Die musikalische Leistung der Kinderzimmer Productions besteht auf "Todesverachtung To Go" aus missbräuchlich übersteigertem Einsatz selten wohlklingender und meist ziemlich stumpfer Samples. Nachdem sich die Crew darin schon in den 90ern bis zum Umfallen erging, hätten sie sich das Comeback sparen …

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  • Vor einem Jahr

    Unglaublich. - in einem regressiven Genre wie dem deutschen Rap, in dem die meisten Texter es fertig bringen über Jahre und (zu viele) Alben hinweg in faulen Variationen jedes mal die selben Sachen zu sagen und dabei erstaunlich wenig Entwicklung in der Größe ihres Wortschatzes und in den unhaltbaren Vorstellungen vom Leben zeigen..
    da ist der - es stimmt - routinierte Jargon auf 'Todesvernichtung to Go' über plumpe Kritik nicht nur erhaben, sondern auch bitter nötig.

    Um im selben Tonfall mal daneben zu halten:
    Deutscher Rap behauptet flächendeckend es würde Geräusche machen wenn man abgehört wird. Erfinden Success-stories von Jungs die allein mit Weed Millionen verdienen. Wer hat nicht so einen im Umfeld? Kennt man ja. Bei 500-700€ Gewinn fürs Kilo braucht es ja nur 1,5+ Tonnen. Sie erzählen von ihrer Sitzheizung, ihren Felgen, ein paar Straßennamen fallen als Reviermarken. Straßen durch die sie den ganzen Tag im Kreis fahren, weil sie nicht wissen wohin mit sich. Und suchen verzweifelt nach neuen Wendungen für "Wenn ich ans mic step' ... du tot/MCs tot/geben auf.. brennt.. rennt..platzt" - irgendwas mit harter Kindheit (möglichst vage) erwähnen.. und die Alkis und Junkies und 'ihre Jungs'. Also eigentlich vom Park oder vor der Haustür chillen mit Verwandten und Freunden. Am Ende stehen 100+ Platten einander gegenüber auf denen jeder von seinem unsichtbaren Feind behauptet, er habe eh keine Chance.. um ihn im nächsten oder übernächsten Song wieder antreten und verlieren zu lassen. z.B. mit den Worten: du hast verloren.
    Lila Scheine. Lila Himmel. Lila Eichel. Lila Gesicht von (hoffentlich fiktivem) Opfer.

    Die Samples sind natürlich 'geklaut' - außer es steht eine große Plattenfirma dahinter. - Da keine Quellen zu nennen oder Tantiemen zu zahlen ist in den Turntables von Tag 1 so gewesen. Die DJs/Produzenten waren meist bettelarm und waren extremer Diskriminierung ausgesetzt: man arbeitete mit dem was zur Verfügung stand. Jazz- und Funkplaten gab es ohne Ende (z.B. im Wohnzimmer von den Eltern). Diese Praktik hat in die Musikproduktion aller elektronischen Genres gewirkt und zur Entwicklung von Samplern und Sample-Playern geführt - Bereits im Vorfeld wurde ähnlich in der 'Neuen Musik' mit Tonband samples und Tape-Loops gearbeitet.
    Nur ein Bruchteil aller Drumsounds die wir in Techno, House, EDM und Pop hören sind mittlerweile selbst aufgenommen oder über elektr. Synthese selbst produziert.
    Zurück: Ein Sample von Billie Holiday zu nehmen, meint genau an diese Geschichte anzuknüpfen. Billie Holiday Platten hatte damals fast jeder zuhause, der sich am Turntable versucht hat.
    Zahllos genutzt worden für opener, bridges, closer.. auf Tracks, im Block, im Club.

    Es ist etwas befremdlich wenn auf einer der größten Musikplattformen im Netz der Rezensent das Geburtsmoment von HipHop über 30 Jahre später als 'Betrug' für ein HipHop Album diesen Jahres glaubt zu entlarven.
    Als "Musik-Liebhaber" kann man sich auch zählen, wenn man vordergründig Rock und Klassik verfolgt. Oder Volksmusik.

    - "im Fernlicht (..) Wesen Zweiter Ordnung".. bezieht sich auf Niklas Luhmann und nimmt natürlich gleichsam die behauptete übernatürliche Figur, die Battle-Rapper darzustellen versuchen (Untergrund aber berühmt, reich aber im harten struggle ums überleben, keine Gefühle, aber immer enttäuscht und wütend, unbesiegbar aber von Leben/Gott/Schicksal ständigen Prüfungen unterzogen).. - Herkules musste Prüfungen durchstehen um als Halb-Gott anerkannt zu werden. Im Informationszeitalter ist aber nicht die Tatsache (Beob. 1. Ord.) sondern die Qualität der Behauptung (Beob. 2. Ord.) ausschlaggebend. Durch die Formalisierung des Gangsters am Mic, ist es gelungen auch ohne Schießereien und Bandenkriege in Musikstudios.. ein 'Einhorn' zu etablieren.
    Wer die richtigen Knöpfe in Musik und Videos bedient, kann auf eine Karriere hoffen in der er pausenlos Schwachsinn reden kann und damit Geld, Anerkennung und den erhofften Klassenaufstieg zu verdienen.
    Das sind Kulturphänomene, von Kulturindustrie erkannt und überformt. Einhörner irgendwo bei Dortmund.

    Die Philosophie beginnt mit der Frage nach der Wirklichkeit.
    Sein. "Ein Blick (...) selbstverliebt" - Rapper haben meist zwei Namen. Einen bürgerlichen und einen "stage-name".
    Die lustigsten/unlustigsten darunter sind die, die o.g. "Kunstfigur" die sie darstellen sollen, lieber sein würden, als sie selbst. Für sone reicht tatsächlich der Name als Beweis. Kein Ali, kein Horst. Einige der Kollegen verwenden nicht unerheblich viel Zeit darauf ihren Künstlernamen in beinahe jedem Track mehrmals unterzubringen.

    "ich lasse dich ausreden, bis alle deine Ausreden alle sind" (witzig) "ich reagiere dann, wenn alles stimmt" (wenn farce/spektakel abgespielt sind, bleibt was ohnehin bereits ist.)

    "steck dir ein richtiges Leben in dein falsches."
    T.W. Adorno - Minima Moralia; 2600 Jahre anhaltender Diaspora endet beinahe mit Auslöschung durch d. Fasch. . im Exil zeigt sich, dass die eigene Vorstellung des 'Richtigen' nicht im Falschen wirklich werden kann. Man kann sich entweder kompromittieren oder ist gezwungen das Richtige in sich dem herrschenden/faktischen Falschen entgegen zu halten.
    Der Ausspruch lässt sich ohne seinen Kontext sehr gut übertragen und ist eine Redensart geworden. - Insbesondere in Kunst und Literatur führen viele diesen Konflikt ihre ganze Karriere lang. - viele andere fühlen sich von der Frage bedroht, sofern sie sich mit den Mechanismen von Gesellschaft/Kultur/Markt identifizieren. Insbesondere in der Religion lässt sich hist. gut ablesen, wie schwer es war auch nur den persönlichen Zweifel neben dem Gebot der Gewissheit akzeptieren zu können.

    - schlußendlich: Hip Hop (sowie alle Genres die keine akustische Instrumentierung brauchen) wurde und wird von vielen Künstlern in Heimstudios produziert und aufgenommen.
    Bei Major Labels gibt es die Mittel allen Output an teure Mastering-Studios zu geben. Und oft gehts doch noch mal ins Studio um schwierige Stellen nochmal einzusingen/rappen.

    Wer bei kleinen Labels signed, hat mit engen Budgets auszukommen. Falls Vinyl geplant ist, muss dafür auch oft lange im Vorfeld ein Termin festgelegt werden. Die Presswerke sind ausgebucht und kleine Aufträge sind unrentabler, aber nicht viel weniger Arbeitsaufwändig, soweit ich weiß.

    Herbert Grönemeyer betreut weniger als 20 Artists im festen Roaster von Grönland. Rap ist so gut wie nicht vertreten - man müsste Fragen, aber: Mastering muss das Label zahlen. Die Quali deckt sich mit dem Konzept (und dem Namen) und am End war vl.t auch nicht mehr Vorschuß drin als Platten, CDs und Online-Werbung zu schalten.

    Remastered issue in the future? Always an option and a fine reason for a repress of sold-out Vinyl.

    - für das Brauchs weder Musiker noch Geisteswissenschaftler zu sein. Ein bisschen Ahnung sollte man aber schon mitbringen, wenn man das Bedürfnis hat so einen Verriss zu schreiben. Das Internet ist kein flüchtiges Stammtischtreffen und laut.de kein privater Musikblog.
    Pfui.

  • Vor einem Jahr

    Diese Kritik ist das Dümmste, was ich seit längerer Zeit an Plattenkritiken gelesen habe. Geh heim, kleiner Mann und hör' dir weiter GZUZ an! PS: @Johann Asbjoernson: WOOOOORD!