laut.de-Kritik

Techno aus LA? Auch das gibt's.

Review von

Los Angeles ist das Mekka der Unterhaltungsindustrie. Hier wird das perfekte Aussehen und der schöne Schein täglich neu verpackt und vermarktet. Weniger wichtig ist, ob das Ganze noch Substanz besitzt. Einer der sich dem Diktat der Kurzlebigkeit seit Jahren konsequent verweigert, ist der DJ, Produzent und Label-Betreiber John Tejada. Er ist der einzige nennenswerte Techno-Act, den die Metropole Los Angeles hervor gebracht hat. Jetzt veröffentlicht er mit "Where" ein neues Album.

Es ist der inzwischen elfte Longplayer, den Tejada in seiner langen und äußerst produktiven Karriere vorlegt. Zugleich markiert "Where" das 50. Release auf seinem Label Palette Recordings. Nach einigen frustreichen Erfahrungen mit A&Rs 1996 gegründet, ist Palette das wichtigste Outlet für Tejadas Sound. Er kann darüber hinaus aber auch auf jede Menge Veröffentlichungen bei renommierten Labels wie Steve Bugs Pokerflat Recordings, Daniel Bells 7th City und Technasias Sino Records zurückblicken.

Mit den zehn Tracks auf "Where" bringt Tejada seine unterschiedlichen Einflüsse zusammen und bündelt sie in Albumform. Die ersten zwei Tracks verweigern sich mit ihrer dezent abstrakten Klangästhetik dem schnellen Genuss. Warum John Tejada oftmals mit dem Techno-Sound, wie er für Detroit typisch ist, assoziiert wird, braucht man nach dem Hören dieser Tracks nicht mehr zu erklären.

Danach arbeitet Tejada mit warmen raumgreifenden Sounds. "Raindrops" und vor allen Dingen "Turning Point" bringen die Stärke des Amerikaners auf den Punkt: das unwiderstehliche Grooveverständnis von House verknüpft er mit der Formensprache von Techno. Genau diese Mischung hat ihm 2004 mit seinen beiden Maxis "Mono On Mone" und "Sweat On The Walls" auch zum internationalen Durchbruch verholfen.

Gleichwohl bewegt sich Tejada nicht auf ausgetretenen Pfaden. Er findet auf "Where" zu einer neuen Einfachheit zurück, gibt seinen Tracks fast durch die Bank einen bewusst rohes Sounddesign. Mit "Desire" ist zudem ein Vocaltrack auf dem Album zu hören. Als Stimme konnte Tejada Nicolette gewinnen. Bekannt ist die Britin nicht nur wegen ihrer Soloarbeiten, sondern auch als eine der Stimmen von Massive Attack.

Der stark heterogene Charakter des Albums ist gleichzeitig auch seine größte Schwäche. Nicht alle Songs vertragen starke Gegensätze in unmittelbarer Nähe. Hier wirkt "Where" zu wenig überlegt. Vielleicht wäre es schlauer gewesen die Tracks als Maxis zu veröffentlichen.

Trackliste

  1. 1. Feel It
  2. 2. Moogbits
  3. 3. Raindrops
  4. 4. Turning Point
  5. 5. Desire (feat. Nicolette)
  6. 6. Torque
  7. 7. Pivot
  8. 8. Labyrinth
  9. 9. When
  10. 10. La Mer

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LAUT.DE-PORTRÄT John Tejada

Wenn es jemanden im Bereich elektronischer Musik gibt, der annähernd einen großen produktiven Output hat wie ein Hakan Lidbo, dann ist es John Tejada.

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