laut.de-Kritik

Hier zählen nur geballte Fäuste und ordentlich Schaum vorm Mund.

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Wer die Lügen satt hat und der Wahrheit ins Gesicht blicken will, der hat keine andere Wahl: In den Augen von Madball-Frontmann Freddy Cricien führt der Weg ins Licht auch nach dreißig Jahren einzig und allein über die Revolution-Avenue. Wer etwas verändern will, der muss den Mund aufmachen, gegen den Strom schwimmen und ordentlich auf die Kacke hauen.

Die inhaltliche Botschaft des neuen Madball-Albums "For The Cause" ist also schnell erzählt. Liebe, Lust und Leidenschaft bleiben erwartungsgemäß außen vor. Was zählt, sind geballte Fäuste und ordentlich Schaum vorm Mund.

Musikalisch begleitet wird der lyrische Tauchgang durch die Gedärme der Finsternis von satt produziertem Hardcore-Geschepper - auch das ist keine Überraschung. Abermals schießen die New Yorker aus allen Rohren.

Große Unterschiede zum Vorgänger "Hardcore Lives" sind nicht zu verzeichnen. Ein kurzes Frickel-Solo auf halber Strecke, ein eingestreuter Spanisch-Kurs für Anfänger und ein kurzweiliges Reggae-Outro zum Abschied: Mehr Oha!-Momente hat "For The Cause" nicht zu bieten. Die braucht es aber auch nicht, denn auf dem Wunschzettel von treuen Madball-Seelen steht eigentlich immer nur eins: Bitte wieder voll auf die Zwölf! Und genau diese Marschroute zelebrieren Madball nun schon seit drei Dekaden wie kaum eine zweite Band.

Von Beginn an haut das ganzkörpertätowierte Kollektiv vom Big Apple ordentlich auf den Putz. Unter der Regie von Produzent Tim Armstrong (Rancid), der der Band ein sattes Sound-Korsett-schnürt, und mit der keifenden Unterstützung von Branchenkollegen wie Sick Jacken ("Rev Up"), Steve Whale ("The Fog") und Polizistenschreck Ice T ("Evil Ways") machen Madball genau da weiter, wo sie vor vier Jahren mit ihrer letzten Brachial-Kanone "Hardcore Lives" aufgehört haben.

Zu überdurchschnittlichem Krawallo-Standard wie bei "Smile Now Pay Later", "Lone Wolf" und "Rev Up" gibt's mit dem punkigen "The Fog" und der Groove-Walze "For You" auch noch zwei hymnenhafte Moshpit-Hits obendrauf. Hardcore-Herz, was willst du mehr?!

Trackliste

  1. 1. Smile Now Pay Later
  2. 2. Rev Up
  3. 3. Freight Train
  4. 4. Tempest
  5. 5. Old Fashioned
  6. 6. Evil Ways
  7. 7. Lone Wolf
  8. 8. Damaged Goods
  9. 9. The Fog
  10. 10. Es Tu Vida
  11. 11. For You
  12. 12. For The Cause
  13. 13. Confessions

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