laut.de-Kritik

Druckvolle Symbiose aus breitbeiniger Rockpose und Elektro.

Review von

Die Fangemeinde von Death From Above 1979 dürfte Bescheid wissen. Jason Keeler trat schon als Bassist bei den kanadischen Bass'n'Drums-Krawallos unter dem Masterkraft-Alias als Remixer in Erscheinung. Nach der von ihm verkündeten Trennung seiner Band - den Namen verdankten DFA 1979 übrigens einem Rechtsstreit mit der New Yorker Band DFA - macht Keeler nun mit seinem Kumpel Al P als MSTRKRFT weiter.

Statt dem bisweilen doch recht enervierenden Gekreische bei "You're A Woman, I'm A Machine" regiert auf dem MSTRKRFT-Debüt "The Looks" nun allerdings der Vocoder, getragen von clubkompatiblen Maschinenklängen. Angesichts der auffallend knarzig-verzerrten Synthesizer und temporären Gitarreneinsätze geht das Album letztlich als eine weitere druckvolle Symbiose aus breitbeiniger Rockpose inklusive wildem Kopfschütteln und elektronischer Tanzmusik durch, anderorts auch schon zu New Rave hochgejazzt. Sprich, jener Sound, den beispielsweise Digitalism, Simian Mobile Disco oder Justice produzieren, und der sich momentan großer Popularität erfreut.

Stilistisch gesehen passt "The Looks" also eigentlich ganz gut zwischen die Veröffentlichungen der französischen Hipster-Labels Kitsuné bzw. Ed Banger. Wobei man doch einschränken muss, dass die Kanadier nicht diese mitunter überbetonte stylische Pop-Oberfläche aus Glanz und Glamour wie Kitsuné bemühen. Trotz der nicht zu leugnenden 80er Popreferenzen. Und der Output von Ed Banger schließlich kommt im Vergleich zu MSTRKRFT weitaus ungehobelter, um nicht zu sagen flegelhafter daher.

Die Tracks von Keeler und Al P müssen indes mit dem Manko leben, mit der Zeit an Reiz zu verlieren, da das Schema aus Knarz-Vocoder-Hook-Beat sich schneller abnützt als einem lieb ist (die anderen genannten Acts stehen diesbezüglich auch nicht immer besser da). Wobei "The Looks" seine Stärken gerade in jenen Stücken wie "Bodywork" entfaltet, bei denen der Vocoder stumm bleibt. Der letzte, alles entscheidende Kick geht diesem allerdings genauso ab wie dem Rest.

Trackliste

  1. 1. Work On You
  2. 2. Easy Love
  3. 3. She's Good For Business
  4. 4. Paris
  5. 5. The Looks
  6. 6. Street Justice
  7. 7. Body Work
  8. 8. Neon Knights
  9. 9. Community In Progress Feat. Mc Sasha (Bonus Track)

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