laut.de-Kritik

Das Multitalent haut auf den Putz.

Review von

Wenn jemand wie Macy Gray eine Best Of veröffentlicht, braucht diese eigentlich nicht weiter vorgestellt zu werden: Die Frau gehört schließlich nicht erst seit gestern zum absoluten Stammrepertoire deutscher Radiosender. Da eine Ansammlung der besten Tracks nach nur drei Studioalben allerdings immer einen etwas seltsamen Beigeschmack aufweist, sollte man das gute Stück dennoch ein wenig genauer unter die Lupe nehmen.

Elf der bislang auf Silberling gepressten Tracks schafften es in die Endauswahl, und diese sind gleich zu Beginn in schön chronologischer Reihenfolge angeordnet. Dass die chronologische in diesem Fall der thematischen Anordnung vorgezogen wurde, verdeutlicht eindrucksvoll den wirren Stilmix aus Hip Hop, Soul, R'n'Bund Funk, den Frau Gray in Perfektion beherrscht. Die Platte gibt einem keine Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen und beansprucht so die Konzentration des Zuhörers.

Ein wenig seltsam wirkt es schon, dass Macy von zehn Stücken ihres Debütalbums "On How Life Is" die Hälfte für gut genug hält, sie als ihre besten auszugeben. Bei ihrem Zweitling "The ID" hat sie dafür etwas strenger selektiert. Lediglich das weltberühmte Badu-Feature "Sweet Baby", das äußerst tanzbare "Sexual Revolution" und das wechselhafte, letztlich aber auch durchschnittliche "Boo" zeugen von dem weiter entwickelten Stil Grays.

Wer "The Trouble With Being Myself" sein eigen nennt, der wird bei Genuss der Best Of das eine oder andere Mal denken, die falsche Platte eingelegt zu haben. Die Tracks 9-12 der Best Of bilden, in der selben Anordnung, den Beginn ihres dritten Studioalbums. Schade: Kein "Come Together", kein "Jesus For A Day", kein "Happiness". Klar, "When I See You" musste sein, ob aber die Pharaone Munch-Collabo "It Ain't The Money" nicht nur als Quoten-Raptrack herhalten muss, bleibt fraglich.

Mit "Love Is Gonna Get You", "Walk This Way" und "Demons" schüttelt das Multitalent noch drei Tracks aus dem Ärmel, die bislang nicht auf CD erschienen sind. Besonders mit dem Aerosmith-Cover gelingt es ihr hier, zu punkten und der CD eine Daseinsberechtigung zu beschaffen, "Demons" schwächelt dafür etwas. Das spannende, leider aber völlig unpassende "When I See You-Remix", das bereits auf der Singleauskopplung zu finden war, hätte zwar nicht sein müssen, dafür haut das Gang Starr-Remix von "It Ain't The Money" zum Ende noch mal richtig auf den Putz.

Trackliste

  1. 1. I Try
  2. 2. Do Something
  3. 3. Still
  4. 4. Why Didn't You Call Me
  5. 5. I've Committed Murder
  6. 6. Sexual Revolution
  7. 7. Sweet Baby (ft. Erykah Badu)
  8. 8. Boo
  9. 9. When I See You
  10. 10. It Ain't The Money (ft. Pharaone Munch)
  11. 11. She Ain't Right For You
  12. 12. Love Is Gonna Get You
  13. 13. Walk This Way
  14. 14. Demons
  15. 15. When I See You (Bugz In The Attic Remix)
  16. 16. I've Commited Murder (Gang Starr Main Mix )
  17. 17. Sexual Revolution (Norman Cook Radio Mix @128 BPM)

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