Gefängnisse werden in der Kunst gerne romantisiert. Recht und Unrecht kommen hier auf engstem Raum zusammen. Die verwegenen Helden des Innenhofes, die Ausbrecher aus unrechtmäßiger Verurteilung, die Gegenentwürfe zur sozialen Gesellschaft. Sie üben auch in der Musikgeschichte eine ständige Faszination …

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  • Vor 5 Jahren

    nee, das täuscht....der zugewinn an nachkommen durch den film ändert nix an der ausganlgslage. der war schon sehr gut. auch wenn er in finsteren phasen dazu gefühlte 30 gruselscheiben gemacht hat.... besonders auch in der charakterlichen widersprüchlichkeit spannend...würde ich gern mal bei gelegenheit mir dir diskutieren....@Ragism (« Ich kann Johnny Cash und vor allem seine moderne Aufnahme als Konsensmucke absolut nicht leiden. Mir scheints, daß nur der Spielfilm mit Joaquin Pheonix sowie die Coveralben zum Zeitpunkt seines Todes dafür gesorgt haben, daß er allgemein als bedeutende Legende anerkannt wird. Warum eigentlich und wofür, kann auf der anderen Seite niemand beantworten. Ohne diese Promo wäre er nur einer von vielen Country-Opas gewesen, deren Namen man zwar gekannt, die man aber nicht ernsthaft in seine Playlist getan hätte.

    Tut mir leid, ich kann ihn höchstens wohlwollend zur Kenntnis nehmen, "unhatebar" ist er aber sowohl in musikalischer als auch in persönlich-politischer Hinsicht absolut nicht. »):

  • Vor 5 Jahren

    meine persönlichen meilenstein:
    - rammstein-sehnsucht
    - the velvet underground-nico
    - tom waits-rain dogs
    - eminem-the eminem show
    - nirvana-nevermind
    - deftones-white pony

  • Vor 5 Jahren

    Dieser Kommentar wurde vor einem Jahr durch den Autor entfernt.

  • Vor 5 Jahren

    fromage
    Du stellst Deine persönliche Abneigung gegenüber diesem künstlichen Wort über das Bedürfnis der User die das gerne verwenden? Findest Du diese Forderung (dann noch in diesem Tonfall forumliert) nicht ein wenig herrisch?

  • Vor 5 Jahren

    @TheBeast666: Ich habe weniger damit ein Problem, daß er überall gehört wird. Wie gesagt, es wird riesiger Müll von der breiten Masse gehört und damit habe ich auch kein Problem. Insofern freue ich mich ja, daß die breite Masse hier mal mit einen brauchbaren Musiker einen Treffer gelandet hat.
    Ich frage mich nur, WARUM er den Status inne hat. Bisher konnte mir niemand erklären, warum Cashs Musik oder seine Texte "besser" sein sollen als die von Willie Nelson oder Alan Jackson - und die hört schließlich auch keine Sau. Klar, es ist schwer, musikalische Qualität in Worte zu fassen. Bislang konnte ich allerdings nichts Stichhaltiges dazu finden, ganz im Gegensatz zu wichtigen Bands wie den Beatles, Led Zep, den Talking Heads und anderen, welche die Musikrichtungen enorm bereichert und erweitert hatten, aus denen sie kamen. Ich weiß also nicht, was Cash nicht einfach zu einem von vielen Country-Opas unter hunderten gemacht haben soll, die Tonnen von mittelmäßigen Tracks in die Welt gekippt haben und darunter mal drei-vier schnieke Nummern waren.

    Tut mir leid, bei mir regt sich da zu seiner Musik absolut nichts, ich kann ihn noch nicht mal ordentlich hassen ;)

  • Vor 5 Jahren

    Ragism
    Du hast Deine Frage selbst beantwortet. Die Musik ist nicht besser, die Person Cash hat evtl. nur mehr polarisiert durch seinen Lebenswandel und der Stoff bot sich dann natürlich auch für einen Film an der dann auch noch gut geworden ist. Zusätzlich hat er sich zum Lebensende hin nochmal in alle Öffentlichkeit gespielt, auch das haben Nelson oder Jackson nicht getan.

  • Vor 5 Jahren

    Heisst also: Bau möglichst viel Scheiße in Deinem Leben und vermarkte das so gut wie möglich und schon hast Du den Status einer Musiklegende inne? Komm schon, so einfach kann das doch nicht sein ;)

  • Vor 5 Jahren

    Ragi
    Glaube kaum, dass Cash da einen Promotionplan verfolgt hat als er die ganzen Pillen geschluckt hat. Es ist die Summe aus allem, seiner Persönlichkeit, seiner Musik, seiner Lebensgeschichte, seines Auflebens Mitte der 90er und dem Film.
    Auch wenn ich das nicht unbedingt als "einfach" ansehen würde, ja, das ist der ganze "Deal".

  • Vor 5 Jahren

    nein, nein...schrecklich...wer erzählt denn sowas? :D ....
    musikhistorisch hat der schon was gerissen.
    ein bindeglied zwischen schwarzem rhythm blues und weißem rocknroll...besonders in der zeit als er mit jerry lee lewis getourt ist,
    dazu: mit seinem damals ungewöhnlichen stampfbeat der zeit weit voraus....
    dann zum schluss noch die "american recordings" als endlich auch spirituell klingendes spätwerk...
    "besser als w.nelson" o.ä. wäre natürlich schon im ansatz quatsch....und der personenkult um ihn ist ebenso irrelevant.
    aber,
    wenn man so ein talent hat, zu den allerersten überhaupt zu gehören, die shortstory-texte in 3min singles pressten (noch vor dylan, wenn man es genau nimmt), dann darf man sich schon auf die pionierschulter klopfen lassen. finde ich.@Ragism (« Heisst also: Bau möglichst viel Scheiße in Deinem Leben und vermarkte das so gut wie möglich und schon hast Du den Status einer Musiklegende inne? Komm schon, so einfach kann das doch nicht sein ;) »):

  • Vor 5 Jahren

    SO mag ich den Anwalt wieder. :)

  • Vor 5 Jahren

    Mit Rhythm'n'Blues oder Rock'n'Roll hatte der gute Cash nun wirklich nichts zu schaffen. Bloß weil er mit wichtigen Ikonen beider Musikrichtungen getourt hat und angebliche Aufnahmen gemacht haben will, macht ihn das noch lange nicht zu einem Mann, den man mit diesen Genres in Verbindung bringen würde. Man kann ja auch leicht sagen, daß einer von Cashs Freunden in den 90er-Jahren gerne Techno gehört hat und seinen Einfluss auch in jene Musikrichtung hineininterpretieren.
    Nun, wie ist er denn mit seinem Stampfbeat seiner Zeit weit voraus gewesen? Bis auf ein paar Millionen von der Welt vollkommen isolierten Hillbillies im mittleren Westen der USA hat doch kein Schwein jemals Johnny Cash gehört - bis kurz vor seinem Tod. Ist er denen um Jahre voraus gewesen? Einen großen Einfluss auf die Musikwelt im Großen kann ich jedenfalls nicht feststellen.

    Ich wollte eigentlich weniger in meinen subjektiven Geschmack verfallen, aber ein "Meisterwerk" sind auch die American Recordings nicht. Sie sind ein Haufen von schlechten Coverversionen eines krächzenden alten Mannes. Natürlich freut das die Feuilletons der Welt, weil sich jeder denkt: "Oooooch, der alte Mann hat das mit letzter Kraft noch ins Mikro gehustet, bevor er das Zeitliche gesegnet hat". Für mich ist die Begeisterung für jene Aufnahmen in erster Linie in dem Mitleidsbonus und der Promo durch den Spielfilm begründet. Natürlich gewinnt er manchen Songs neue Facetten ab, aber zieht man den Sympathiebonus mal ab, bleiben nur noch ein paar kaum hörbare, aber hübsch produzierte Tracks, die sich bestmöglich verkaufen sollen.
    Da Du Bob Dylan erwähnst: Sein großes Vorbild Woody Guthrie hat bereits mehrere Jahrzehnte vor Cash Kurzgeschichten in kurze Folk-Country-Tracks gepresst.

  • Vor 5 Jahren

    Für mich ist Johnny Cash (unter Anderem..) deshalb so außergewöhnlich, weil seine Musik so einzigartig düster ist. Da haut er Songs raus, die auf den ersten Blick locker flocker sind, die in den Lyrics aber so düster, verzweifelt und voller galgenhumorigem Sarkasmus sind, dass das schon irgendwo einzigartig ist. Zumal zu einer Zeit, wo das definitiv nicht typisch für das Genre war.
    Ist doch auch klar, dass Cash nie von Abermillionen Leuten gehört wurde. Eben WEIL seine Musik so speziell war. Wer Johnny Cash wirklich hört und nicht nur 5-6 Lieder, dem unterstelle ich, irgendwo auch ne gepeinigte Seele zu haben, denn anders klappt das einfach nicht. Genau dieser Aspekt verbindet einen dann auch so sehr mit ihm, weil man sich mit ihm, seiner Leidensgeschichte und all den Qualen des Lebens identifizieren kann und das absolut authentisch ist.
    Bin selbst begeisterter Alternative-Country Hörer und muss daher klar sagen, dass er einer der Mitbegründer dieses Subgenres war. Cash hat mit diesem ganzen glattgebügelten Scheiß aus Nashville aufgeräumt und alleine schon deshalb hat er seinen Platz in der Geschichte sicher. Uncle Tupelo oder auch ein Ryan Adams (den ich anbete) würden ohne einen Cash wohl anders klingen.
    Und wenn man jetzt ohnehin keine Unterschiede zwischen Nelson und Cash heraus hört und das alles 'irgendwie so derselbe Country' ist, dann disqalifiziert man sich von vornherein schon für eine solche Diskussion.
    Der Anwalt hat auch recht mit dem stampfenden Beat. Der ist schon irgendwo echt einzigartig (gewesen) und klingt mit den scharfen Gitarren schlicht brilliant.

  • Vor 5 Jahren

    Und zur Americana, da möchte man dir, Ragism, gerne mal 'The Man Comes Around' um die Ohren schleudern. Alleine dieser Track erklärt schon die Daseinsberechtigung und Relevanz der Americana Recordings.

  • Vor 5 Jahren

    Hm, klingt schon etwas nachvollziehbarer, auch wenn ich das mit der "gepeinigten Seele" ebenso seiner Vermarktung zuschreiben würde. In wie weit er gepeinigter als 80% aller anderen Musiker sein soll, wird sich mir nie erschließen. Ich kann nur sehen, daß er über die Schiene den Großteil seiner Scheiben verkauft hat, auch wenn er musikalisch ähnlich langweilig wie deutscher Schlager war. Und auch den Punkt muss ich einräumen, daß er "dreckigen" Country salonfähig gemacht hat und für dessen Bildung ein wichtiger Faktor war.

    Den Erfolg und Legendenstatus schiebe ich nach wie vor zu 99% auf Sentimentalität, die durch den üblichen Pop- und Vermarktungszirkus gegen Ende seines Lebens geschaffen wurde. Ohne diesen würde er eine Randnotiz in der Musikgeschichte bleiben, da er inhaltlich und qualitativ bestenfalls gleichwertig mit anderen Vertretern eines Genres blieb, für das sich aus gutem Grund kaum eine Sau interessierte. Ich gebe offen zu, daß ich ihn persönlich in jeder Hinsicht verachte, daß das aber auch zu einem guten Teil an seiner verlogenen Legendenbildung durch seine angeblich verhasste Mainstreamindustrie liegt. Versuche ich, diesen Zirkus mal außen vor zu lassen, kann ich ihn noch auf wohlwollende Weise ignorieren, was definitiv für ihn spricht.

  • Vor 5 Jahren

    @Ragism (« Mit Rhythm'n'Blues oder Rock'n'Roll hatte der gute Cash nun wirklich nichts zu schaffen. Bloß weil er mit wichtigen Ikonen beider Musikrichtungen getourt hat und angebliche Aufnahmen gemacht haben will, macht ihn das noch lange nicht zu einem Mann, den man mit diesen Genres in Verbindung bringen würde. Man kann ja auch leicht sagen, daß einer von Cashs Freunden in den 90er-Jahren gerne Techno gehört hat und seinen Einfluss auch in jene Musikrichtung hineininterpretieren.
    Nun, wie ist er denn mit seinem Stampfbeat seiner Zeit weit voraus gewesen? Bis auf ein paar Millionen von der Welt vollkommen isolierten Hillbillies im mittleren Westen der USA hat doch kein Schwein jemals Johnny Cash gehört - bis kurz vor seinem Tod. Ist er denen um Jahre voraus gewesen? Einen großen Einfluss auf die Musikwelt im Großen kann ich jedenfalls nicht feststellen.

    Ich wollte eigentlich weniger in meinen subjektiven Geschmack verfallen, aber ein "Meisterwerk" sind auch die American Recordings nicht. Sie sind ein Haufen von schlechten Coverversionen eines krächzenden alten Mannes. Natürlich freut das die Feuilletons der Welt, weil sich jeder denkt: "Oooooch, der alte Mann hat das mit letzter Kraft noch ins Mikro gehustet, bevor er das Zeitliche gesegnet hat". Für mich ist die Begeisterung für jene Aufnahmen in erster Linie in dem Mitleidsbonus und der Promo durch den Spielfilm begründet. Natürlich gewinnt er manchen Songs neue Facetten ab, aber zieht man den Sympathiebonus mal ab, bleiben nur noch ein paar kaum hörbare, aber hübsch produzierte Tracks, die sich bestmöglich verkaufen sollen.
    Da Du Bob Dylan erwähnst: Sein großes Vorbild Woody Guthrie hat bereits mehrere Jahrzehnte vor Cash Kurzgeschichten in kurze Folk-Country-Tracks gepresst. »):

    hat er. aber ich meinte das auch im popkuklturellen kontext ab rock n roll. nicht so sehr im folk/protestsongsinne.deine argumentssturuktur ansonsten ist natürlich aucxh vertretbar. sehe ich anders. egal. und wenn du deinenmusikgeschmack hier ins boot wirfst, tue ich es dir gleich und kontere: wenn das kein guter stoff wäre, würde ich es ja nicht mögen..... ;)

  • Vor 5 Jahren

    Verstehe deinen Standpunkt ja auch, so ists nicht.
    Wenn man aber mit Country im Allgemeinen und mit Cash im Speziellen absolut nichts anfangen kann, wie will man dann 'objektiv' über die Musik urteilen?
    Ich werd nie ein Metalhörer werden, weil das in meinen Ohren im Endeffekt irgendwo alles gleich klingt. Aber deswegen sag ich doch nicht, dass Iron Maiden oder Opeth nüscht drauf haben und ihre Mukke nur übers harte Rockerimage verkaufen. Ich kann doch gar nicht einschätzen, wie man in diesem Genre die Perlen raushört und das dann auch anhand von Argumenten belegen kann.

  • Vor 5 Jahren

    Jepp, da ist was dran, argemongo. Ich kann Cash absolut nicht ausstehen, mir zieht sich alles zusammen, wenn ich ihn mal wieder im Radio laufen höre. Trotzdem verstehe ich aber auch mit gutem Willen nicht, was Menschen inhaltlich an ihm finden. Bei anderen Meilenstein-Rezensionen wurden immerhin gültige Punkte genannt, die diese Werke musikwissenschaftlich sowie musikkulturell zu etwas ganz Besonderem machen.

    EDIT: Mist, habe meine letzte Antwort an Liam verloren. Egal. Ich kann Johnny Cash nicht ausstehen, jede Sekunde seiner Musik lässt mich innerlich zusammenzucken. Das schaffen selbst die schlimmsten Auswüchse der Pupulärkultur nicht und selbst im Country-Bereich finde ich viele Künstler, die Songwriting sehr viel besser beherrschen als dieser Knilch. Seis drum.

    EDIT 2: Hier isse ja: Oh, Liam, ich halte Country im Allgemeinen für nicht sonderlich interessant, das stimmt schon. Trotzdem empfinde ich Willie Nelson oder Dolly Parton als weitaus bessere Songwriter, auch wenn diese aus vollkommen anderen Richtungen kommen. Mein Steckenpferd ist eben Songwriting, und diesem Bereich versagt Cash in meinen Augen ganz klar. Deswegen ist es auch so bezeichnend, daß auf seiner hier rezensierten Meilensteinplatte so wenige Tracks von ihm stammen.
    Ich hatte ja bereits ein paar Künstler genannt, die ich im Bereich Country für weitaus erwähnenswerter halte. Daß sich für Country kein Schwein interessiert hat, nutzte ich vielmehr als Argument gegen die verlogene Erhebung Cashs zum Idol, wurde er doch mangels brauchbarer Veröffentlichungen Zeit seines Lebens vom Mainstream ignoriert.

  • Vor 5 Jahren

    Eieiei, wenn Ragi mal jemand auf dem Kicker hat, dann verbeißt er sich wie ein Pitbull auf Crack. :)

  • Vor 5 Jahren

    Fuer Country hat sich kaum eine Sau interessiert? Reden wir hier nur wieder von Deutschland? Generell ist das eine ziemlich deutsche oder mitteleuropaeische Sicht auf das Genre und Johnny Cash. Nicht, dass ich ihn hier jetzt gross verteidigen will, ich koennte 10 Country-Saenger und bestimmt 5 -Saengerinnen nennen, die mir allesamt besser gefallen und emotional mehr geben. Ihn nicht zu moegen, eine Sache, seine Bedeutung zu leugnen dagegen schon fast Ignoranz.