laut.de-Kritik

Hoffentlich gibt das keinen Ärger mit Glenn Danzig ...

Review von

Der Titeltrack "I Don't Like Metal (I Love It)" dreht den Spieß mal um und nimmt die Vorurteile der Metal-Meute auf's Korn, die nur Leute für 'Metal' halten, die in Jeans oder Leder und entsprechenden Shirts durch die Gegend rennen. Dass musikalisch dabei "Dreadlock Holiday" von 10cc dran glauben musste, war klar und ist in der Form durchaus akzeptabel. "M.E.T.A.L." geht textlich in dieselbe Richtung, ist musikalisch die Verarschung von "D.I.S.C.O." von Chico oder wie der Fuzzi hieß.

"Angie" jaulte schon Falco (damals eben "Jeannie") in die Nacht, keine Frage, dass die Rosa Armee Fraktion das gleiche macht. Allerdings muss hier nun Madame Merkel dran glauben. Musikalisch geht das genauso in Ordnung wie "Geh Mer Halt Zu Slayer" (im Original "Vamos A La Playa"), das mit einem etwas trockenerem Humor auch die Lacher auf seiner Seite hat.

Dann isses mit dem Humor aber weitgehend vorbei. Die Witze eingangs und am Ende von "Hitler Hatte Keinen Sex" haben schon vorgestern den Freitod gewählt und sich selbst erschossen. Die deutlichen Worte gegen Rechts sind zwar begrüßenswert, die musikalische Umsetzung ist allerdings grenzwertig. Gewohnt sinnlos geht es bei "Das Eine" zu, "J.B.-Boy Und J.B.-Girl", sowie "Dio In Rio" gehen einfach nur auf den Sack.

Musikalisch hat "Der böse Gott" durchaus Potential. Textlich ist das jedoch nur ein Brüller, wenn man den Humor einer Cocktailzwiebel hat. Ähnliches gilt für "Der Ossi sucht das Glück" und "Wessi Girl". Vor allem, wenn man den Witz gleich noch erklärt.

Rick Springfield würde im Grab rotieren, wenn er den Löffel schon weggelegt hätte. Was der gute Glenn Danzig mit J.B.O. anstellt, wenn er "Glenn Leipzig: Mudder" hört, will ich mir gar nicht vorstellen. Zum Glück gehen die jeweiligen 'Songs' nur knapp über 80 Sekunden lang.

Mit einer ganz okayen Version des oftmals kopierten "Fever" ist "Lieber Fieber" genauso wie das abschließende "Es Muss Ein Rock (Durch Deutschland Gehen)" allgemeinverträglich. Vor allem die Thin Lizzy-Gitarren im Mittelteil zeigen, dass J.B.O. durchaus als Musiker was hermachen, wenn sie sich nicht auf grenzdebile Späße versteifen. Potential blitzt immer mal wieder auf, der Humor bleibt jedoch weitgehend im Schatten.

Trackliste

  1. 1. I Don't Like Metal
  2. 2. M.E.T.A.L.
  3. 3. Angie
  4. 4. Hitler Hatte Keinen Sex
  5. 5. Das Eine
  6. 6. Geh Mer Halt Zu Slayer
  7. 7. J.B.-Boy Und J.B.-Girl
  8. 8. Dio In Rio
  9. 9. Der Böse Gott
  10. 10. Der Ossi Sucht Das Glück
  11. 11. Wessi Girl
  12. 12. Glenn Leipzig: Mudder
  13. 13. Lieber Fieber
  14. 14. Es Muss Ein Rock (Durch Deutschland Gehen)

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LAUT.DE-PORTRÄT J.B.O.

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20 Kommentare

  • Vor 12 Jahren

    @Enno K. (« @HeißeBlonde1991 (« @Sordos (« Was ist schlimmer als Member einer klischeebehafteten Subkultur sein? Das ganze so überzogen karikieren dass man selbst schon wieder n Klischee darstellt. Wenn ein Bombenwitz immer von einem zum anderen gemunkelt und weitergegeben wird, verliert er letztendlich wenn ihn jeder schon kennt und ihn einer dann ganz groß rausposaunt, auch seinen Witz. »):

    Richtig. Der JBO-Witz ist schon seit zehn Jahren nicht mehr lustig. »):

    War er das je? :D »):

    durchaus :P

  • Vor 12 Jahren

    Knorkator waren schon immer 5-6 Dimensionen besser.

  • Vor 12 Jahren

    mit dem unterschied das es knorkator nicht mehr gibt im gegensatz zu jbo. un das neue album von jbo ist mehr als gut geworden. eigentlich dachte ich es geht hier um idont like metal i love it ??