29. August 2007

"Politik ist ein Synonym für Korruption"

Interview geführt von

Am Freitag erscheint sein neues Album "La Radiolina", zuvor ließ Manu Chao sechs Jahre lang auf sich warten. Im Interview erzählt der Weltenbummler u.a., was in der Zwischenzeit geschah.Geladen waren die Journalisten ins noble Hotel Bayrischer Hof im Stadtzentrum Münchens, doch Manu Chao zog den grell leuchtenden Stern unseres Sonnensystems den fünf unter dem Namenszug des Etablissements vor. Das Interview fand also kurzerhand in einem gut besuchten Biergarten am Odeonsplatz statt. Mit schwarzem T-Shirt und Jeans sah der gut gelaunte Weltenbummler so unscheinbar aus, dass uns keiner wahr nahm - selbst die Kellnerin nicht.

2002 erschien das Livealbum "Radio Bemba Sound System" mit dazugehöriger DVD, in dem du deine Karriere, dein musikalisches Credo zusammengefasst hast. Danach war es bis letztes Jahr, als du wieder auf Tour gingst, in der breiten Öffentlichkeit ruhig. Keinen Bock mehr auf all den Rummel?

Nein, ich hatte einfach zu viel zu tun. Der Rummel hat mich nicht genervt, denn ich habe über die Jahre gelernt, damit zu leben. In meiner Karriere kam der Erfolg ja in Stufen - in homöopathischen Dosen, sozusagen. Ich habe mich an das gewöhnt, was ich bin, und wie ich damit umgehen muss.

Beim Coachella Festival in Kalifornien hast du im Mai vor Rage Against The Machine gespielt. Wie war das?

Super. Was ich in den USA interessant finde ist, dass bei unseren Shows 80% des Publikums Latinos sind. Die meisten kennen uns aus Südamerika, aber die Englischsprachigen kennen unsere Musik kaum. Von den 90.000 Leuten, die auf dem Festival waren, kannten vielleicht 5.000 meinen Namen. Es war eine Herausforderung, ein bisschen wie früher, wo ich mich noch beweisen musste. Ich hatte nichts zu verlieren. In anderen Teilen der Welt, wo die Leute meine Musik kennen, muss ich das nicht mehr. Die Herausforderung dort liegt eher darin, die Leute nicht an der Nase herum zu führen.

Im August erscheint deine neue Platte "La Radiolina". Die Lieder daraus sind gitarrenlastiger, obwohl der Stil zweifellos derselbe geblieben ist. War das eine bewusste Entscheidung, oder hat sich das so ergeben?

Na ja, als ich mein erstes Album "Clandestino" aufgenommen habe, hatte ich keine Band. Ich war alleine und habe die Gitarre selbst eingespielt. Mit zwei Fingern, denn das ist meine Technik. Bei "Proxima Estacion: Esperanza" war meine Band Radio Bemba schon zusammen, aber vielleicht ist die Platte etwas zu früh entstanden. Nun sind wir seit vielen Jahren auf Tour und ich habe zwei super Gitarristen, Madjid und den Schlagzeuger, der früher der Gitarrist war. Wir leben alle nahe beieinander in Barcelona, so ist es nur normal, dass das Album so klingt, wie es klingt. Es ist erst jetzt fertig geworden, und ich bin noch ein bisschen durcheinander, aber ich glaube, dass es so etwas wie das fehlende Glied zwischen einem Studioalbum wie "Clandestino" und dem ist, was wir auf der Bühne anstellen.

Du reist sehr viel ...

Ja, ich habe dieses Glück ...

...und nimmst dabei ständig Sachen auf. Hast du immer eine Gitarre und ein Aufnahmegerät im Gepäck?

Na ja, eine Gitarre nehme ich nicht mehr mit, aber die lässt sich immer finden. Im Flugzeug herrscht eine regelrechte Paranoia, früher ging das, aber heutzutage ist das immer ein Problem. In meinem Rucksack habe ich ein kleines Studio, einen Computer und ein Mikrophon, mit dem ich alles mache, meine Musik, mein Artwork, auch kleine Filme. Damit bin von Orten unabhängig. Das ist sehr wichtig für mich. In fünf Minuten ist alles aufgebaut - und schon kann's losgehen. Wenn ich eine Idee habe, muss ich sie gleich festhalten, sonst ist sie wieder weg. Mit Mano Negra musste ich ins Studio. Das ist zum Glück vorbei. Für meinen Lebensstil ist das mobile Studio die ideale Lösung.

Aber wo fügst du die Teile zusammen? Irgendwann hast du doch einen riesigen Haufen mit Puzzleteilen, die du erst zusammen setzen musst.

Nein, ein Song ist ein Song. Ich spiele sie und entscheide, welche mir gut gefallen. Dann fange ich an zu kombinieren: Diese Lied passt besser zu diesem - oder doch besser zu jenem? Ach, bei dem ist die Melodie gut, aber es passt eher der Text von dem anderen dazu ... ich recycle sehr viel. In meinen CDs findest du immer viele Passagen, die aufeinander verweisen. Ich mag es sehr, zu schneiden und zu basteln. Das tue ich mit meinem Rucksackequipment, oder auch zuhause in Barcelona, denn im Rucksack habe ich natürlich keine Effekte mit dabei. Wobei - und das ist das wichtigste Ziel in meinem Leben - ich alles, aber auch wirklich alles in meinem Rucksack bewerkstelligen will. Ich möchte versuchen, alles so weit wie möglich zu vereinfachen.

"Maradona ist wie Elvis: jenseits von Gut und Böse"


2004 hast du eine CD aufgenommen, die in Frankreich zusammen mit dem Kinderbuch "Sibérie M'était Contéee" erschienen ist. Die war auch sehr einfach und ging eher in Richtung Chanson.

Ja, ich nenne es Pariser Blues. Alles zuhause entstanden.

Hast du nicht daran gedacht, es einem größeren Publikum zugänglich zu machen?

Im Mittelpunkt stand erst mal das Buch. Ich habe einen neuen Job gelernt: Den eines Buchmachers. Es ist gar nicht so einfach. Die Zeichnungen von Wozniak waren schnell entstanden, wie auch die Texte, aber wie sollten wir sie platzieren? Welches Papier sollten wir nehmen? Ich habe vor lauter Betrachten fast mein Augenlicht verloren. Die Musik ist eher nebenbei entstanden. Als ich die Texte las, sind mir Melodien dazu eingefallen, die ich aufgenommen habe. Klar, ich würde daraus gerne eine CD machen, aber ich müsste die Sache noch einmal überarbeiten. Es waren 23 oder 24 Stück darauf. Nun, wo das alles verdaut ist, müsste ich noch einmal darüber schauen, sie kürzen und etwas mehr bündeln. Ich muss noch zwei Wochen Arbeit reinstecken.

Du scheinst momentan viel zu tun haben. Angeblich arbeitest du an einer brasilianischen CD, außerdem sollst du Material mit Patienten einer psychiatrischen Anstalt in Buenos Aires aufgenommen haben.

Die brasilianische CD ist so gut wie fertig, da ich viel Zeit in dem Land verbringe - mein Sohn wohnt dort. Ich habe Lust, eine CD auf Brasilianisch heraus zu bringen - ich weiß nicht warum, aber so ist es halt. Aber dazu brauche ich auch wieder Zeit, da ich noch postproduzieren muss. Doch davor will ich noch die CD aus der Klinik Colifata zu Ende bringen. Eine weitere CD, die so gut wie fertig ist, ist eine Zusammenarbeit mit Amadou & Mariam, für die ich 2004 schon eine CD produziert habe. Diesmal geht es aber um ihren Sohn, der in Mali lebt und eine Hip Hop-Band namens Smod hat. Da bin ich aber eigentlich nur der Aufnahmetechniker, weil sie ihre Songs schon so gut wie fertig ins Studio bringen.

Außerdem hast du noch mit Emir Kusturica zusammen gearbeitet. Er hat das Video zur neuen Single "Rainin In Paradise" gedreht, zusammen habt ihr an einem Film über Maradona gebastelt.

Ja, Emir arbeitet an einem Dokumentarfilm über Diego. Er wollte, dass ich Diego ein Lied vorsinge, und dachte dabei an ein altes Mano Negra-Stück namens "Santo Maradona", das ich vor langer Zeit in Neapel aufgenommen habe. Ich dachte, cool, aber warum sollte ich nicht einen neuen Song schreiben? So bin ich nach Neapel gegangen, habe Maradona getroffen und "La Vida Es Una Tombola" geschrieben. Das war mein einziger Beitrag zum Film - vielleicht gerade mal eine Minute, wenn sie nicht noch rausgeschnitten wird. Ich singe Diego ein Lied über ihn vor, das er nicht kennt - das ist alles. Ich hoffe, dass es ihm gefallen hat.

Wie geht es Maradona denn so?

Er hat seine Höhen und Tiefen. Als ich ihn das letzte Mal in Argentinien gesehen habe, schien es ihm ganz gut zu gehen. Er hat ein riesiges Herz. Ich habe ihn nur zweimal getroffen, kann also nicht behaupten, ihn seit Jahren zu kennen, aber er ist ein Kerl von der Straße, er kennt immer noch all diese Codes und Verhaltensregeln. Er hat seine Wurzeln nicht vergessen. Sein wichtigster Code ist die Freundschaft. Er hat seine gute und seine schlechten Seiten. Deshalb ist er der perfekte Mensch für ein Lied mit dem Titel "Das Leben ist eine Lotterie". Sein Leben ist eine unglaubliche Lotterie, wenn man bedenkt, was es für einen Lauf genommen hat. Nachdem ich ihm das Lied vorgesungen habe, hat Emir ihn interviewt. Ein Satz hat mich dabei beeindruckt. Als er seinen ersten Vertrag unterschrieben hat, war er sich zwei Dingen sicher: Dass er seiner Mutter ein Haus schönes kaufen und Weltmeister werden würde. Was er damals nicht wusste, war, dass er eines Tages dem Kokain verfallen würde. Eine Lotterie, eben.

Er ist jedenfalls ein Mensch, an dem sich die Geister scheiden.

Ich habe einen Freund getroffen und respektiere ihn. Meiner Meinung bewegt er sich auf einer Ebene, die oberhalb der Kategorien "Gut" und "Böse" ist, so wie etwa Elvis. Es ist nicht einfach, Diego Maradona zu sein. Ich habe vier Stunden mit ihm in Neapel verbracht. Ich weiß, was es bedeutet, berühmt zu sein, auch wenn ich es natürlich lange nicht so bin wie er. Die Zeit mit ihm war sehr anstrengend. Ein ständiger Adrenalinrausch. All diese Liebe, all dieser Druck, immer 100%. Auch Liebe kann manchmal zu viel sein.

"Ich will keine Ikone sein"


2001 hast du in Genua beim G8-Gipfel gespielt. Damit bist du zu so etwas wie einer Ikone der Antiglobalisierungsbewegung geworden. Was hältst du davon?

Ich habe schon immer gesagt: Nein. Das möchte ich nicht. Ich glaube auch nicht, dass mich die Bewegung jemals als eine Ikone angesehen hat. Es waren die Medien, die mich dazu gemacht haben, weil sie etwas einem Antlitz geben wollten, das bis dahin keines hatte. Ich denke, dass es sehr wichtig ist, dass es so eine Bewegung gibt, die für eine bessere Welt und die Zukunft unserer Kinder kämpft. Es war hart, mich ein oder zwei Jahre lang von diesem Image distanzieren zu müssen.

Hast du dich deshalb zurück gezogen?

Nein. Der Grund, weshalb ich in den letzten Jahren nicht mehr so präsent in den Medien war, lag daran, dass ich mich anderen Dingen gewidmet habe. Ich möchte keine Ikone sein. Das ist gefährlich, denn dann liegt die ganze Aufmerksamkeit auf dir - und die Gefahr steigt, korrumpiert zu werden. Die Medien brauchen jemanden, den sie kritisieren oder verzerren können. Der will ich nicht sein. Die Bewegung existiert und wächst immer mehr, aber es ist sehr wichtig, dass sie horizontal strukturiert bleibt, ohne dass es zu Streitereien kommt. Sobald du ein Aushängeschild hast, kommt das nächste, und dann fangen die Medien an, Differenzen hineinzudichten und einen falschen Krieg anzuzetteln, der dann zum Schluss tatsächlich zustande kommt. Die Medien wissen genau, wie man so etwas aufbaut.

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass soziale Gerechtigkeit gerade in ist. So ist eine Doppel-CD mit John Lennon-Covern erschienen, um Geld für Amnesty zu sammeln und auf die dramatische Lage in Darfur aufmerksam zu machen. Andererseits gab es Live Earth. Was hältst du von diesen Aktionen?

Ich habe dazu keine wirkliche Meinung.

Würdest du daran teilnehmen? Oder wäre das wieder eine "Ikonisierung"?

Niemand hat mich gefragt, ob ich teilnehmen will. Im Nachhinein haben die Organisatoren wohl behauptet, ich hätte abgesagt, aber das stimmt nicht.

In einem Artikel habe ich gelesen, dass du in Heiligendamm gewesen sein sollst.

Wo soll ich gewesen sein? Nein, das stimmt nicht, aber das liegt wohl daran, dass es viele Manu Chaos gibt ... wie gesagt, ich kann mich nicht zu einer Meinung durchringen. Das Problem an solchen Veranstaltungen ist, dass es schwierig ist, konkrete Ergebnisse zu erzielen. Ich bevorzuge viel mehr lokale Tätigkeiten. Sie sind zwar nur begrenzt, aber wenn du dich persönlich engagierst, siehst du wenigstens ein Ergebnis. Du erkennst, ob du das Richtige oder das Falsche tust, denn nicht immer tust du automatisch das Richtige. Du kannst deine Handlungen anpassen, und beim nächsten Mal wird's dann besser. Wenn du etwas in einem so großen Rahmen aufziehst, siehst du kaum Ergebnisse. Ich bin nicht dafür, ich bin nicht dagegen, die Angelegenheit ist einfach zu kompliziert.

Ist es das, was du mit dem Song "Politics Kills" auf deinem neuen Album ausdrücken willst, weil die Anweisungen von oben und nicht von unten kommen?

Politik braucht beides, denn Politik will deinen Kopf. Und um deinen Kopf zu erobern, setzt sie alles ein, Lügen, Tricks, Bomben. Politik braucht Blut. Das Lied habe ich schon vor vier oder fünf Jahren geschrieben, es ist also nicht unbedingt an ein konkretes Ereignis gebunden.

Glaubst du also, dass Politik an sich böse ist? Ohne Politik geht es ja auch nicht ...

Ich glaube, dass die Figur des Politikers ursprünglich eine sehr schöne war. Vielleicht sogar die interessanteste überhaupt. Leider wurde die Funktion von professionellen Politikern komplett verdorben. Heutzutage ist Politik ein Synonym für Korruption, und zwar überall. Wir reden viel über Demokratie, aber die Demokratie ist krank. Ich bin jetzt 46 und wähle, seitdem ich 18 bin. In meinem ganzen Leben habe ich noch nie die Möglichkeit gehabt, für jemanden zu wählen. Ich habe immer gegen jemanden gewählt. Und ich weiß, dass ich da nicht der einzige bin. Das ist nicht gesund.

Bei einem Konzert in Brooklyn hast du vor kurzem gesagt: "Man kann nicht Terrorismus mit Terrorismus bekämpfen. Der Gewalt solltet ihr Bildung, nicht noch mehr Gewalt entgegen setzen". Ist das das beste Rezept?

Der einzige Weg, Terrorismus zu bekämpfen, sind Bildung und Arbeit. Was die Leute brauchen, ist Arbeit. Wenn jeder in seinem eigenen Land seinen Lebensunterhalt bestreiten und sich wohl fühlen könnte, gäbe es keinen Terrorismus. Bildung ist natürlich auch sehr wichtig. Egal, wo ich in der Welt bin, gibt es ein großes Erziehungsproblem. Es herrscht ein großer Mangel an Bildung in den Familien, aber auch in den Schulen. Kinder glauben einfach nicht mehr an die Schule. Ihre Schule ist die Straße. Und das Fernsehen. Das einzige, was du von Fernsehen lernst, ist, dass alles schnell und einfach zu kriegen ist - ohne viel dafür zu tun. Du brauchst immer das Neueste, das ist das Einzige, was zählt. Das ist keine gute Erziehung. Sie werden ohne Ethik erzogen, weil das Fernsehen keine Ethik vermittelt. Das ist sehr, sehr gefährlich.

Für die jetzige Generation der Vierzehnjährigen ist es wahrscheinlich zu spät, so leid es mir tut. Wir müssen an der nächsten arbeiten. Wenn wir das nicht tun, werden wir ein riesiges Problem haben. Noch zwei oder drei Generationen, die so aufwachsen ... ich will kein Pessimist sein, aber dann ist das, glaube ich, das Ende der Zivilisation. Das ist überall so, in der ersten und auch der dritten Welt. In Brasilien habe ich einen Freund, der der Anführer seines Gettos ist. Er ist vielleicht 25 Jahre alt. "Ich bin ein böser Kerl", hat er zu mir gesagt, "ich fürchte niemanden, weder die Polizei noch meine Feinde. Doch ich habe Angst vor meinem kleinen Bruder". Und diese Stimmung herrscht überall.

Du unterstützt verschiedene Projekte in dieser Hinsicht.

In Frankreich haben wir schon seit vielen Jahren einen Verein namens "Caravan du Quartier". Viele Künstler treten in Problemvierteln auf, wobei die Bewohner der Viertel alles selbst organisieren. Aber die Kids sind echt hart geworden, sehr wütend. Ich bin auch voller Wut. Meine erste Reaktion, wenn ich sehe, wie die Welt läuft, ist Wut. Aber ich habe einen Weg gefunden, mich abzureagieren. Meine Therapie ist die Musik. Ich habe es geschafft, meine Wut in eine positive Energie umzuwandeln. Viele Kids haben diese Chance aber nicht. Das Gefühl, das die Gesellschaft den meisten Leuten vermittelt, ist Wut, so schade es auch ist. Und es wird immer schwerer, diese Kids zu erreichen. Sie nehmen teil, und sie unterhalten sich auch mit dir, doch plötzlich macht es peng und es ist vorbei - du erreichst sie einfach nicht mehr.

Einige Leute - darunter auch ehemalige Mitglieder von Manu Chao - haben dir deinen Erfolg übel genommen. Las Wampas etwa hatten Erfolg mit dem Stück "Manu Chao". Wie kann man linke Ideen vertreten und dabei Geld machen, scheint ihr Motto zu sein. Hat dich diese Kritik hart getroffen?

Och, das sind Freunde von mir. Sie haben mich gefragt, ob sie meinen Namen verwenden können, und die Erlaubnis habe ich ihnen natürlich gegeben. Ich kenne sie schon seit Ewigkeiten und finde, dass sie eine großartige Band sind. Ich denke, es ist nicht ihr bester Song, aber sie sind sehr gut. "Las Wampas Vous Aime" ist meiner Meinung nach die beste Rockplatte, die es in Frankreich jemals gegeben hat.

Nimmst du solche Kritik also mit einem Lächeln an?

So ist es halt, wenn du berühmt bist: Alles ist übertrieben. Manche Kritiker loben dich über alle Wolken und behaupten, du seist ein Genie. Ich weiß genau, dass ich keines bin. Andere behaupten, du seist total schlecht. So schlimm finde ich mich aber auch wieder nicht. Das ist ein Teil des Spiels. Es lehrt dich, dass du zur dir selbst finden musst. Du musst sowohl mit Kritik als auch mit Lobeshymnen zu Recht kommen. Du musst deine eigene Balance finden, sonst wird es sehr schwer. Es gibt Leute, denen ich vertraue. Wenn sie sagen "Manu, du liegst falsch", dann akzeptiere ich das und handle entsprechend. Manche Dinge stelle ich richtig an, andere falsch. Aber so ist das Leben.

So, und jetzt schnappen wir noch ein Bier an der Hotelbar ...

Weiterlesen

LAUT.DE-PORTRÄT Manu Chao

1961 in Paris als Sohn spanischer Eltern geboren, lernt Manu Chao bereits früh, was es heißt zwischen den Kulturen zu leben. Sein Vater, zunächst selbst …

Noch keine Kommentare