laut.de-Kritik

Manchmal gibt es eben doch ein Happy End.

Review von

"The Salvation Blues" hatte 2007 etwas Definitives. Als ob Mark Olson mit seinem Dasein als Musiker abgerechnet hätte.

Das Ende seiner Ehe und im folgenden Jahr ein wenig erinnerungswürdiges Album mit seinem ehemaligen Jayhawks-Partner Gary Louris verstärkten den Eindruck, dass der Songwriter etwas ganz anderes anfangen wollte.

Letztendlich war es auch so. Doch wenn alles den Bach runtergeht, ist meistens irgendwann auch ein rettendes Ufer in Sicht. In diesem Fall eine neue Liebe und Energie, um wieder ins Studio zu gehen.

Der frische Wind, der nun weht, macht sich gleich im Opener bemerkbar. Olsons Stimme klingt sicherer und fröhlicher als auf seinen vorangegangenen Platten. Perfekt unterstützt von den Harmonien seiner neuen Partnerin, der schwedischen Sängerin Ingunn Ringvold.

"These are the days I remember / To live again in the country / To dream again as we once did / These are the days I remember" lauten passenderweise die ersten Zeilen. Akustische und leicht verzerrte E-Gitarren sorgen für gut gelaunten Folkrock mit Country-Einflüssen.

Es folgt ein abwechslungsreiches Singer/Songwriter-Album, das auch Soloeinlagen wie das spirituelle "Morning Dove" enthält und eine Zeitlosigkeit besitzt, die die Gasteinlagen von Jolie Holland im Opener und der britischen Underground-Folk-Legende Vashti Bunyan in "No Time To Live Without Her" unterstreichen.

Perkussionen im Titeltrack und Streicher in "Beehive" und "Kingsnake" sorgen für Abwechslung. Ryan Adams' Hofgitarrist Neal Casal und der italienische Violinist Michele Gazich setzen weitere Akzente.

Wie Olson selbst zugibt, war "Many Colored Kite" so etwas wie der letzte Versuch, im Musikbusiness tätig zu bleiben. "Als ich hörte, dass ich ein Label für diese Aufnahmen gefunden hatte, ging ich auf die Veranda und begann zu tanzen. Gestört wurde ich durch eine Sammlung an Steinen und Mineralien. Ich habe das ganze Zeug in den Sand gekickt und beschlossen, doch kein Museum zu eröffnen. Ich habe Ingunn angerufen und ihr gesagt: 'Du und ich sind eine Band. Lass uns unseren Job kündigen, einen Zug nehmen und mit dieser Musik auf Tour gehen'".

Manchmal gibt es eben doch ein Happy End.

Trackliste

  1. 1. Little Bird Of Freedom
  2. 2. Morning Dove
  3. 3. Many Colored Kite
  4. 4. Bluebell Song
  5. 5. Beehive
  6. 6. No Time To Live Without Her
  7. 7. Your Life Beside Us
  8. 8. Scholastica
  9. 9. Kingsnake
  10. 10. Wind And Rain
  11. 11. More Hours

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