9. November 2012

"Als Künstler rennt man immer einem Traum hinterher"

Interview geführt von

"Ich rappe bis meine Lunge kollabiert, unabhängig davon wie kommerziell erfolgreich das Ganze ist", stellte Laas Unltd. kürzlich via Facebook klar. Seine Diskografie gibt ihm Recht: Mit "Im Herzen Kind" legt der 29-Jährige bereits das fünfte Studioalbum vor.Kurz vor Veröffentlichung der Platte stellt sich Lars Hammerstein, so sein bürgerlicher Name, für ein ausführliches Telefongespräch zur Verfügung. Eine gute halbe Stunde lang sprechen wir über neue Stilelemente, die Bedeutung des Albumtitels, seinen Backpacker-Hintergrund und Beef im Deutschrap.

Dein neues Album habe ich auf Anhieb als gewissen Stilwandel empfunden.

Ich würde nicht unbedingt 'Stilwandel' sagen. Das würde bedeuten, dass ich alles, was ich vorher gemacht hab', jetzt nicht mehr mache. Das sehe ich persönlich nicht so, weil ich genauso wie vorher immer noch rappe. Die Beats sind jetzt von anderen Produzenten und klingen dadurch natürlich anders als beim letzten Album. Aber auch nur teilweise, es gibt da auch Sachen, die durchaus auch auf "Blackbook" hätten sein können.

Ich finde eher, dass noch Neues dazu gekommen ist. Es ist für mich kein Stilwechsel, sondern eher eine Adaption zu neuen Sachen. Wie zum Beispiel, dass ich in den Hooks ein bisschen melodischer geworden bin. Das war eigentlich mein Anspruch an das Album. Aber ich würde es nicht als kompletten Stilwandel bezeichnen. Das hieße, dass ich auf einmal nur noch singe oder ein ganz anderes Genre ausprobiere. Und das tu' ich auf dem Album eigentlich nicht.

Wie kam es zu den Neuerungen? Allzu viel Zeit ist seit dem Vorgängeralbum ja nicht vergangen.

Das Album ist stark aus meinem persönlichen Geschmack heraus entstanden. Ich höre zuhause eben sehr viel R'n'B und Soul und stehe dadurch einfach auf Melodie. Eigentlich habe ich immer versucht, das in meine Musik einzubinden, habe mich aber irgendwie nie wirklich getraut, es rauszulassen. Und war vielleicht auch noch nicht auf dem Level.

Bei der Entstehung des neuen Albums, für das ich bei Monroe in Hamburg war, herrschte dann eine derart lockere und gute Atmosphäre, dass ich aus einer Laune heraus einfach mal Sachen ausprobieren konnte, die ich sonst wahrscheinlich nie gemacht hätte. Dabei sind dann ein paar coole Ideen und eben auch Melodien entstanden, bei denen wir gesagt haben: Ey, das ist doch geil. Lass' uns das doch mal versuchen.

Gesagt, getan. Dann ist das entstanden, wir haben es gefeiert und haben uns gefreut. Das war eigentlich ein sehr natürlicher Prozess. Ich habe jetzt schon viele Alben gemacht, auf denen ich durchgehend nur über Hip Hop gesprochen und auch in den Hooks immer komplett straight gerappt habe. Diesmal hatte ich einfach das Gefühl, ich könnte auch mal irgendwas Neues ausprobieren. Ich will ja nicht stehen bleiben.

Fällt dir das Einsingen im Studio generell leicht? Hast du gar Unterricht genommen?

(Lacht) Nee, ich hab' keinen Unterricht genommen. Ich finde auch nicht, dass ich der Übersänger bin. Aber Monroe hat das sehr schön gesagt: Ich habe in meiner Stimme ein paar Frequenzen, mit denen man das einfach machen kann. Wenn ich jetzt Gesangsunterricht nehmen würde, könnte man da bestimmt auch noch mehr rausholen. Aber darauf habe ich es gar nicht angelegt.

"Hier Und Jetzt" ist zum Beispiel einfach aus Spaß entstanden. Anfangs hatte Monroe da noch einen anderen Beat. Ich bin aufgedreht durchs Studio gesprungen und hab' rumgesungen. Das war eigentlich nur Quatsch am Anfang. Aber irgendwann meinte er, diese Melodie sei geil und ich solle das mal in der Booth einsingen. Dann hab' ich mir halt einen kurzen Text überlegt, hab' es ein paar Mal gemacht und dann hat es auch funktioniert.

Bei mir ist es schon so, dass ich das ein paar Mal wiederholen muss. Bei so einfachen Melodien bekomme ich es zwar teilweise hin. Aber wie gesagt, ich will mich nicht mit den Leuten vergleichen, die richtig singen können und auch Chöre im Hintergrund einsingen. Davon bin ich meilenweit entfernt.

Sondern ich habe versucht, das im Rahmen meiner Möglichkeiten zu machen. Ich feier' das auch bei 50 Cent. Der ist ja auch kein Sänger, hat aber eine gewisse Melodie in seinen Hooks. Oder Eminem, der macht das auch sehr gerne. Wobei der das ja übertriebener mit Chören und verschiedenen Stimmlagen macht. Ich musste mir da nicht so viel Gedanken machen.

Wie planst du denn, das live umzusetzen? Es gibt ja genug Rapper, die da durchaus ihre Probleme haben - auch wenn nicht jeder so offen darüber spricht wie etwa Maeckes.

Bei den Proben für die Tour habe ich das schon ausprobiert. Es sind so einfache Melodien, dass ich das, glaube ich, schon hinbekommen werde. Wie die meisten Rapper, werde ich bei den Hooks natürlich auch eine Backup-Spur auf dem Instrumental laufen lassen. Denn wenn du deine Aufnahme mit drei oder vier Spuren gemacht hast, kannst du das alleine einfach nicht rüberbringen. Aber es ist ja auch kein so großer Anteil, es wird immer noch fast zu 100 Prozent eine Rapshow bleiben.

War "Im Herzen Kind" eher eine schwere Geburt oder lief es insgesamt flüssiger als bei "Blackbook"?

Es war definitv eine etwas schwerere Geburt. "Blackbook" ging ja relativ schnell. Im Endeffekt habe ich das innerhalb von zwei Wochen in Köln im Hotel geschrieben. Das lag aber auch daran, dass es einfach das war, was ich immer gemacht habe: Tracks über Hip Hop schreiben. Daher musste ich mir nicht so viele Gedanken machen, sondern hab' einfach drauf los geschrieben.

Diesmal wollte ich erst ein weg davon, wollte eine Sprache sprechen, die jeder Mensch verstehen kann. Unabhängig davon, ob er jeden Tag auf den einschlägigen Hip Hop-Blogs ist. Denn bei den Auftritten steht vor mir eben nicht immer ein reines Hip Hop-Publikum, sondern auch Leute, die einfach Musik hören wollen. Ich hatte teilweise das Gefühl, ich fliege ein bisschen an deren Köpfen vorbei. Diesmal wollte ich mehr den Menschen sprechen lassen, um auch solchen Leuten Zugang zu gewähren.

Am Anfang hab'ich mich dabei ein bisschen schwer getan. Dazu kam, dass ich Ende 2011 nach Berlin umgezogen bin und da noch alle möglichen Sachen klären musste. Schon im März dieses Jahres war ich dann zum ersten Mal im Studio. In der ersten Session sind dann drei Tracks entstanden, die in eine coole Richtung gingen.

Aber danach war ich gleich auf der "Die Liga der außergewöhnlichen Emcees"-Tour, war dadurch natürlich wieder voll in diesem Rapding drin und hab' die ganzen Songs von "Blackbook" gespielt. Ich war total in diesem Rapper-Modus und wollte alles kaputt rappen. Dann habe ich mich quasi für vier Wochen im Studio eingesperrt, wo ich lange Zeit versucht habe, technisch krasse Sachen zu machen.

Irgendwann hat mich das auch genervt. Ich wollte einfach gute Songs schreiben, bei denen nicht immer die Technik im Vordergrund steht. Letztendlich bin ich dann mit einem chaotischen Haufen an Skizzen zu Monroe nach Hamburg gefahren. Und ab da ging es eigentlich relativ reibungslos. Da konnte ich mich voll locker machen und das Album ist recht schnell entstanden.

"Ich kann nichts anderes sein als dieser Backpacker"


Wie kam es zum Albumtitel "Im Herzen Kind"? Hat dir der gleichnamige Song gefallen oder passt er allgemein gut zu dir?

Den Titel gab es schon lange vor diesem Song. Ich habe - vielleicht auch wegen meines Jobs als Erzieher - immer gewusst, dass das Im-Herzen-Kind-Bleiben für mich im erwachsenen Alter das Allerwichtigste ist. Man rennt, gerade wenn man Musiker oder Künstler ist, immer irgendeinem Traum hinterher und wird sehr oft mit Grenzen konfrontiert. Weil man andere Verpflichtungen hat. Man geht ja nicht mehr zur Schule und muss sich um nichts kümmern, sondern muss halt auch mal Rechnungen bezahlen. Das alles macht es teilweise sehr schwer, den Traum immer noch zu verfolgen.

Diese Faszination für alle möglichen Dinge, die ich aus der Kindheit mitgenommen hab', hat mir ermöglicht, dass ich überhaupt so lange Musik mache. Bei mir ging das ja eher später los, dass ich ein bisschen an meiner Karriere gearbeitet habe. Und dass ich das in dem Alter überhaupt noch machen konnte, hing einfach mit dieser Faszination zusammen. Deswegen ist das in meinen Augen ein super Titel.

Plus: Ich mag es sehr gerne, wenn Künstler Sachen von sich erzählen. Ich fand immer die Rapper am besten, bei denen ich das Gefühl hatte, dass ich etwas über sie weiß, obwohl ich sie nie getroffen habe. Bei denen ich mir trotzdem vorstellen kann, was sie für Menschen sind, wo sie herkommen und so weiter.

Daher wollte ich diesmal ein Album machen, das die Leute an die Person Laas heranführt - nicht nur an den Rapper, sondern auch an den Menschen. Und da gehörte es eben dazu, dass man dem Hörer erzählt, wie man aufgewachsen ist, wo man herkommt und was einen für Leute umgeben haben.

Dein Video zu "Hier Und Jetzt" löste auf YouTube ein erstaunlich gespaltenes Feedback aus. Hat dich das überrascht?

Nein, ehrlich gesagt hat mich das nicht überrascht. Viele Leute, die das gehört haben, sind halt sehr jung und auf eine gewisse Art von Rap eingeschossen. Das war ich mit 15, glaube ich, auch. Da wollte ich auch nur die eine bestimmte Art von Rap hören, die ich gerade geil fand. Wenn da jetzt ein Laas Unltd. am Strand rumläuft und auf einmal die Hook singt, ist das im ersten Moment natürlich schon komisch.

Ich habe aber gemerkt, dass viele ältere Leute gut auf den Song klarkommen. Teilweise mögen ihn sogar Leute, von denen ich es überhaupt nicht gedacht hätte. Aber dass viele Kinder bei YouTube nicht so begeistert sind, hat mich, ehrlich gesagt, nicht so sehr überrascht.

Vielleicht sind es auch einfach viele Kollegah-Fans ...

Das kommt vielleicht auch noch dazu, davon sind auch viele Leute beeinflusst. Aber gut, das gehört irgendwie dazu, so sind eben junge Leute. Da braucht man halt gewisse Sachen, die man geil findet, und dann steht man zu 100 Prozent dahinter. Wenn man dann ein bisschen älter wird, macht man sich da auch lockerer. Aber wie gesagt, wir waren alle jung. Ich kann mich noch daran erinnern, wir haben damals im Schulbus auch über Rapper hergezogen. Ohne das Internet hat das eben keiner mitbekommen.

Hältst du trotz des kleinen stilistischen Umbruches weiterhin die Backpacker-Fahne hoch?

Ja, definitiv. Ich laufe nicht jeden Tag mit Rucksack rum, aber das habe ich zu "Backpack Inferno"-Zeiten auch nicht gemacht. (Lacht) Aber ich komme halt einfach aus dieser Generation, wir sind damals eben mit Rucksack auf die Jams gefahren. Deswegen kann ich ja auch gar nichts anderes sein als dieser Backpacker. Leute, die dagegen auf der Straße angefangen haben zu rappen, werden immer diesen Straßenhintergrund haben. Bei mir ist es auch so: Wenn ich unterwegs bin, freestyle ich ja immer noch.

Wie bereits erwähnt, bist du Ende letzten Jahres von Hamburg nach Berlin gezogen. Was hat dich zu diesem Schritt bewegt?

Die Beweggründe waren hauptsächlich beruflich. Ich bin schon die zweite Jahreshälfte 2011 die ganze Zeit zwischen Hamburg und Berlin hin- und hergependelt und hab' die Stadt dadurch besser kennen gelernt. Für mich war das einfach eine der letzten spannenden Städte in Deutschland. Ich hätte nicht gewusst, wo ich sonst noch hingehen könnte.

Hamburg finde ich natürlich immer noch super. Aber da war ich eben immer in meinem gewohnten Umfeld, es wurde irgendwann zu gemütlich. Und ich wollte einfach einen Schritt weitergehen, um auch mit der Musik weiterzukommen. Wenn man sich selbst verändern will, finde ich es besser, das gewohnte Umfeld zu verlassen, um auch noch einmal ein bisschen herausgefordert zu werden. Um einen Schritt nach vorne zu machen, muss man die Orte und Menschen, die einem eigentlich am Herzen liegen, nun mal oft hinter sich lassen.

Fällt es dir jetzt, nachdem du deinen Erzieher-Job aufgegeben hast, leicht, allein von der Musik zu leben?

Ich musste mich eben irgendwann entscheiden. Auch aufgrund der Tatsache, dass ich so viel auf Tour war und deshalb auch unter der Woche Termine hatte. Ich hatte eine sehr coole Chefin und coole Kollegen, die das bis zu einem gewissen Grad alles mitgemacht haben. Aber irgendwann hatte ich die Möglichkeit, auch mit Rap genug Geld zu verdienen.

Du bist derzeit als Kool Savas-Backup unterwegs. Ist das eine Übergangslösung oder machst du da noch eine Weile weiter?

Das liegt eigentlich an Savas. Solange er es mit mir aushält, bin ich am Start. (Lacht) Das hat ja nach der "Liga"-Tour im Frühjahr angefangen. Da bin ich quasi dazugestoßen. Wir haben jetzt den ganzen Festivalsommer durchgespielt und das war sehr, sehr schön. Ende des Jahres gehen wir noch auf "Warum Rappst Du?"-Tour.

Da hast du dann quasi zwei Livesets pro Abend?

Richtig, genau. Ich werde am Abend zuerst meine Soloset spielen und danach Savas backen. Ich bin so lange dabei, wie die Jungs mich brauchen.

Ist es dir leicht gefallen, wieder ins zweite Glied zu rücken?

Wenn ich mit Savas zusammenarbeite, ist ohnehin ganz klar, dass ich das zweite Glied bin. Da muss man gar nicht groß rumdiskutieren. Savas macht das einfach schon seit zehn Jahren auf einem Level, auf dem ich heutzutage immer noch nicht bin. Aber ich habe mich auch nie als fünftes Rad am Wagen gesehen. Denn für mich ist es auch cool, auf diese großen Bühnen zu gehen und auch Leute für mich abzuholen. Ich spiele ja dann auch Solosongs und freestyle manchmal. Außerdem macht es großen Spaß, ihn zu backen, denn er ist nun mal einer der besten Rapper Deutschlands. Es ist einfach geil.

"Kollegah ist auch musikalisch nicht mein Fall"


Wenn du heute auf die Geschichte mit Kollegah zurückschaust, bereust du dann etwas?

Mmmh, nö. Definitiv nicht. Viele Leute denken ja immer, ich hätte das gestartet, um mich daran irgendwie hochzuziehen. Dabei hatte er mich schon eineinhalb Jahre immer wieder in Interviews erwähnt. An einem gewissen Punkt habe ich dann gesagt: Ey, pass auf, so geht das nicht mehr. Du kannst reden, über wen du willst, aber wenn du über mich redest, kommt halt ein Echo zurück.

Dann hab' ich gesagt, was ich zu sagen hatte, und das bereu' ich auf keinen Fall. Ich habe einfach Stellung bezogen und meine Position klargemacht. Ich denke, viele Leute haben das auch verstanden, gefeiert und sich unterhalten gefühlt. Für sie war es ja auch cool, das alles zu verfolgen.

Ich finde so etwas immer geil. Es ist ja auch nie unter die Gürtellinie gegangen und hat sich auch nicht weg von der Musik, hin zur Gewalt entwickelt. Ich hab' ihn dieses Jahr auf dem Splash! getroffen, wir haben uns die Hand gegeben, man hat gelacht, ich folg' ihm jetzt bei Twitter. Es ist alles gut.

[Knapp zwei Wochen nach Aufzeichnung des Interviews ändern sich die Vorzeichen völlig überraschend. Kollegah und Farid Bang besuchen - in Begleitung von "zehn Stiernacken", so Laas Unltd. - die erste "Im Herzen Kind"-Show in Oberhausen, um sich ein wenig über das kleine Publikum und den Protagonisten selbst lustig zu machen.

Laas kommentiert die Angelegenheit einige Tage später in einem ausführlichen Facebook-Post. "Was wir hier machen, nennt sich Hip Hop und das lasse ich weder verarschen noch schlecht machen. Weder heute, noch in 15 Jahren. Und aus diesem Grund werde ich auch auf diesen 'Move' zu gegebener Zeit reagieren."]

Warst du enttäuscht, dass es nicht zum von dir herausgeforderten Battle auf der Splash!-Hauptbühne kam?

Wenn ich ganz ehrlich bin: Ich wusste ja schon vorher, dass der das niemals zusagen wird. Daher war ich nicht wirklich enttäuscht, das war für mich einfach ganz klar. Ich fands aber trotzdem geil, ihn herauszufordern. Weil das wieder dahin zurückführt, wo ich herkomme. Auf dieser Backpacker-Schiene haben wir das so gemacht. Das wollte ich einfach noch einmal aufleben lassen.

Wie stehst du heute allgemein zum Thema Beef? Wärst du dafür noch motiviert?

Ich werde ja auch sonst hier und da von irgendwelchen Rappern gedisst oder eben in Interviews erwähnt. Grundsätzlich nehme ich das aber nie persönlich, weil die Leute ja nicht mich als Person dissen. Sie kennen mich schließlich gar nicht, sondern dissen diesen Laas Unltd.-Rap-Character. Daher berührt mich das nie persönlich und ich könnte mich da niemals drüber ärgern.

Ich finde, es gehört zum Rap - zumindest zu dem, wo ich herkomme - einfach dazu. Es geht im Rap um Personenkult. Und darum, dicke Welle zu machen und zu sagen: Ich bin der Beste. Das hab' ich ja auch oft genug gemacht. (Lacht) Daher kann ich das keinem anderen übel nehmen. Wie gesagt, ich sehe das sehr sportlich. Wenn mich einer disst und ich Lust hab', zurückzudissen, dann mach' ich das bestimmt.

Jetzt gerade bin ich einfach in einem Film, in den das nicht so gepasst hätte. Auf der Platte habe ich ja auch niemanden gedisst. Aber ich habe eh nie auf einem Album gedisst. Das war eigentlich nie mein Ding. Ich habe ja nur einmal zurückgeschlagen, nachdem ich beleidigt wurde. Ich war nie dieser Diss-Rapper. Und auf einem Album wie "Im Herzen Kind" hat so was, finde ich, auch nichts verloren.

Aber ich verurteile das überhaupt nicht. Ich find's cool, es entertaint mich. Ich würde mich beispielsweise freuen, wenn ich heute auf irgend eine Website lesen könnte: Der hat gerade 'nen Disstrack gegen den gemacht und der hat jetzt geantwortet. Dann würde ich hier stehen, mir die Sachen anhören und es feiern. Aber jetzt selber wieder in einen Beef involviert zu sein ... das ist auch immer anstrengend. (Lacht)

Deutschrap erlebt derzeit eine extrem gute Zeit. Welche Künstler oder Lager feierst du, mit welchen kannst du weniger anfangen?

Wenn ich mir das überlege, sind das immer die Leute, mit denen ich mich eh umgebe und mit denen ich auch schon zusammengearbeitet habe. Von Harris über Sido, Savas, Olli Banjo bis zu Franky Kubrick. Das sind auf jeden Fall immer noch Sachen, die ich sehr, sehr feier'. Auch das neue Orsons-Album hab' ich gestern gehört.

Womit ich nicht so viel anfangen kann, kann man sich ja jetzt wahrscheinlich denken. (Lacht) Kollegah ist musikalisch zum Beispiel nicht so meine Welt. Das liegt nicht mal daran, dass er eher auf Gangster macht, sondern einfach an der Musik, an den Beats. Angeber-Rap mag ich grundsätzlich schon, ich höre schließlich sehr viel Ami-Rap. Aber das alles ist irgendwie nicht so mein Fall.

Aber ich will das auch nicht schlecht reden. Ich kann verstehen, wenn Leute das feiern. Die sollen ihr Ding machen und ich wünsche ihnen viel Erfolg. Aber meins ist es nicht. Ansonsten feier' ich, glaube ich, mehr Sachen als die Leute erwarten. Ich könnte mir vorstellen, dass Casper ein paar Tracks hat, die mir gefallen. Ich mach' mich da echt locker, ich bin nun mal Musik-Fan. Natürlich bin ich in erster Linie Rap-Fan. Aber ich stehe auch generell auf gute Musik, die Emotion rüberbringt. Und da pick' ich mir was raus.

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