laut.de-Kritik

Bemerkenswert nichtssagend.

Review von

Da ist ja das Moped wieder. Hat schnell noch einen Feinstaubfilter reingebaut, schließlich müssen die Schmutzpartikel raus aus der Mucke. Glatt will dieser Rock sein, geradeaus. Mit viel Melodie und trotzdem soll er richtig auf die zwölf gehen. Ein Rezept, dass durchaus aufgehen könnte, aber hier fehlen einfach die zwingenden Songs, auf diesem dritten Album will sich einfach kein richtiger Ohrwurm finden. Allerdings merkt man, dass die Band angestrengt danach sucht.

Fast hätte diese Rückkehr niemand bemerkt. 2002 zerrte die wasserstoffblonde Linda Sundblad alle fünf Minuten ihren fremdgehenden Kerl aufs Neue vor den Liebeskadi, um die Antwort auf nur eine Frage zu bekommen: "Who's that Bimbo?" Tja, das war eine Bildschirmpräsenz. Ein Lied, dass man nicht mögen wollte, um es schließlich unwillkürlich doch unter der Dusche zu pfeifen. Und jetzt? Gibt es überhaupt ein Video? Oder eine Single?

Das Potential dieses Albums ist sicherlich um einiges geringer als das seines Vorgängers. "The Fight" liefert zwar reichlich liebliche Melodien, unterlegt mit sägenden Gitarren, aber der Wiedererkennungswert ist mehr als dürftig. Die Schweden rocken trotzdem immer weiter nach dem gleichen Schema und das wird, wenn die Hits fehlen, einfach langweilig.

Ansatzweise finden sie auf dem Opener "The Fight" zu alter Mittelmäßigkeit zurück. Dicke, präzise Gitarrenriffs, die richtig drücken. In der Strophe wird es ruhig, man konzentriert sich auf Sängerin Sundblad, die mit einer schicken Melodie dankt. Für die gestrichenen Parts hat tatsächlich der Apokalyptiker Eicca Toppinen gesorgt. Auch ihre Balladenkultur pflegen die Lambrettas weiter. Das ruhige "Add 9" beschließt die Platte dann klebrig-süß. Wenn das mal kein Karies nach sich zieht.

Eigentlich gibt es keinen Grund, dieses Album gut zu finden. Gleich mehrere Fragezeichen ruft das Artwork hervor. Wer hat denen nur gesagt, orange sei wieder in? Warum hat man Sundblad fotografiert und nachträglich Schlangen um sie drapiert? Ganz zu schweigen davon, dass man im Booklet einem gestandenen Mann Flügel auf den Rücken zaubert. Die gerechte Strafe dafür, dass er den gefeuerten Schlagzeuger dieser Band ersetzt? Aber vielleicht möchten sich die Herr- und Damenschaften auch einfach als Vorband für Nu Pagadi ins Gespräch bringen.

Trackliste

  1. 1. The Fight
  2. 2. Chemical
  3. 3. Anything
  4. 4. Invisible
  5. 5. Kill Me
  6. 6. Strip
  7. 7. Forgotten
  8. 8. Uniform
  9. 9. Pathetic
  10. 10. Get It Right
  11. 11. Catch Me If You Can
  12. 12. Add 9

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3 Kommentare

  • Vor 11 Jahren

    oh mann, ich hätte nicht gedacht, dass ein derart sujektiver und perspektivisch eingeschränkter artikel einen platz bei laut.de findet. es ist sowohl enttäuschend als auch befremdlich, dass eine bewertung einem so niedrigen standart unterliegt. es fehlt an verständnis, an korrekter erläuterung und beschreibung des neu entwickelten musikstils, an anerkennung und der auslassung pubertärer lästerei. ich frage mich welches urteil wohl eine band bekommt, die nicht nur langweilig, sondern auch musikalisch unbegabt ist? wobei lambretta -rein musikalisch betrachtet- eine talentierte und differenzierte band ist. ein kritiker, der eine so unüberlegte, informationsarme kritik verfasst, kann nicht professionell sein.

  • Vor 11 Jahren

    Gibt's die Scheißkombo immernoch!?

  • Vor 11 Jahren

    Die waren immer schlecht und werden es immer sein. Warum Apocalyptica mit deren Frontjodel zusammengearbeitet haben, ist mir immer noch unklar.