laut.de-Kritik

Die außergewöhnliche Stimme macht den Unterschied.

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Mit dem X Factor-Sieg im Jahr 2012 katapultierte sich der Brite praktisch über Nacht ins internationale Pop-Rampenlicht. Nicht nur auf der Insel herrschte Begeisterung. Auch in Deutschland, Österreich, der Schweiz und vielen anderen europäischen Ländern rollte man den roten Teppich aus.

James Arthurs Traum vom Leben als Berufsmusiker wurde wahr. Alles schien perfekt. Doch der Schein trog. Schon kurz nach der Krönung zum Shootingstar kam für den Mann aus Middlesbrough der harte Aufprall. Das Leben auf der Überholspur hat schließlich seinen Preis.

Plötzlich stand James Arthur im Mittelpunkt. Alle wollten ihn. Und das 24 Stunden am Tag. Die Folge: Der Sänger knickte unter dem Druck ein. Nichts ging mehr. James flüchtete sich in eine Welt aus Beruhigungsmittel und Depressionen.

Vier Jahre später scheint im Leben des Songwriters wieder die Sonne: James Arthur ist bereit für seine zweite Chance. Mit neuem Selbstbewusstsein und DIY-Attitüde wagt er den Neubeginn.

"Back From The Edge", so der Titelsong des zweiten Albums, groovt auch sogleich alle Schatten der Vergangenheit ins Nirwana. Das Piano trippelt locker im Hintergrund, während sich die Bläser pünktlich zum Refrain hin aufplustern. Und James Arthur? Der schwingt ganz locker das Soul-Pop-Zepter. Starker Beginn. Doch es kommt noch besser.

Nach der liebreizenden Ballade "Say You Won't Let Go", die jeden Michael Bublé-Fan vor Neid erblassen lässt, präsentiert sich James Arthur inmitten eines gewaltigen Chores wie eine The Boss-Version im Big Band-Korsett ("Prisoner").

Weiter gehts mit solidem R'n'B-Pop ("I Am", "Phoenix") und dahinschmelzenden Candle-Light-Momenten ("Train Wreck", "Let Me Love The Lonely"), in denen der Sänger die gesamte Bandbreite seines markanten Organs offenbart.

Die außergewöhnliche Stimmfarbe Arthurs macht den Unterschied. Wahlweise rotzig wie ein Arenarocker oder lammfromm im Stile eines Boygroup-Members deckelt der wieder Auferstandene überdurchschnittlich gut produzierte Soul-, Pop- und Rock-Kost. Gemeinsam mit seinem Hip Hop-Buddy Shotty Horroh lässt er kurz vor Feierabend sogar noch Rap-Herzen schneller schlagen ("Sermon").

Fazit: Alles drin, alles dran, alles wieder gut. Mit seinem zweiten Longplayer meldet sich James Arthur eindrucksvoll zurück. Wer den Briten nicht mehr auf dem Schirm hatte, wird dieser Tage große Augen machen. Mit abwechslungsreichem Songwriting, einer ausgewogenen laut/leise-Mixtur sowie einer im Vordergrund pulsierenden Ausnahmestimme überzeugt "Back From The Edge" von der ersten bis zur letzten Minute. Welcome back, Mr. Arthur!

Trackliste

  1. 1. Back From The Edge
  2. 2. Say You Won't Let Go
  3. 3. Prisoner
  4. 4. Can I Be Him
  5. 5. I Am
  6. 6. Train Wreck
  7. 7. Safe Inside
  8. 8. Sober
  9. 9. Phoenix
  10. 10. Let Me Love The Lonely
  11. 11. Sermon
  12. 12. Remember Who I Was
  13. 13. Finally

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