laut.de-Kritik

Die Quintessenz aus Härte und Melodie.

Review von

Langsam wirds richtig unheimlich. Während die meisten anderen Bands auf ihre alten Tage immer relaxter und nicht selten auch uninspirierter musizieren, drehen Kreator einfach noch mal richtig auf. War "Violent Revolution" vor drei Jahren noch eine Rückbesinnung auf alte Werte, ist "Enemy Of God" quasi die Quintessenz aus erhoffter Härte und wiederentdeckter Melodie.

Härte gibt es gleich mit dem Opener und Titeltrack "Enemy Of God" zur Genüge auf die Ohren. Einmal mehr beweisen die Essener, dass sie zu den wenigen Bands gehören, die man schon nach den ersten Riffs am Sound erkennt. Ähnliches gilt für die an Slayer erinnernden Soli von Mille bzw. die deutlich melodischeren Passagen Samis.

Eine Spur langsamer, aber mit nicht weniger Feuer bahnt sich die Videosingle "Impossible Brutality" ihren Weg durch die Gehörgänge und macht genau wie das stinkwütende "Suicide Terrorist" oder das oldschoolige "World Anarchy" keine Gefangenen. Man merkt der Band deutlich an, wie sehr sie in den vergangenen Jahren durch permanentes Touren zu einer wirklichen Einheit geworden ist. Zwar gibt Mille nach wie vor den Kurs an, doch ausgearbeitet werden die Songs gemeinsam.

Doch es gibt auch kleinere Überraschungen auf "Enemy Of God". So kommt das ruhige Zwischenspiel in "World Anarchy" recht unerwartet, die Strophe vom überragenden "Dystopia" erinnert beinahe schon an Fear Factory, und auch die sehr stimmungsvolle Einleitung und Melodielinie von "Voices Of The Dead" hat man so seit "Endorama" nicht mehr gehört. Für Fans dieser Scheibe ist auch das epische "The Ancient Plague" ein wahrer Leckerbissen.

Auch wenn "When Death Takes It's Domain" und "Dying Race Apocalypse" nur gute Thrasher sind, dürfte vor allem "One Evil Comes - A Million Follow" live für einige gereckte Fäuste und mitgeshoutete Strophen sorgen. Mit "Enemy Of God" beweisen Kreator ein für allemal, dass sie den goldenen Mittelweg zwischen "Endorama" und "Violent Revolution" gefunden haben. Dass Andy Sneap einen mörderischen Sound hinter die Kompositionen packen würde, war von Anfang an klar.

Der Limited Edition liegt eine Bonus-DVD bei, die nicht nur das Video zu "Impossible Brutality" enthält (das auch auf der regulären CD zu sehen ist), sondern auch ein Making Of sowie die Aufnahmen zur CD mit ein paar Kommentaren Milles, die zwar auf englisch sind und stellenweise etwas unbeholfen, aber authentisch wirken. Hinzu kommen noch die beiden Liveclips "Violent Revolution" und "Phobia".

Trackliste

CD

  1. 1. Enemy Of God
  2. 2. Impossible Brutality
  3. 3. Suicide Terrorist
  4. 4. World Anarchy
  5. 5. Dystopia
  6. 6. Voices Of The Dead
  7. 7. Murder Fantasies
  8. 8. When Death Takes It's Domain
  9. 9. One Evil Comes - A Million Follow
  10. 10. Dying Race Apocalypse
  11. 11. Under A Total Blackened Sky
  12. 12. The Ancient Plague

Bonus DVD

  1. 1. Impossible Brutality (Video)
  2. 2. Making Of...Impossible Brutality - Videoclip
  3. 3. Making Of...Enemy Of God
  4. 4. Violent Revolution - Liveclip
  5. 5. Phobia - Liveclip

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