laut.de-Kritik

Neben Käse, Schokolade und Uhren das Beste der Schweiz.

Review von

Hurra! Da freut sich die Schweizerin. Endlich mal eine ernstzunehmende, melodienträchtige, absolut vorzeigbare Band aus dem Alpenland. Nach Peinlichkeiten wie DJ Bobo und den Schweizer Pop-Stars Tears können die Eidgenossen endlich ihre Köpfe aus dem Sand ziehen und der sonnigen Berglandschaft von "Weather" entgegen sehen: Mittlerweile spielt die Trip Hop-Combo spacigen Elektro-Pop mit eingängigen, stimmigen Melodien.

Pianoklänge, sanfte Rhythmen und die zarte, fast in der Luft schwebende Stimme der Frontfrau Jael stimmen mit dem ersten Song "Go On" auf den weiteren Verlauf der Platte ein. Es folgen große, poppige Melodien in "The Most Beautiful Song", dem Track, der für seinen Ursprung wohl am meisten Kritik einstecken musste. Er erschien nämlich auf dem Soundtrack des Schweizer Kinderfilms "Globi", was ja so gar nicht zum undergroundigen Image von Lunik passte. Doch die Band scheint keine Reue zu zeigen und fährt mit einem weitaus typischeren Lunik-Sound fort. Zu "Through Your Eyes" haben sich wohl schon etliche Festival-Besucher in die Nacht gesungen oder gegrölt. Der Hit schlechthin. Man kann ihn problemlos nach einmaligen Hören mitsingen, die Lyrics sind zum Träumen schön.

Bei "Weather" bemerkt man ganz klar den Einfluss des Cardigans-Produzenten Tore Johansson, der an einigen Tracks Hand anlegte, Tracks, die große Melodien aufbauen, die zu sanften Rhythmen übergehen und sich schließlich ihn einem Ohr-Wurm-Refrain verlieren. "Prisoner", "New Day" und "Slide" sind harmonische, stimmungsvolle, trip hoppige Kompositionen, die zum eher ungewohnten "You Won't Stop Me" führen. Treibende, funkige Beats begleiten diese Elektro-Hymne, offenbar eine Rückmeldung an all die kritischen Stimmen: "...I don't care about your doubts, I'm gonna make it anyway ..." - Recht so !

Von den 'Schweizer Cardigans' mag man aber trotz ruhigem und melancholischen Sound nicht sprechen. Lunik sind keine Kopie. Sie haben es bei ihrem nun schon dritten Studioalbum geschafft, ihre ganz eigene Klangwelt aufzubauen: spacig-sphärische Aura, unverkennbare Songs und eine einzigartige Lead-Stimme.

Trackliste

  1. 1. go on
  2. 2. most beautiful song
  3. 3. through your eyes
  4. 4. weather
  5. 5. prisoner
  6. 6. new day
  7. 7. her name
  8. 8. backup
  9. 9. slide
  10. 10. you won't stop me
  11. 11. empty words
  12. 12. melody

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