenn ich das Coverartwork so schnell bestimmt nicht ins Herz schließen werde.

Trackliste

  1. 1. Morin Heights
  2. 2. Erode
  3. 3. Stay Brutal
  4. 4. A New Order
  5. 5. Bleak
  6. 6. This Ship Is Sinking
  7. 7. Call Of Telah
  8. 8. Broken
  9. 9. Children Of The Next Level
  10. 10. Bombs Over Ignorance
  11. 11. Wolves At The End Of The Street
  12. 12. Schatten

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9 Kommentare

  • Vor 11 Jahren

    Seit "Endorsed By Hate" geht es nur noch bergauf. Soll heißen: Bisher bestes Album der Band.

  • Vor 11 Jahren

    "Schatten" klingt teilweise sehr nach "Years Of Enlightment..." von Kataklysm und diverse andere Parallelen wie At The Gates in "Leave You Broken & Scarred" sind wirklich unverkennbar. Nichtsdestotrotz gefällt mir das Album verdammt gut! Zum einen natürlich, weil ich sehr auf Kataklysm, At The Gates etc. stehe, andererseits, weil meiner Meinung nach Maroons persönliche Note dennoch nicht verloren geht. Muss sie unbedingt mal live sehen :-)

  • Vor 11 Jahren

    @Peterchen (« "Schatten" klingt teilweise sehr nach "Years Of Enlightment..." von Kataklysm und diverse andere Parallelen wie At The Gates in "Leave You Broken & Scarred" sind wirklich unverkennbar. Nichtsdestotrotz gefällt mir das Album verdammt gut! Zum einen natürlich, weil ich sehr auf Kataklysm, At The Gates etc. stehe, andererseits, weil meiner Meinung nach Maroons persönliche Note dennoch nicht verloren geht. Muss sie unbedingt mal live sehen :-) »):

    Der Sänger is so unfassbar ekelhaft, der spuckt dauernd in die Crowd. Bzw er spuckt in die Luft, springt hoch und klatscht die Spucke dann mit der flachen Hand in Richtung Crowd.