laut.de-Kritik

"Ding, Dang, Dong - Dingelingelong."

Review von

"Schuster, bleib bei deinen Leisten" rappten schon Fettes Brot vor zwölf Jahren in "Optimal Geschmacksneutral". Diesem Motto hat sich Jasmin Tabatabai verschrieben. Mit einem locker-flockigen "Ding, Dang, Dong - Dingelingelong"-Refrain im ersten Track "Let's Stay Together", wühlt sich der musikalische Wurm gleich ins Ohr und bleibt leider viel zu lange darin sitzen.

"You In My Dream" treibt den Happy-Pop weiter auf die Spitze und ist ein sehr mitreißender Song. Leider sind die Texte nicht wirklich ausgereift: "I lay my life into your hand / I'll be yours until the end / You're my last thought when I die" und was reimt sich auf die? Genau: Cry: "I will never make you cry." Da hat sich Jasmin nicht wirklich verausgabt.

"Inspiration" ist ein recht typischer Song der Halb-Iranerin, eine Akustikgitarre, ein Schlagzeug, ein Tamburin und eine handvoll Eggshakers geben den Rhythmus vor. "Anymore" ist ein sehr stimmungsvolles, leicht düsteres Stück. Eine Gitarre begleitet die ersten beiden Strophen, einige Streichereinsätze hier und ein paar Glockenspiel-Tupfer betonen die Atmosphäre.

"On My Way" allerdings ist das Grottenschlechteste was ich seit langem gehört habe. Langweiliger Beat, Jasmin singt mit leicht verzerrter Stimme, und bei ihrem "Can you hear me", das sie mehrere Male ins Mikro krächzt, stehen mir die Haare dermaßen zu Berge, dass sich sogar der Kopfhörer kaum mehr halten lässt.

"All Can Come Close" entschädigt etwas für "On My Way". Jasmin vermischt hier, gemeinsam mit der Münchner Band Superstrings, Ambientelemente mit Pop und mit einem Akkordeon, Weltmusik. "All Can Come Close" plätschert, beinahe in Teardrop-Manier, ganze 5:22 Minuten dahin und eignet sich hervorragend für eine Chillout-Compilation.

"Toi" ist ein Duett mit Jasmins Freundin und Kollegin Nicolette Krebitz. Der Song ist typisch französisch: langsam, ruhig und mit lasziven Stimmen gespickt, die manchen Mann auf etwas intensivere Gedanken bringen könnten.

Das titelgebende Stück "I Ran" geht in die elektronische, naja, wohl eher in die Dancefloor-Richtung. Was sich die Sängerin bei diesem billigen Stampf-Beat gedacht hat, ich weiß es wirklich nicht. Der Song ist ein Cover des 1982 erschienenen Klassikers der britischen Synthiepop-Band A Flock Of Seagulls. In einigen Strophen kehrt Jasmin sprachlich zu ihren Wurzeln zurück, in das ehemalige Persien, den heutigen Iran. Ein schönes Wortspiel hat sich die Sängerin da einfallen lassen: "I-Ran". Schade, dass der Rest der Platte nicht mit so viel Einfallsreichtum überzeugt, wie dieser schöne und private Bezug.

Trackliste

  1. 1. Let's Stay Together
  2. 2. You In My Dream
  3. 3. Inspiration
  4. 4. Tomorrow I'll Be Gone
  5. 5. Anymore
  6. 6. On My Way
  7. 7. Hippie
  8. 8. Until The End
  9. 9. All Can Come Close
  10. 10. Toi
  11. 11. Move On
  12. 12. I Ran
  13. 13. Let Yourself Go Wild

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LAUT.DE-PORTRÄT Jasmin Tabatabai

Der Vater ist Perser, die Mutter Deutsche. Kennengelernt haben sich die beiden auf dem Oktoberfest. Geboren wird Jasmin am 8. Juni 1967 in Teheran, Iran.

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