laut.de-Kritik

Abschied von den pickeligen Jugendsünden.

Review von

Drei Jahre mussten Millionen von Fans weltweit auf ein neues Album warten. "Prism" soll nun den Hunger stillen. Zumindest hat "Roar" einen ganz passablen Eindruck hinterlassen, trotz des eigenartigen Videoclips, der an kitschiger Stehauf-Männlein-Attitüde wohl kaum zu übertreffen ist.

Offenbar will sich Katy langsam von Songs wie "Teenage Dream", "Friday Night" und anderen pickeligen Jugendsünden befreien. An "Legendary Lovers" klebt dennoch das letzte Restchen verträumter Sternenstaub à la "E.T.".

"Birthday" markiert aber, seiner abgeschmackten Schmuddellyrik zum Trotz, den ersten Schritt in die richtige Richtung. Auch "Walking On Air" mit seinen House-Anklängen besitzt durchaus Potenzial. Von der knatschig bunten Katy Perry hätten wohl die meisten doch etwas anderes erwartet. Aber schon das Cover-Artwork verweist nicht mehr auf nackte Haut oder aufreizende Posen. Passend dazu klingen die herzzerreißenden Tracks wie "Unconditionally" oder "This Moment".

In den Grundton, der zwischen Tanzmucke und sanften Tracks hin- und herwankt, findet sich mit "Dark Horse" sogar ein Stückchen Hip Hop. Doch obwohl Juicy J sich bemüht, steht nach dreieinhalb Minuten eindeutig fest: Katy Perry sollte das Rappen lieber anderen überlassen. Zeilen der Sorte "Yo, shout out to all you kids buying bottle service with your rent money, respect!", wie im nachfolgenden Track, sprechen für sich.

Trotz dieser leicht verunglückten Form poppigen Sprechgesangs wie in "This Is How We Do", wagt Katy damit einen geschickten Schlenker in Richtung "California Gurls" und fügt sich somit in die bewährten Schablonen ein. Auch "International Smile" springt zurück ins gute alte Perry-Muster. Nicht schlecht, aber auch nicht wirklich umwerfend.

Textlich thematisiert Perry in "Ghost" und "Love Me" ihre persönliche Entwicklung. Die Frage, ob eine neue Liebe auch neue Mucke hervor bringe, beantwortet sie in "Spiritual", das zusammen mit Lover und Musiker John Mayer entstand. Sie preist seine persönlichen Qualitäten ganz charmant: "You make me bloom like a flower at desert road." Mit "Double Rainbow" nimmt die Romantik im weiteren Verlauf von "Prism" ebenfalls Fahrt auf.

Langes Album, kurzer Sinn: Während die erste Hälfte Spaß macht, fällt das Stimmungsbarometer im zweiten Teil gegen Null. Das Übermaß an Balladen überzeugt nämlich nicht wirklich.

Trackliste

  1. 1. Roar
  2. 2. Legendary Lovers
  3. 3. Birthday
  4. 4. Walking On Air
  5. 5. Unconditionally
  6. 6. Dark Horse
  7. 7. This Is How We Do
  8. 8. International Smile
  9. 9. Ghost
  10. 10. Love Me
  11. 11. This Moment
  12. 12. Double Rainbow
  13. 13. By The Trace Of God
  14. 14. Spiritual
  15. 15. It Takes Two
  16. 16. Choose Your Battles

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17 Kommentare mit 19 Antworten

  • Vor 6 Jahren

    Klingt definitiv reifer als 'Teenage Dream', habs jetzt seit ner Woche auf Rotation bei mir und hab immernoch keine feste Meinung wie ichs finden soll.
    Songs gehen von sehr geil ('Dark Horse') zu gut ('By The Grace Of God') zu naaaja ('Walking On Air').
    Bei 'Teenage Dream' hats bei mir auch gedauert bis ichs als Album wirklich gern moche, ich glaub ich wart mal nochn bisschen villeicht hat sichs dann bei mir auch eingespielt. :)

  • Vor 6 Jahren

    Dieser Kommentar wurde vor 6 Jahren durch den Autor entfernt.

  • Vor 6 Jahren

    Das Album heisst "Prism".
    Der Song heisst "Birthday" und nicht "Happy Birthday".
    Das krisierte "Yo, shout out to all you kids ..." stammt aus dem Song "This Is How We Do" (welcher einen Satz später gelobt wird?).
    "You make me bloom like a flower" stammt aus dem Song "Hummingbird Hearbeat" vom letzten Album (!) und nicht aus "Spiritual".

    • Vor 6 Jahren

      ohman. album- und tracktitel hab ich geändert. das hätte mir auffallen müssen. danke.

    • Vor 6 Jahren

      Dankeschön. Möchte noch anfügen, dass die Review sonst im Grossen und Ganzen nicht schlecht geschrieben ist, will ja nicht nur rumnörgeln.

    • Vor 6 Jahren

      Die Amelie ist wahrscheinlich davon ausgegangen, dass sowieso niemand eine 3-Sterne Review zu Katy Perry liest. Ich, für meinen Teil, hab nur auf der Startseite gesehen, dass die Platte nicht komplett verrissen wurde und der Rezension damit vorsorglich das Prädikat "nicht unterhaltsam" aufgedrückt.

    • Vor 6 Jahren

      Wenn du dich amüsieren willst geh halt ins Kino. Rezensionen sollten den Inhalt korrekt behandeln und nicht nur die Verpackung bewerten.

  • Vor 6 Jahren

    Legendary Lovers, Roar und Dark Horse sind ganz nett, alles andere ist Müll, besonders Tracks 3-5.

  • Vor 6 Jahren

    Dieser Kommentar wurde vor 6 Jahren durch den Autor entfernt.

  • Vor 6 Jahren

    Katy Perry legt ihr altes Image ab und ist jetzt Erwachsen. Erstens ist sie das seit einigen Jahren und zweitens könnten alle diese Songs auch auf Teenage Dream Reloaded sein. Ich kann nicht nachvollziehen, warum diese Frau so gehypt wird, wo doch ihre Musik kein bisschen progressiv ist. Da traut sich sogar "Work Bitch" mehr. Immerhin nehmen sich die beiden Sängerinnen in der Nebenkategorie "singen" nicht viel. Schrecklich.
    Vielleicht liegt der Maßstab an Katy nicht so hoch und ein weiterer, und bedeutender "bums-bums-bums"-Firlefanz schon als künstlerische Weiterentwicklung gesehen.