laut.de-Kritik

"Tubular Bells"' böser Zwilling.

Review von

"Der leibhaftige Tod ist in die Stadt gekommen.", lautet die ewige Beschreibung von Michael Myers. Als Film bedeutet "Halloween" in der 2018er-Version für die Reihe ein interessantes Reboot. Die Handlung setzt nach dem ersten Teil ein und erfindet dessen Fortsetzung als alternativen Handlungsstrang neu. Zum ersten Mal seit über 35 Jahren ist John Carpenter wieder direkt an seiner eigenen Schöpfung beteiligt. Das zugehörige Album beinhaltet die komplette, traditionell selbst komponierte Filmmusik.

Das bewährte Trio kennt man bereits vom sehr guten "Lost Themes" und dem mediokren "Lost Themes II": Dem Maestro stehen erneut Sohn Cody und Daniel Davies, der Sohn von Dave Davies von den Kinks, zur Seite. Qualitativ knüpfen die drei an ihre souveränen Momente an.

Gleichwohl bereitet die Zusammenstellung nicht nur reines Vergnügen. Das hängt mit folgendem Dilemma zusammen: Unter den 21 Tracks befinden sich auch etliche Fragmente, die losgelöst von ihrer angestammten Filmsequenz nicht als eigenständiger Musikgenuss funktionieren. Was im Kino als essentielle Untermalung und Schockeffekt intensiv wirkt, befördert ohne zugehöriges Bildmaterial den Finger schnell zur Skiptaste. Diese Hälfte des Albums ist nur etwas für die Special-Interest-Fraktion.

Lohnenswert für ein breites Publikum klingt die CD dort, wo Carpenter sein mittlerweile gut 40 Jahre altes "Halloween Theme" variiert. Das Stück klang schon immer wie der böse Slasher-Zwilling von Mike Oldfields "Tubular Bells"-Thema. Dabei empfehle ich ausdrücklich nicht die etwas einfallslos und klinisch modernisierte Version direkt nach dem Intro. Weit ausdrucksvoller gelingt Carpenter die sedierte Pianovariante "The Bogeyman" oder die handfeste Dunkelheit von "The Shape Burns".

Im Finale "Halloween Triumphant" vereint sich der Hauptsong mit manchen Parallelthemen wie "Laurie's Theme" oder "Allison Discovered". Hier kommt erstmals eine stimmige E-Gitarre zum Einsatz, deren ungeschlachtes Naturell den typischen Piano/Elektro-Kontext aufbricht. Doch trotz aller guten Ansätze bleibt fraglich, wie sinnvoll so ein zweckgebundener Score ohne Leinwand sein kann.

Trackliste

  1. 1. Intro
  2. 2. Halloween Theme
  3. 3. Laurie's Theme
  4. 4. Prison Montage
  5. 5. Micheal Kills
  6. 6. Micheal Kills Again
  7. 7. The Shape Returns
  8. 8. The Bogeyman
  9. 9. The Shape Kills
  10. 10. Laurie Sees The Shape
  11. 11. Wrought Iron Fence
  12. 12. The Shape Hunts Allyson
  13. 13. Allyson Discovered
  14. 14. Say Something
  15. 15. Ray's Goodbye
  16. 16. The Shape Is Monumental
  17. 17. The Shape and Laurie Fight
  18. 18. The Grind
  19. 19. Trap The Shape
  20. 20. The Shape Burns
  21. 21. Halloween Triumphant

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3 Kommentare mit 26 Antworten

  • Vor 28 Tagen

    Mir ist vollkommen unverständlich, was sich die Studio- bzw. Labelbosse hier mal wieder gedacht haben. Da zaubern Carpenter und Co. so ein echt gelungenes, musikalisch innovatives Update des klassischen Halloween-Themes aus dem Hut und dann findet das hier auf der CD - und man muss ja jetzt davon ausgehen auch im Film - nicht einmal Platz. Stattdessen kriegen wir hier so ein halbherziges Semi-Update serviert. Man möchte das breite Publikum ja bloß nicht herausfordern. Finde ich mal wieder ziemlich traurig.

    Wer nicht weiß, wovon die Rede ist:
    https://m.youtube.com/watch?v=ag_-e345XxE

  • Vor 28 Tagen

    der film soll ja diesmal wirklich einigermaßen anschaubar sein.
    habe mir letztens nomma 1+2 angeschaut, aber meines erachtens doch schlecht gealtert, besonders 2.

    • Vor 28 Tagen

      geht mir auch so.
      sachen wie "christine", "das ding..." und mein besonderer liebling "assault" haben weniger patina angesetzt.

      für mich sind ja mittlerweile die rob zombie-fassungen das maß aller dinge bei der reihe. der hat den stoff sehr gut reanimiert. ob der neue streifen das vergessen machen kann? zweifelhaft.

    • Vor 28 Tagen

      Also Teil 2 mit der jammernden Grunge-Schwester war schon ziemlich schlecht imo.

    • Vor 28 Tagen

      glaub außer teil 4, zwar kein meisterwerk, kann man aber gucken, kam danach auch nur noch schrott.
      die zombie reboots habe ich allerdings nicht gesehen.

    • Vor 28 Tagen

      Ich finde Teil 1 das Maß aller Dinge. Absolut unerreicht. Das Problem an den Rob Zombie Filmen war, dass sie versucht haben Michael Myers zu "erklären", eine Ursache zu finden weshalb er so geworden ist. Das hat das Ganze "entmystifiziert" und dem Film irgendwie "das Besondere" geraubt. Beim Original hingegen war er einfach das pure Böse. Da wurde nciht versucht das zu erklären oder zu beschreiben. War einfach so :)

    • Vor 28 Tagen

      I met him, 15 years ago; I was told there was nothing left; no reason, no conscience, no understanding in even the most rudimentary sense of life or death, of good or evil, right or wrong. I met this... six-year-old child with this blank, pale, emotionless face, and... the blackest eyes - the Devil's eyes. I spent eight years trying to reach him, and then another seven trying to keep him locked up, because I realized that what was living behind that boy's eyes was purely and simply... evil.

    • Vor 28 Tagen

      Teil 3 wird immer ein Platz in meinem Herzen haben, auch wenn er nichts mit Michael Meyers zu tun hat. Teil 1 ist ein Klassiker und Teil 2 leider eine verpasste Chance.

    • Vor 28 Tagen

      Die Rob Zombie Filme waren Ok, aber nichts geht über das 70er bzw. 80er Jahre Feeling der Originale (und der ganzen anderen Slasher).

    • Vor 27 Tagen

      Ich finde die alten Texas Massacre Filme zb sind grauenhaft gealtert..sehen aus wie richtige stümper filme ^^ Nichts dagegen geht über die alten Leprechaun Flme :)

    • Vor 27 Tagen

      Texas Chainsaw Massacre (Blutgericht in Texas) ist ein Klassiker und steckt meiner Meinung nach, sehr vieles vom heutigen Jumpscare und Schnittgewitter (Insidious, Conjuring, etc.) Mist in die Tasche.

    • Vor 27 Tagen

      Leprechaun ist halt eher trashig spaßig

    • Vor 27 Tagen

      echt dagegen finde ich the hills have eyes ( den ersten) viel revolutionärer :)

    • Vor 27 Tagen

      "The hills have eyes" ist ne feine sache. Ich mag das Wüsten Setting. TCM bleibt für mich aber neben "henry: Portrait...." und "Tanz der Teufel" der prägendste Horrorfilm. Und TCM 2 ist auch ganz nett, also wenn man es ein wenig trashiger mag.

    • Vor 27 Tagen

      ja vor allem fand ich das der zumindest halbwegs prägende Charaktere hatte während in anderen horror slashern irgendwie immer nur Kanonenfutter dabei war :) kennt ihr eigentlich die hatchet reihe ? Jesus ist die ekelig..

    • Vor 27 Tagen

      Nie geschaut, zu empfehlen?

    • Vor 27 Tagen

      richtig gute gore szenen! Story kannste vergessen aber wenn du morbide kills sehen möchtest die auch nach was nach aussehen schau ihn dir an ^^

    • Vor 27 Tagen

      Halloween ist ein Meisterwerk heute wie vor 40 Jahren. H2 konnte Halloween sowieso nie das Wasser reichen und profitiert nur davon, dass es in der selben Nacht spielt.

    • Vor 27 Tagen

      Rob Zombie kann nur White Trash und ist ein One-Trick-Pony. Alle Charaktere in allen seinen Filmen sind stets die selben. Er hat die im Original nicht wirklich vorhandende Brutalität gut umgesetzt und der Prequel Teil, wenn man mal vom White Trash Thema absieht, ist gut gelungen, aber der Film fällt beim Remake Teil absolut in sich zusammen. Wenn Myers nur noch zwischen den Schauplätzen hin und herbeamt ists einfach nur noch lächerlich.

    • Vor 27 Tagen

      Rob Zombie ist cool

    • Vor 27 Tagen

      bei der zombie-charakterschelte gehe ich nicht mit.
      ganz im gegenteil. mit den fireflys hat er eine der wundervollste genresippen geschaffen. allein schon für §devil's rejects" und die leistung, dass man die familie mag - trotz allem - hat der vie lob verdient.

      und tolle schauspieler hat er auch. veteranen wie bill mosley oder der wundervolle sid haig erblühten förmlich uter seiner regie. und sheri moon ist eh ne bank. vom lolita-vamp über die runtwergekommene hillbilly-schickse bis zur modernen mittelstandsfrau kann die alles spielen.

    • Vor 27 Tagen

      Und doch sinds immer die selben, die immer die selben Charaktere spielen. Auch bei den Dialogen hat man nie das Gefühl, dass man unterschiedlichen Charakteren zuhört, sondern Zombie, der immer den gleichen Scheiss macht und die selben Charaktere durch all seine Filme schleift. Zombie hat 'ne White Trash Version von Halloween gemacht, also Halloween in sein Filmuniversum (wo alle lange Haare haben, Rockmusik hören, fluchen und ziemlich fucked up/schräg/krank sind) verfrachtet. Er hat Halloween vergewaltigt sozusagen, aber ganz sicher nicht das Mass der Dinge erschaffen.

    • Vor 27 Tagen

      eigentlich hat zombie seit jeher sein oeuvre ziemlich zusammen geklaut aus exploitation-filmen der 70ies und 80ies. Allerdings hat er da nie einen hehl draus gemacht, keinerlei eigenleistung erbracht zu haben, daher ist dies wohl nicht "dreist"
      diesen hype verdient er dennoch nicht, auch wenn es sehr schön ist, den TCM-tribut in form der "ich ziehe deinem a) Mann/ b)Vater das Gesicht hab, ziehe mir die haut über und dann rape ich dich" auch nach 2000 in filmen zu sehen.

      Ich persönlich fand allerdings den letztjährigen "Leatherface" ein prequel den besten der reihe...

    • Vor 26 Tagen

      The Devils Rejects ist aber auch nicht zu vergleichen mit seinem Halloween-Remake. TDR ist einer der besten Filme dieses Genres der letzten 20 Jahre!! Leider, finde ich, konnte Zombie dieses Niveau nicht halten und das merkt man am deutlichsten bei Halloween aber auch z.B. bei 31.
      TDR ist aber ein Meisterwerk; da muss ich dem Anwalt recht geben.

  • Vor 27 Tagen

    Halloween ist ein Meisterwerk heute wie vor 40 Jahren. H2 konnte Halloween sowieso nie das Wasser reichen und profitiert nur davon, dass es in der selben Nacht spielt.