laut.de-Kritik

Hochgepushtes MTV-Produkt mit Mut zur Hässlichkeit.

Review von

Kennen die Kids von heute noch Debbie Harry oder Suzi Quattro? Eher nicht. Den Begriff New Wave? Mitnichten. Doch auf genau jenen Säulen fußt der Style von Kelly Osbourne. Die Tochter von Metal-Papst Ozzy kombiniert auf ihrem Debüt einen hochwertigen Schmuddellook mit dem recht interessanten Musik-Mix aus Blondie- und Blink 182-Einflüssen. Den Vorwurf, nur ein hochgepushtes MTV-Produkt zu sein, kann sie jedoch trotz guter Ansätze nicht ganz entkräften.

So dominiert auf "Shut Up" jener punkige New Wave-Rock, der bereits die Singles "Papa Don't Preach" und "Shut Up" kennzeichnete. Neben den beiden Hits stellen sicher der energische Opener "Disconnected", das mit einem schönen Refrain unterlegte "Come Dig Me Out" sowie das interessant aufgebaute "On Your Own" die Höhepunkte der Platte dar.

Die anderen Tracks wissen ebenfalls in punkto professioneller Instrumentierung und Gesang zu gefallen. Ob mit starken Pop-Anleihen ("Right There"), tief verwurzelt im Rock'n'Roll ("Coolhead") oder groovend im Midtempo-Takt ("Too Much Of You"), Kellys Stimme behauptet sich für ihre erst 18 Lenze wider Erwarten gut gegen die harten Gitarrenriffs und Drumrhythmen.

Leider gilt auch fürs Osbourne-Nesthäkchen die Phrase, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. In ihrem Fall bleibt aber ein fader Beigeschmack, denn auf Grund belangloser Boygroup-Texte und der mageren, nach MTV-Airplay gierenden Ballade "More Than Life Itself" kommen die Gerüchte vom künstlich kreierten Pop-Produkt nicht zum Verstummen. Da wurde eine große Chance vorerst vertan.

Trotzdem ist Kelly Osbourne ein Lichtblick am Ende des uniformierten Einheits-Tunnels der US-Edel-Punks um Blink 182, Sum 41 und K(l)on-sorten. Mit dem Motto "Mehr Mut zur Hässlichkeit" an den Start zu gehen und so auch noch große Erfolge zu feiern, verdient äußersten Respekt. Dass die verwöhnte Soap-Göre damit durch sämtliche Bohlen-Superstar-Raster geplumpst wäre wie ein nasser Sack, gilt hier auf jeden Fall als Kompliment.

Trackliste

  1. 1. Disconnected
  2. 2. Come Dig Me Out
  3. 3. Contradiction
  4. 4. Coolhead
  5. 5. Right Here
  6. 6. Shut Up
  7. 7. On The Run
  8. 8. On Your Own
  9. 9. Too Much Of You
  10. 10. Everything's Alright
  11. 11. More Than Life Itself
  12. 12. Papa Don't Preach

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