6. August 2013

"2Step? Kenn ich gar nicht"

Interview geführt von

Mit Kraftwerk hat er die Welt erobert und die elektronische Musik mit erfunden. Und solo liefert er mit "Off The Record" gerade sein mit Abstand erfolgreichstes Album ab. Grund genug für ein Gespräch mit Karl Bartos.Am Telefon entpuppt sich Karl Bartos als zugänglicher, sympathischer und humorvoller Gesprächspartner. Neben den alten Weggefährten und der neuen Platte erläutert er das Wesen sowie den Zugang zur Musik, die Mechanismen des Showbiz und viele persönliche Hintergründe zu den aktuellen Songs.

Hallo Ulf, hier ist Karl Bartos. Ihr habt so 'ne schöne Berichterstattung gemacht auf laut.de, da möchte ich mich herzlich bedanken.

Das freut mich.

Und wie gehts jetzt weiter?

Ich hätte da noch ein paar Fragen. Zu deinem Album: Legt man die eigene Musik traditionell an, meckern die einen. Macht man was Trendiges, heißt es das sei Anbiederung an die Moderne. Wie hast Du Dich von solchem Druck befreit?

Gar nicht, ich muss den Druck halt aushalten. Aber wenn ich zum Beispiel die ganzen Kraftwerk-Titel, an denen ich mitgewirkt habe, live aufführe, dann sind die eben original. Dann ist es das Originalarrangement. Zum Beispiel ein Song auf "Mensch-Maschine" - "die Roboter" - oder so. Das führe ich original so auf. Und sehr oft höre ich hinterher in der Berichterstattung, die neuen Arrangements von Karl Bartos klängen sehr, als hätten sie sich an Two-Step angelehnt. Dabei mache ich seit 32 Jahren immer dasselbe, nur die Leute die darüber schreiben ändern sich. Two-Step? Ich kenn das gar nicht.

Auch mit der letzten Platte ist es im Grunde genommen genau das gleiche. Man referiert natürlich auf die Sachen, die man selber früher gemacht hat. Bei "Off The Record" hab ich das mal zum Thema gemacht und hab darüber geschrieben: das ist der Titel, der kommt daher. Aber im Grunde genommen mache ich das immer so. Das passiert dann im Unterbewusstsein. Aber man erzählt es niemandem. So arbeitet eigentlich jeder, der Musik komponiert. Es gibt Sachen, die auf die jetzigen Platte nicht drauf kommen. Die kommen dann auf die nächste. Eigentlich ist es ein permanenter Prozess der sogenannten Klangbiografie. Die Platte ist jetzt auch erfolgreich. Eigentlich meine erfolgreichste bisher, weil die Leute das gesagt bekommen was sie hören. Bei der weniger gut verkauften vorletzten Platte "Communication" wars eigentlich genau der gleiche Prozess. Nur hab ich das nicht so beschrieben.

Vielleicht ist es auch einfach der falsche Zeitpunkt zur VÖ, damals?

Ja, das war doof! Weil eben auch "Tour De France Soundtracks" von Kraftwerk gleichzeitig veröffentlicht wurde.

Damals gab es auch ein paar Vorwürfe in der Presse nach dem Motto: "Ach, das haben die doch extra gegeneinander gemacht".

Nein, um Himmels Willen! Keinerlei Absicht! Das kam damals durch Sony. Heutzutage würde ich das Release aus meiner Sicht einfach noch ein halbes Jahr verschieben. Aber das ging damals nicht mehr. Es wär geradezu Selbstmord gewesen, weil die ganzen redaktionellen Plätze bereits voll waren. Da müsste man ja schön blöd sein, wenn man das wissentlich zeitlich so einrichtet. Ganz im Gegenteil: Das war ein totales Unglück!

Aber dieses Mal wars eigentlich sehr, sehr gut und den Druck hab ich nicht so. Ich habe leider so das Gefühl, dass es bei mir und bei Kraftwerk aus Fansicht so ist wie im Fußball. Wer jetzt für Dortmund ist, der kann nicht für München sein.

Ich denke, ihr seid im Grunde ein wenig wie ungleiche Brüder. Aber wenn man den einen mag schließt das ja nicht aus, dass man den anderen auch mögen kann.

Größtenteils ist es dennoch leider so. Es gibt heutzutage die Möglichkeit für Leute, die mir nicht so sehr gewogen sind - z.B. bei der Zeit oder beim Spiegel Online - so 'nen kleinen Shitstorm oder ähnliches anzustoßen. Aber das ist eigentlich recht unwesentlich. Im Grunde genommen bin ich relativ zufrieden mit der Resonanz von der letzten Platte.

Ein Lied heißt "Instant Bayreuth". Das passt gut zum 200. Wagner Geburtstag. Muss man eigentlich das Werk des jeweiligen Künstlers Deiner Ansicht nach getrennt und unabhängig von dessen Biografie behandeln und auch betrachten oder nicht? Oder ist das von Fall zu Fall verschieden?

Beides! Es ist ja im Leben nicht alles Schwarz oder Weiß. Je älter man wird, desto mehr Grautöne kennt man. Eigentlich ist der Richard Wagner ja unglaublich belastet. Gleichzeitig hat er so tolle Musik gemacht. Und das gilt eben für ganz, ganz viele Künstler. Für mich wird immer interessanter zu wissen, wie so ein Künstlerleben denn abgelaufen ist. Und deshalb hab ich auch diesen Text geschrieben zu "Instant Bayreuth". Nimm doch einen Künstler wie z.B. Igor Strawinski. Der musste während des zweiten Weltkriegs immigrieren. Dann war er in der Schweiz und hatte überhaupt kein Geld mehr. Aber er wollte weiterarbeiten und musste auch Geld mit Aufführungen verdienen. Also hat er ein Werk geschrieben für ganz, ganz kleines Orchester, eigentlich fast ein Jazz-Ensemble - "Die Geschichte Vom Soldaten". Mit diesem kleinen Tournee-Ensemble ist er dann gereist und hat sein tägliches Leben finanziert. So ist eben vieles in der Kunst. Was Künstler machen, ist oft weniger charakterlich als von wirtschaftlichen Zwängen geprägt. Das ist die Tragik. Aber interessant ist auch, dass dabei hin und wieder relativ gute Sachen rauskommen. Deshalb: Man sollte den Künstler auch in seinen jeweiligen Lebensumständen sehen und dann von dort auf das Werk schließen. Und Richard Wagner, der war natürlich ein mieser Typ. (Fügt ironisch hinzu:) Aber wahrscheinlich war der auch sehr nett zu Kindern, also ich weiß nicht.

Dann hat er halt rumgeschleimt und hat sein Geld besorgt und so weiter. Aber man muss sich auch distanzieren. Es war halt auch teilweise langweilig, Wagner zu spielen in der Oper weil, die so endlos lang sind, die Dinger von dem. Fünf Stunden "Meistersänger Von Nürnberg". Das klebt nach fünf Stunden. Natürlich hat er auch eine Schraube locker gehabt.

Vielleicht sind viele Künstler aber auch deshalb so gut geworden, weil sie 'ne Schraube locker hatten

Klar, das Talent eines Künstlers hat ja auch immer einen Preis.
Viele gehen dann eben verblöden, oder sterben an Drogen oder so. Die Künstlerseele, der künstlerische Verstand, der tickt ja generell nicht mehr richtig. Man versucht immer als Künstler, selbst wenn man einigermaßen normal ist, den Zustand eines Kindes zu erreichen. So eine gewisse Sorglosigkeit des "auf dem Boden sitzen und mit Bauklötzen spielen". Wenn Du ständig an Deine Steuererklärung denkst oder daran, dass das Auto in die Garage muss. Oder Du musst im Garten 'nen Baum fällen, dann kommt nichts Gescheites dabei heraus. Man muss sich wirklich fallen lassen können. Und in diesem freien Fall passieren dann kreative Dinge.

Das ist interessant, dass Du den Künstler mit einem Kind vergleichst. Zu deiner neuen Platte meinte meine Frau - und das meint sie als Kompliment - Kraftwerk mit dir und Bartos solo klinge für sie wie unglaublich niedliche Musik.

K: (Irritiert) Niedlich?

Niedlich, ja. Sie ist der Ansicht, dass man die Melodien teilweise fast schon als kindlich bezeichnen kann, ohne dass sie kindisch wären. Was sagst Du zu der These?

Das ist ja das Geheimnis der Musik bzw am Klang generell. Jeder Mensch hört anders. Musik ist die abstrakteste Kunstform, die es gibt. Wenn man eine Melodie schreibt, weiß man nicht, was der Rezipient dabei empfinden wird, wie er sie interpretiert. Das hängt nun wieder auch mit dem persönlichen Leben, der persönlichen Klangbiografie, des Rezipienten zusammen. Normalerweise ist es so: Die Musik, mit der man in der Pubertät in Verbindung kommt, hat entscheidenden Einfluss. Das nimmt man natürlich für den Rest seines Lebens mit sich. Bei mir waren das nämlich die Beatles. Die einen flippen aus, wenn sie Walzer hören, die anderen beim Vier-Viertel-Takt. Noch andere im Balkangebiet, die flippen aus bei Fünf-Viertel-Takt, was weiß ich. (lacht) So ist eben jeder anders geprägt. Jeder hört die Musik subjektiv, wie er hört und nicht wie der Komponist komponiert.

"Die Begegnung mit dem Sensenmann verändert alles"


Interessant, dass du die Beatles erwähnst. Bist du also quasi der George Harrison der elektronischen Musik? Eigentlich sehr wichtig, nur in der Öffentlichkeit nicht ganz so wahrgenommen wie Hütter und V-2 Schneider?

Die Beatles sind vier Leute gewesen und George Martin hat auch einen entscheidenden Einfluss gehabt. George Harrison hingegen hat immer für sich komponiert. Während ich mit Ralf Hütter zusammen die meisten Sachen komponierte. Das ist noch was anderes. George Harrison hat ja nie 'nen Song zusammen mit Paul McCartney geschrieben. Er war eigentlich eher der kleine Bruder, der jüngste. Zu beneiden war der nicht. Gegen zwei so Jungs anzustinken wie Lennon und McCartney, ist schon sehr sehr schwer. Aber interessant ist in seiner Musikerkarriere, dass er während der ganzen zehn Jahre, oder wieviel Jahre die produktiv waren, immer besser wurde. Und zum Schluss hat er zwei Songs gehabt, "Something" und "Here Comes The Sun", und die sind einfach so saugut. Er ist natürlich älter geworden, hat gelernt und hat sich seinen Erfolg schwer erkämpft und erarbeitet.

Du hast die 60er Jahre auch in Deinem Booklet sehr hervorgehoben als eine Art Füllhorn der Kreativität. Michael Rother (Kraftwerk; Neu!) meinte neulich zu mir: "Im Gegensatz zu heute gab es damals überhaupt gar keinen Uniformzwang. Heute scheint aber gerade die Verarbeitung von Fremdeinflüssen geradezu eine Art Qualitätsmerkmal zu sein und das hatten wir damals nicht am Hals." Siehst Du das genauso?

Ich denke, wir leben jetzt in einer Zeit, wo das Schlimmste was man einer neuen Band antun kann, nämlich zu sagen, dass sie so klingt wie eine andere Band, zum Qualitätsmerkmal wird. Neulich habe ich wieder bei irgendeiner Kultursendung gehört, da ist die neue Band XY aus New York, verbindet perfekt Bossa Nova mit ,was weiß ich, mit Heavy Metal und Goth Rock oder so. Wenn man sagen kann, es ist ein perfekter Mashup aus vorhandenen Themen. Dann soll das ein Qualitätsmerkmal sein. Und in der Castingkultur der Fernsehlandschaft, europaweit oder auch weltweit, gehts dann komplett nur noch um Interpretation. Folglich haben wir auf der einen Seite die Interpretation, auf der anderen Seite die Mashup Kultur. Und da gehts jetzt natürlich überhaupt nicht mehr weiter. Sackgasse! Bis in die 90er Jahre hab ich mich noch relativ viel dafür interessiert, was im Musikbusiness so passiert ist. Das ist mir dann in den Nullerjahren völlig abhanden gekommen, weil unwichtig.

Auf der einen Seite bist Du vor allem mit Kraftwerk ein Pionier für später entstandene Genres. Auf der anderen Seite könnte man ja aber auch sagen, sowas Grauenvolles wie elektronischer Billigdance oder Scooter mit "Hyper Hyper" sind dann ja auch Deine eigenen Kinder; nur eben die schwarzen Schafe, oder ?

(Lacht) Die meisten Leute fragen mich das anders. Die fragen, wie ich denn die Entwicklung der elektronischen Musik finde. Wenn man älter wird, dann sieht man das so ein bisschen wie Woody Allen. Der sagt auch immer: "Ist ja toll, wenn die Leute meine Filme gut finden aber es hilft mir nicht beim Leben." Und zur Nachwelt meint er: "Ich kümmere mich nicht um die Nachwelt. Die Nachwelt kümmert sich ja auch nicht um mich." So sehe ich das auch. Sonst wirst ja verrückt.

"The Tuning Of The World" zeigt ja dieses lyrisch berührende Ich mit der melancholischen Selbsterkenntnis, dieses um Spiritualität ringen, dann doch nicht zum Glaubensakt finden können, im Angesicht der Vergänglichkeit. Das ist aber schon alles im Grunde sehr Zen-Buddhismus. Du wärst der perfekte Buddhist, oder nicht?

Das Ganze hat ehrlich gesagt damit angefangen, dass ich nur Musik hatte und keinen Text. Dies ganze Album thematisiert ja auch den Klang der Zeit. Sich selber als 20-Jährigem zu begegnen und mit den Wertvorstellungen und dem Weltbild, was man da hatte, und diese Musik beruht ja wirklich auch 1:1 auf den Aufnahmen, die ich in diesem Alter gemacht habe. Das hat natürlich ebenso ein paar Fragen zur Konzeption des Lebens eröffnet. Vielleicht ist der Sensenmann auch schon mal um Dein Haus gegangen. Dann weißt du ja, dass die Begegnung mit diesem düsteren Herrn oft auch das Leben verändert. Verändert das Leben, verändert die Sicht der Dinge. Ich bin jetzt auch in einem Alter, wo - wenn ich schonmal ein Album mache - erzähle ich dem Hörer mehr persönliches als er wahrscheinlich über die eigene Frau jemals erfahren wird.

Zum Beispiel "I hope I'm dying gracefully" oder so. Da stecken natürlich auch die eigenen Ängste und die ganzen Dinge mit drin, die einem auch begegnet sind in einer dunklen Stunde. Das Ganze aber dann in drei Minuten so zu sagen, dass man nicht vor Schmerz zusammenbricht, sondern, dass es etwas triggert im Hörer. Das war eben mein Ansatz bei ganz vielen Texten. Zum Beispiel auch "Trace Of Emotion". Das ist natürlich, auch das Filmchen das ich gemacht habe, ist natürlich irgendwie auch Slapstick, ist stilistisch 'ne Comedy. Aber es ist im Kern nicht wirklich lustig.

Hatte eigentlich damals, als Du bei Kraftwerk eingestiegen bist, auch Conny Plank einen hohen Einfluss auf Deine Art Musik zu machen?

Den Conny kannte ich schon vorher seit Anfang der 70er Jahre. Da hatten wir so eine kleine WG in Düsseldorf. Da hatte ich gerade angefangen, Musik zu studieren. 1972 wohnte ich mit meinem Freund Bodo Steiger zusammen, der hat dann später Rheingold gemacht. Wir hatten eine Dachgeschosswohnung, und der Sänger in unserer Band war Marius Müller-Westernhagen.

"Ich hab auch eine gewisse Relevanz."


Cool! Was würdest Du mir antworten, wenn ich Dich nach der ultimativen Kraftwerk Anekdote, die noch nie erzählt wurde, fragte?

Da würde ich Dir antworten, musst noch ein bisschen warten, bis ich mein Buch geschrieben hab.

Du schreibst eine richtige Autobiografie?

Eine Autobiografie! Wir haben auch schon einen Literaturagenten. Ich hab auch eine gewisse Relevanz. Am Montag fange ich damit an, es ernsthaft zu machen. Denn nach diesem Booklet hab' ich irgendwie so ein Gefühl dafür bekommen. Das war eine kleine Vorübung, im Grunde genommen schreibe ich da schon recht lange dran.

Ohne Ghostwriter?

Es ist ja sehr persönlich, natürlich schreib ich das selbst. Genau so wie das Booklet. Ich bin jetzt kein Autor, aber in meinen fünf Jahren an der UDK, da musste ich halt sehr viel schreiben. Da bin ich da so reingekommen und die Autobiografie hatte ich schon mehr als zehn Jahre vor. So hatte ich eben mal so ein Heftchen vollgekleckert; immer auf langen Zugfahrten. Da gibts Unmengen von Material.

Ich muss natürlich noch die Frage nach der Düsseldorfer und nach der Berliner Schule stellen. Wie kommt es dass es, obwohl es da so viele interessante Künstler gibt, die auch alle ungefähr die selbe Generation sind, niemals Kollaborationen gegeben hat? Was weiß ich, beispielsweise Du mit Schulze oder solche Geschichten?

Ich will Dir sagen woran das liegt ... Wenn ein Musiker erfolgreich ist, dann braucht er das nicht.

Und aus Spaß macht man das dann nicht?

Nee.

Verstehe ...

Es ist eben schwer, zwei Künstler zu haben, die ähnlich berühmt sind. Wie bei Paul McCartney und Michael Jackson. Das war ein furchtbarer Song, grottenschlecht. Da gabs dann Michael Jackson und Stevie Wonder, war auch nicht so wahnsinnig toll. Also es ist halt unheimlich schwer, ist so wie in der Liebe: Einfach schwer, einen guten Partner zu finden. Die OMD Jungs wollen jetzt ein neues Album machen und da soll ich jetzt auch mitspielen und so. (Seufzt) Weißt Du, da hab ich dann auch nichts von. Ich muss einfach viel arbeiten um Geld zu verdienen.

Es rechnet sich nicht. Es muss ja irgendwie auch wirtschaftlich sein. Kollaborationen, die gut waren, vielleicht, in der Vergangenheit die haben sich die Künstler nicht überlegt, sondern die Plattenfirmen. Da sitzt dann irgend einer im Verlag oder in der Chefetage von so 'ner Plattenfirma und denkt "Wen können wir nehmen, was können wir denn jetzt mal machen und zusammenstopfen?" Da wird dann Lou Reed zusammengestellt mit Metallica, und das ist alles scheiße, aber der hat das nur gemacht, weil er da Kohle für gesehen hat. Er hat doch keinen Bock, ernsthaft mit Metallica zu arbeiten. Es ist einfach nur ein Geschäft. Wenn einer eine gut funktionierende Marke ist, was will der denn dann irgendwie mit Leuten, die ihm auf Augenhöhe was erzählen können? Da hat man doch gar keine Lust. Klingt ein bisschen hart. So richtig sympathisch finde ich das auch nicht. Also ich würde sagen: Meistens ist der Vater des Gedankens der wirtschaftliche Ansatz und nicht der künstlerische. Manchmal vermischen sich die beiden Ansätze, wie das vielleicht am Anfang war mit dieser sogenannten Remix-Kultur.

Was ich damals als gut erlebt habe, das war eben mit Phil Sanders und Johnny Marr. Ich hatte einfach neue Songs fertig, neun Songs und das sollte meine neue Electric Music Platte werden. Dann wird mir einfach ein DAT auf den Tisch gelegt. Hört mal rein, könnte man was von verwenden. Ich sollte da einfach nur so ein bisschen Session mit machen, bisschen Schlagzeug spielen und so weiter. So haben die sich das angehört und diese neuen Songs genommen. Dann haben wir an denen gearbeitet. Die Zusammenarbeit stand auf einem finanziell vernünftigen Blatt und so ist das dann gekommen – und wir waren uns sympathisch. Aber normalerweise kannst Du sowas ja nicht konstruieren, das ist so wie im Leben: Du begegnest jemandem auf der Straße und weißt sofort, da klickt irgendwas. Und wenn Du so was hast, dann hast Du natürlich 'nen Volltreffer.

Harte Medienanalyse, die du da zum Schluss nochmal abgeliefert hast.

Man muss das nur ehrlich betrachten. Die meisten Leute die versuchen ja immer, so'n bisschen weich drumherum zu reden.

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