laut.de-Kritik

Auf dem Pausenhof gäbs dafür Prügel.

Review von

Timo Mikal Torres ist auf Youtube besser bekannt als Liont. Normalerweise gibt er in seinen Videos Einblicke in sein Leben oder Tipps fürs Überstehen des Alltags als Heranwachsender, sein Kanal zählt 1,5 Millionen Abonnenten und über 145 Millionen Aufrufe. Allein das Video "15 Arten zu küssen!" klickten schon über acht Millionen Menschen an.

Das ist Timo aber nicht genug, denn er hat einen Traum. In einem der ersten Promovideos spricht der 22-Jährige davon, dass der Traum, "mal ein krasses, geiles Album" rauszubringen, nun endlich in Erfüllung geht.

Schon die Hook im Opener "Löwenkind" lässt aber erahnen, was einen auf dem 14 Tracks umfassenden Album erwartet: Lieblos produzierte Beats mit Reimen, die sich so nicht mal ein Sechstklässer beim Pausenhof-Freestyle vor seinen Freunden trauen würde. "Wieder dieser Wecker, ich will einfach wieder draufschlagen" trällert Liont im Refrain zur Hangover-Hymne "Montag". Schlagen will ich dabei nur meinen CD-Player in unheilvoller Erwartung der zwölf weiteren Titel.

Den vorläufigen Höhepunkt in Sachen Fremdscham schafft der 22-Jährige mit seinem "Doppelkinn". Was hier an Peinlichkeiten geboten wird, dürfte so schnell keiner toppen. "Es kann einfach alles, leg dich bloß nicht damit an / Wollen Leute mich schlagen, zieht mein Doppelkinn die Guns". Aber sicher doch.

Obwohl Liont den "Beifahrerflow" für sich gepachtet hat, beteuert er trotzdem, "Kein Rapper" zu sein. Seine Reimtechnik lässt daran keinen Zweifel zu, dennoch wirkt das angesichts der 14 Titel etwas paradox, denn diese sind trotz mangelndem Taktgefühl eindeutig dem Rap zuzuordnen. "Ich kenn' mich da aus, ich hör seit zehn Jahren Rap", na dann möchte ich dem Löwenkind da auch nicht widersprechen.

Natürlich darf auf dem ersten Longplayer von Liont nicht seine zuckersüße Freundin Dagi Bee (1,7 Millionen Abos auf Youtube) fehlen. Der sind gleich mehrere Titel gewidmet ("Komm Mit", "Die Beste"), die nur so vor Kitsch und Oberflächlichkeit strotzen. Zeilen wie "Komm mit, ich zeig dir meine Welt / eine Welt, die mir gefällt / hier gibt es keine Kriege, deine Liebe ist das Einzige was zählt" lösen statt Romantik eher spontanen Würgereiz aus. Der breitet sich dann bei "Alle Gleich (feat. Kayef)" zu einer schmerzhaften Magen-Darm-Infektion aus. "Ich bin anders, kein Standard, ist doch voll genial". Genial ist höchstens, dass sich das Album langsam dem Ende zuneigt.

Doch vorher müssen noch ein paar poppige Gute-Laune-Tracks überstanden werden, die klingen wie aus dem Kaugummiautomaten. "Nie Gedacht" imitiert das Soundbild eines Cro, nur fehlt es dem Löwenkind beim Vortrag am lässig hingerotzten Flow des Pandas. Das ist einfach nur durchkalkulierte "Mukke für die Charts".

Mit einem weiteren Höhepunkt der Geschmacklosigkeit entlässt uns Liont dann endlich aus dem Gruselkabinett. Allerdings nicht ohne noch mal richtig tief in die Klischee-Kiste zu greifen. Mit einem deepen Song sind wir endlich bei der letzten Anspielstation angekommen. Auf "Kopf gegen Herz" versucht er, dem geneigten Zuhörer die dunkle Kehrseite des bunten Youtuber-Daseins näher zu bringen. Billiges Pianosample inklusive, rappt Liont über seine gebeutelte Seelenwelt: "Und ihr denkt wirklich, dass ich alles rosarot sehe, alles wäre okay, obwohl ich fast vor'm Tod stehe". Über pseudo-gefühlvolle Floskeln kommt er dabei nicht hinaus. Schlimmer noch: Zeilen wie "Wie kann man behaupten, dass mein Job kein bisschen hart ist? / Alles zieht mich runter mir fehlt fast die Luft zum atmen! / Keiner kennt mich wirklich, meine Krisen, meine scheiß Gedanken / machmal bleibt mir nichts außer literweise Wein zu tanken" verleihen dem Album keinen Tiefgang sondern bilden nur die Spitze der Lächerlichkeit.

Der Traum vom "krassen, geilen Album" ist damit geplatzt. Der Traum mit wenig Aufwand seinen Abonnenten möglichst viel Kohle aus den Taschen zu ziehen, geht sicherlich leichter in Erfüllung. Im Promovideo beteuert Timo, dass er in diese Platte "wirklich sehr, sehr viel Arbeit" reingesteckt hat. Das was dabei rausgekommen ist, spricht nicht gerade für Lionts Ehrlichkeit. "Löwenkind" ist kein Produkt eines Musikers, sondern der kläglich scheiternde Versuch eines Youtubers, Musik zu machen.

Trackliste

  1. 1. Löwenkind
  2. 2. Montag
  3. 3. Beste Zeit
  4. 4. Doppelkinn
  5. 5. Beifahrerflow
  6. 6. Halt Deine Schnauze
  7. 7. Kein Rapper
  8. 8. Komm Mit
  9. 9. Die Beste
  10. 10. Alle Gleich
  11. 11. Hör Auf!
  12. 12. Ich Dreh Durch
  13. 13. Nie Gedacht
  14. 14. Kopf Gegen Herz

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LAUT.DE-PORTRÄT Liont

"TACH, Kinnas!" So begrüßt Timo Mikal Torres a.k.a. Liont meist seine Anhänger. Auf YouTube betreibt er einen der erfolgreichsten deutschen Kanäle.

15 Kommentare mit 37 Antworten

  • Vor 3 Jahren

    Ich bin nun kein Teenager sondern Vater einer 12 Jahre jung Tochter .
    Liont durfte ich in Hamburg kennenlernen, und ich finde den Klasse.
    Klar hat es nicht viel mit " Rap " zu tun sein Ziel alter die sind von 10-16 Jahren und die lieben ihn wie er ist , warum müsst ihr immer versuchen alles zu zerstören ! Das Lied " Kopf gegen Herz " Feier ich selber auch , aber den Text versteht nur jemand der selbst an Depressionen leidet.
    Bitte lasst ihn sein ding machen , und so schlecht wie ihr es macht kann es nicht sein ich sage nur Platz 2 !!!!
    Liont höre hier nicht drauf !!!!
    Gruß aus Hamburg
    Bernd

    • Vor 3 Jahren

      Hey, danke Bernd für deine Unterstützung!
      Freut mich echt, dass Du Liont hier so krass supportest!
      Fände es auch total dufte, wenn Du mir so in 6 Jahren mal deine Tochter vorstellst. Würde mich echt freuen!
      Gruß aus der Bonghöhle
      Craze

    • Vor 3 Jahren

      hoffe für dich, dass es sich hier nur um einen trollversuch handelt.ansonsten das mit abstand traurigste, was sich ein, dem anschein nach erwachsener,hier seit langem geleistet hat.

    • Vor 3 Jahren

      Meinst Du jetzt mich oder den Bernd aus Hamburg? :lol:

    • Vor 3 Jahren

      Ich glaub du und Bernd spielen in einer Liga. :-D

    • Vor 3 Jahren

      Ich bin ein Teenager und mein Vater Bernd denkt, dass ich auf diesen Drecks Liont stehe. Deswegen schleppt er mich immer immer auf diese scheiß Konzerte, wo ich diesen Spacko auch noch kennenlernen durfte. Er denkt ernsthaft, dass bei 10-16 Jährigen Liont extrem angesagt ist, dabei ist die Zielgruppe eher 3 bis 7 1/2. Nur weil mein Vater Depression hat, muss ich mir ständig diesen Scheiß geben. Ich hoffe Liont hört auf mit diesem Müll oder mein Vater bringt sich endlich um. Dann kann ich vielleicht auch mal zum Backstage- Gangbang bei nem Fard Konzert.

      LG Bernds Tochter

    • Vor 3 Jahren

      Wow, du bist so ein geistreicher Hurensohn. :D

    • Vor 3 Jahren

      Mal so von Hurensohn zu Hundesohn: Ich fühle mich ein wenig geschmeichelt. :-D

    • Vor 3 Jahren

      Dieser Kommentar wurde vor 3 Jahren durch den Autor entfernt.

    • Vor 3 Jahren

      Langsam glaube ich auch, dass das nur ein Fake ist. So 'ne arme Wurst kann doch keiner sein. Außerdem würde ich mich wundern, falls der echte manback_hurensohn tatsächlich Fard kennen sollte.

    • Vor 3 Jahren

      als ob ein vater einer 12-jährigen tochter das wort "feiern" im musikkontext benutzt.
      auch zu bemüht schlechte rechtschreibung/zeichensetzung.
      = 1/10 ganz schwacher troll

    • Vor 3 Jahren

      Das mit den Depressionen fand ich gut; supporte Liont schließlich auch nur wegen meiner Erkrankung.
      Leute hingegen, die eher auf Krebs stehen, sollten sich unbedingt das neue Söhne Mannheims Album gleich 2x kaufen.

    • Vor 3 Jahren

      Da vergisst man mal ein "i" beim Tippen und schon wird man als Genrekenner verdächtigt. :-D

    • Vor 3 Jahren

      Na, hast heut schon irgendwas Krasses engineered, du krass gebildeter Überflieger? Hast dein Diplom eigentlich an der Bürowand hinter dir hängen?

    • Vor 3 Jahren

      Aus dir spricht doch eh nur der Neid. :-)

  • Vor 3 Jahren

    DAS kommt davon wenn die Jugend kein Englisch kann. Lonely Island, Garfunkel & Oates, Epic Rap Battle usw. Ne, versteht man ja nicht. Lieber solche talentlosen Versager Klicks schenken.
    Wie ich diese deutschen Youtuber hasse. Unlustig, unreif und völlig ohne Talent. Wer schaut sich dies denn bitte an? Und ich dachte schon die Barth Fans wären die unterste Stufe der Evolution.

    No! No! No! So geht das nicht weiter. Ich hoffe die Gema steckt die alle in einen Sack mit Dieter Bohlen, Alexander Markus, Bushido und Heino. Diese Bande dann bitte am Zoll vorbei nach Russland schicken. Soll sich doch Putin mit diesen Typen rumärgern.

    • Vor 3 Jahren

      Wir sollten eine Petition schreiben !!!

    • Vor 3 Jahren

      Da kann man leider nicht wiedersprechen, der Höhepunkt der Tiefpunkte sind die übersetzen englischen Videos a la Lamas mit Hüten usw.

    • Vor 3 Jahren

      Ich habe mir gerade 2-3 Videos von dem Typen angesehen. Hat der bei der Geburt keinen Sauerstoff bekommen?
      Der hat ein 11 Minuten Video wie er sich die Haare von Tussi XY schneiden lässt die es nicht kann. 1,3 Mio Klicks für den Rotz. Ich glaub es nicht...

    • Vor 3 Jahren

      "Ich hoffe die Gema steckt die alle in einen Sack mit Dieter Bohlen, Alexander Markus, Bushido und Heino. Diese Bande dann bitte am Zoll vorbei nach Russland schicken. Soll sich doch Putin mit diesen Typen rumärgern."

      Ich liebe dich.

  • Vor 3 Jahren

    Spaßeshalber mehrere Songs von "Liont" angehört und frage mich gerade, ob die deutsche Jugend wirklich so dumm und anspruchslos ist, dass sie für dieses gruselige Machwerk Geld bezahlt (Platz 2 der Albencharts!!!). Liont ist wie "Cro minus Frontallappen" und kein Musiker mit Schamgefühl würde so ein Album auf die Menschheit loslassen. Aber Liont hat anscheinend genug Fans, die er verarschen kann.

  • Vor 3 Jahren

    Bin 18 Jahre alt und sehe mich somit stellvetretend als Teil der Jugend um ganz klar und deutlich NEIN zu sagen, nichtmal meine 14 jährige Schwester hört den Rotz, wer solch eine Musik finanziell unterstützt, ist in meiner Augen nicht der Gattung Mensch zugehörig.

  • Vor 3 Jahren

    Ich muss als 16 Jähriger sagen. Dieses Album ist Schrott. Schrott der für kleine Kinder mit Farben angemalt wurde mehr nicht. Ich habe nichts gefunden was auch nur den anschein von diskusion über irgendein halbwegs relavantes thema darstennen könnte. Sein "Erfolg" resultiert nicht aus "Skill" bzw Können sondern aus fame. Er macht geld weil man ihn kennt. Allein sein "Liebeslied"(kann man das so nennen?).... Also seine Liebeserklärung an den Kommerz..... ach nicht das wahre... dieses "Ding" Komm mit (o.ä.) ist ein gutes bsp. für gehaltlose anneinanderreihung von sätzen. Ein solches lied sollte etwas persönliches haben weil es - jetzt kommts - für EINE Person geschrieben wurde. Angeblich.
    Aber naja ich hab mich genug aufgeregt ich geh schlafen.

    MFG Simon

    PS: sein Depri-Lied ist eine Beleidigung an alle mit problemen