laut.de-Kritik

Das Resultat einer konsequenten Entwicklung.

Review von

Lässig sitzt er da, Olufemi Sanyaolu aka Keziah Jones. Hut auf und in einen stylischen Mantel gehüllt hat er es sich auf einer Box bequem gemacht.

Das Bild, das einem das Cover bietet, darf getrost sinnbildlich für Jones' neues Werk herhalten. Mit einer lockeren Dandy-Attitüde bannt er geschmeidiges Liedgut auf den Silberling. Das gibt sich verspielter und melodiöser denn je. Der rattenscharfe Funk tritt zugunsten fein ziselierter Melodielinien weiter in den Hintergrund. Nur ab und an taucht sachte noch der krachende Anschlag auf der Gitarre auf, der ihn einst bekannt gemacht hat.

Damit führt er jedoch nur die Entwicklung, die mit "Black Orpheus" eine neue Richtung einschlug, konsequent fort. Soul und gospelhafte Background-Gesänge unisono mit Keziahs Kopfstimme treten aus dem Schatten der rhythmischen Funk-Vorherrschaft und dominieren "Nigerian Wood" weitgehend.

Man ist zunächst geneigt, ihm das negativ auszulegen, was aber nur den ersten Eindruck widergibt, denn je öfter die Scheibe durch den Player rotiert, desto sympathischer erscheinen die vertrackten und ausgeklügelten Momente. Das jazzig anmutende "African Android" zum Beispiel lässt dank der hin und her schwirrenden Hintergrundgesänge, larmoyanter Bläsersätze und abgefahrenen Melodie-Einfälle dezente Erinnerungen an Frank Zappa aufleben. Keineswegs konstruiert und gestelzt, sondern eher organisch klingen Verschrobenheiten dieser Art.

Auch wenn der dicke Arm nicht mehr bedingungslos am Bluefunk festhält, die Kompositionen haben es dennoch in sich. Ruhiger zwar, aber mit einem offen groovigen Drive versehen, heftet Keziah mit offenherziger Lässigkeit alles unter Schrott ab, was sich so unter dem Banner des Souls in der Musiklandschaft herum treibt.

Trackliste

  1. 1. Nigerian Wood
  2. 2. African Android
  3. 3. My Kinda Girl
  4. 4. Long Distance Love
  5. 5. Beautifulblackbutterfly
  6. 6. Pimpin'
  7. 7. Lagos / New York
  8. 8. 1973 (Jockers Reparations)
  9. 9. Unintended Consequences
  10. 10. Blue Is The Mind
  11. 11. In Love Forever
  12. 12. My Brother

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Olufemi Sanyaolu kommt am 10. Januar 1968 in der Nigerianischen Hauptstadt Lagos zur Welt. Keziah - wie er sich später nennt - ist der Sohn eines …

1 Kommentar

  • Vor 9 Jahren

    :illum: :illum: :smokool:
    Dazu kann ich nicht mehr viel an eigenen oder anderen Erkenntnissen beitragen, Du hast alles schön zusammengetragen, was dieses Album an tollen Sounds und Soul in sich trägt.
    Ein Ohrenschmaus, der sich bei mir sogar noch auf ***** hochschrauben könnte.
    Insbesondere auch wegen der Bonus-CD, die in ihrem "Reduce To The Max" noch ein paar schöne Akzente setzt.