laut.de-Kritik

Germanys Next Mötley Crüe-Klone.

Review von

Mussten sich die fünf Schwaben von Kissin' Dynamite noch vor vier Jahren mit Tokio Hotel-Vergleichen rumplagen, haben die Jungs um Sänger Johannes Braun mittlerweile Szene-Größen wie Udo Dirkschneider und die komplette Axxis-Gang hinter sich. Vor allem der Ex-Accept-Shouter lässt keine Gelegenheit ungenutzt, um auf die musikalischen Fähigkeiten des Sleaze-Metal-Quinttett hinzuweisen.

Was den alternden High Voltage-Veteran besonders fasziniere, sei die unbekümmerte Art der Jungs und das Gespür für großartige Melodien. Das mit der Unbekümmertheit kann man vorbehaltlos unterschreiben, denn mit ihrer extrovertierten Huldigung eines Genres, das vor 25 Jahren seine Glanzzeiten feierte, wandeln die Jungs definitiv auf Pfaden fernab von gängigen Sparten, in denen aufstrebende junge Talente sich heutzutage normalerweise tummeln.

Mit ihrem mittlerweile dritten Output "Money, Sex & Power" rücken die Reutlinger auch nicht ab von ihrem Weg, sondern buddeln stattdessen noch tiefer im Sleaze-Genre, als sie es bereits schon auf den beiden Vorgängerwerken getan haben. Mit ordentlich Haarspray im Gepäck, nackten Oberkörpern und knallengen Leder-Leggings geht es auf dem eröffnenden Titeltrack auch gleich breitbeinig in die Vollen.

Das Schlagzeug pumpt, die Klampfen quietschen und die Röhre von Sänger Johannes beeindruckt mit füllendem Ausdruck. Das hat wahrlich Hand und Fuß, und wirkt vor allem vor dem Hintergrund, dass sich die fünf noch nicht allzu lange als Twens bezeichnen dürfen, erstaunlich stabil und gefestigt.

"I Will Be King" hält die Rock'n'Roll-Party am Laufen, ehe das stampfende "Operation Supernova" die beiden durchaus gelungenen Einsteiger bei den Lenden packt und mit monströsem Refrain an die Wand klatscht. Die beiden Fäuste-Schwinger "Sex Is War" und "Club 27" beenden die erste Hälfte des Albums, bevor das schleppende "Dinosaurs Are Still Alive" und der eher unspektakuläre Midtempo-Rocker "She's A Killer" den Schlussspurt einläuten.

Dieser erweist sich allerdings als weitaus weniger aufgedrängt und erfrischend als der Großteil der ersten Hälfte auf "Money, Sex & Power". Die Strukturen gleichen sich doch allzu sehr. Besonders die Rhythmus-Fraktion bekleckert sich nicht gerade mit Vielseitigkeits-Ruhm, und leider verläuft auch die Suche nach einem ähnlich nachhaltigen Refrain wie auf "Operation Supernova" weitgehend im Sande.

Irgendwann stößt dann auch noch das Organ von Johannes an seine Grenzen und fährt sich in hohen Sphären à la Dickinson oder Kiske und mit zunehmender Dauer angestrengt und leicht aufgesetzt wirkenden Tieftönen ein wenig fest. So bleibt es am Ende bei anerkennendem Nicken. Für hysterisches Schulterklopfen fehlt es dem Gesamtpaket noch etwas an Konstanz.

Die Gradlinigkeit ihres Auftretens und die "uns-doch-egal-was-ihr-über-uns-denkt-Attitüde" in Ehren, aber um hierzulande einen zweiten Mötley Crüe-Frühling ins Leben zu rufen, bedarf es schon noch ein bisschen mehr, als zwei, drei High Class-Perlen, einen Kasten Jack Daniels aus dem Real-Markt und einer "Vince Neil-80er-Gedächtnis-Garderobe".

Trackliste

  1. 1. Money, Sex & Power
  2. 2. I Will Be King
  3. 3. Operation Supernova
  4. 4. Sex Is War
  5. 5. Club 27
  6. 6. Dinosaurs Are Still Alive
  7. 7. She's A Killer
  8. 8. Sleaze Deluxe
  9. 9. Ego-Shooter
  10. 10. Six Feet Under

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2 Kommentare

  • Vor 9 Jahren

    Drei Punkte für derart belanglose Poser-Scheiße?

  • Vor 9 Jahren

    na na na wer wird den gleich intolerant werden es soll auch leute geben die nicht auf black gothig volk oder death metal stehen. sogenante posermetaller oder powermetaller. und die jungs sind nicht gerade ungefragt was dei meist ausverkauften hallen beweisen. sicher maqg es sich für den einen oder anderen anhören wie eunuchenmetal wie mein kummpel sagen würde aber jedem das seine und jeder hat nen anderen geschmack ich nen ja auch nicht amon amath grunzmetal scheiß oder black messia rülpsmetal scheiß. kritik ist ok aber bitte schlich wenns nicht deinem musikgeschmak entspricht ok aber die jungs verdienen nicht umsonst damit ihr geld auch wenn dieses album sicherlich nicht ihr bestes is.