laut.de-Kritik

Aus dem Tagebuch eines Multitalents.

Review von

"Es ist die unendliche Party, die unausweichliche Dunkelheit meiner Zweifel und Ängste, aber die Nacht ist auch einfach die Zeit, in der dieses Album geschaffen wurde." Ganz im Gegensatz zu seinem im Netz veröffentlichten Mixtape "Eternal Sunshine" steht Left Boys erster Albumtitel für die Vielfältigkeit der Nacht – und was man aus ihr schöpfen kann.

Eine Menge, wie sich zeigt. Für sein Erstlingswerk hat sich der gebürtige Österreicher neben seiner Heimat Wien außerdem in Italien, L.A., New York und London im Studio kreativ ausgetobt. Aus dieser jahrelangen Arbeit geht ein Album hervor, dessen Songs durch die verschiedensten Genres reisen. Oder wie Left Boy selbst sagt: "Meine Musik ist für mich wie mein Tagebuch; wenn ich frustriert, böse oder glücklich bin, versuche ich das umzusetzen."

Diese Katharsis geschieht also in Form von Dancefloor-Hits wie "Security Check" oder "Get It Right", dem Sample des Songs "Vitriol" von der australischen Rockband Bluejuice. Mal kurz ein paar Drum'n'Bass-Elemente unterlegt und den Song mit poppigen Beats aufgepeppt, und schon findet sich die Nummer in den Playlists unzähliger Radiosender und Clubs wieder. "Get It Right" ist eine Hommage an wilde Partynächte in L.A., sowie der stärkste Song des Albums.

Lange durfte man gespannt sein, wie das Debüt des Künstlers und jungen Vaters wohl aussehen würde: Noch mehr Samples bekannter Musikstücke à la "Video Games" oder "Call Me Maybe"? Davon hatte der gebürtige Österreicher ja in den vergangenen Jahren schon genügend online veröffentlicht, sei es auf Youtube, oder als Free Track auf seiner Homepage. Man mag ihm unterstellen, dass er sich gerne mal was klaut, ohne die Rechte dafür klären. Dafür veröffentlicht er die gesampelten Tracks gratis – und er klaut gut.

Doch Permanent Midnight zeigt den Sänger auch von seiner nachdenklichen Seite. Etwa bei der R'n'B-Ballade "Marie", die seine Frustration während der Schwangerschaft widerspiegelt, aber auch bei "Stoned" und "Star". Letzteres erzählt von der Wechselseitigkeit des Ruhms und bringt Left Boys Selbstzweifel zum Vorschein: "Cause I need to be the star that they're expecting to see, I hope it doesn't ruin me."

Mit "That's How Much" bekennt er nicht nur die große Liebe zu seinem Sohn Yves-Louis, sondern sorgt auch für eine volle Tanzfläche. Die Elektro-Pop-Nummer "Time And Again" ist ebenfalls ein Ohrwurm-Garant, und spiegelt außerdem die Coolness des Multitalents wieder, wenn er rappt: "I'm burning purple bridges, fucking random bitches/ I got doctors taking care of my daily fitness". Generell bleiben die tanzbaren Songs auf der Platte jedoch leider in der Minderheit.

Viel zu häufig versucht sich Left Boy an langsamen, emotionalen Liedern, die aufgrund seiner Stimme nicht so sehr punkten können. Dafür trumpfen die Dancefloor-Filler umso mehr auf, und zeigen dass er zu Recht die Hallen füllt und mit seinen Konzerten zu begeistern weiß.

Aus Permanent Midnight hört man die verschiedensten Richtungen heraus – sei es Drum'n'Bass, Pop, Elektro oder Hip Hop – und doch behält das Album eine klare Linie, dank der unverkennbaren Authentizität in Left Boys Texten und Stimme. Die 14 Tracks beweisen zu genüge sein Talent als Produzent, Texter und Komponist, die zugehörigen Videos zeugen von viel Humor und Kreativität. Der potentielle Erfolg dieser Platte ist aber vor allem seinem Sohn geschuldet: "Sein Dasein ist die wunderbarste Inspirationsquelle. Die bedingungslose Liebe zu ihm gab mir den Schub, den ich benötigte." Wenn dieser Schub in die richtige Richtung geht, kann sich der 24-Jährige einer steilen Karriere sicher sein.

Trackliste

  1. 1. Permanent Midnight
  2. 2. Time And Again
  3. 3. Black Dress
  4. 4. Through
  5. 5. Marie
  6. 6. Stoned
  7. 7. Star
  8. 8. Everything Flows
  9. 9. 10 Am
  10. 10. Moment
  11. 11. That's How Much
  12. 12. Get It Right
  13. 13. Security Check
  14. 14. Left Boy's Coming

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11 Kommentare mit 10 Antworten

  • Vor 4 Jahren

    Was ist hier denn passiert, alles entfernt

  • Vor 4 Jahren

    Ich habe mir spasseshalber mal ein paar Texte dieser Fotze durchgelesen. Beispiel: "I'm the dopest thing that ever come from where I'm from / And if you disagree, then you're dumb". Was ein epischer put-down. Diesem batty boy fehlt ganz offensichtlich das notwendige Vokabular, um sich auf Englisch nicht komplett laecherlich zu machen - und trotzdem meint er, er koennte es sich erlauben, mit deutschen Journalisten grundsaetzlich auf Englisch zu reden, wenn er sich dafuer gar nicht gut genug ausdruecken kann? Das ist Oesterreichs ganz eigener Cro, da koennen sie sich gluecklich schaetzen.

    • Vor 4 Jahren

      Alter diese Englisch-Hipster regen mich auch so hart auf. In der Kölner Südstadt hab ich gestern dank Gentrifizierung zwei mal an Menschen vorbeigehen dürfen, die sich nicht entblödet haben sich mit derbem deutschen Akzent auf englisch zu unterhalten. Da frag ich manchmal schon, ob ich solchen Gestalten nicht spontan eine aufs Maul geben soll.

    • Vor 4 Jahren

      meinen segen hättest du.

    • Vor 4 Jahren

      :lol: Ich habe mich anfangs auch über so was aufgeregt, mittlerweile finde ich's aber eigentlich ziemlich belustigend. Dennoch: Die ein oder andere Erziehungsschelle schadet da mit Sicherheit nicht. :D

    • Vor 4 Jahren

      Wenn sies wenigstens könnten, würde es mir ja nicht mal auffallen, aber so... Beneidenswert, sich da nicht angepisst zu fühlen. Ich dachte halt immer, so nen menschlicher Abfall läuft nur in Berlin rum, bat itt sims ei wos wrrrong, ei gess....

    • Vor 4 Jahren

      was ein schmock. aber produzieren kann er, einen song find ich gut: http://www.youtube.com/watch?v=CVUm8aM0n4U

    • Vor 4 Jahren

      Ich würde mal unterstellen, dass jemand der immerhin seit 8 Jahren in NY lebt, der englischen Sprache fähiger ist als so mancher deutscher Großstadtganove hier :D Obs euch jetzt gefällt oder nicht is ja eure Sache aber man könnte es auch weniger abfällig rüberbringen ..

  • Vor 4 Jahren

    Er spricht englisch mit den Journalisten usw. weil er englischsprachig aufgewachsen ist und sogar an einer amerikanischen schule in Österreich war, er kann aber auch ein wenig deutsch aber er hat es schon verlernt und ausserdem ist der Text doch amerikanischer Slang so wie diese komische Jugendsprache von heute die ich übrigens nicht spreche weil das behindert ist PS: ich bin 14 und informiere mich bevor ich Kritik ausübe!!