laut.de-Kritik

Die Schweden scheitern an der hohen Erwartungshaltung.

Review von

Nach dem starken Vorgänger "Monolith" war ich auf "The Weight Of Oceans" richtig neugierig. Doch der erste Eindruck gerät zwiespältig. Konnte man das letzte Album noch problemlos Fans von Dark Tranquillity oder Opeth ans Herz legen, so ist die Zuordnung dieses Mal nicht ganz so leicht.

Sphärische Keyboards leiten "Colossus" ein, zu denen sich zaghaft Drums, Bass und schließlich eine Gitarre gesellen. Fast schon meint man, es mit einem eröffnenden Instrumental zu tun zu haben, dass so gar nicht in die Gänge kommen will, bis endlich Tobias Netzell mit tiefen Growls die Harmonie durchbricht. Fast zehn Minuten nehmen sich die Schweden Zeit, um den Hörer mit ihrer neuen Scheibe zu begrüßen und auch wenn sich der Opener mehr und mehr steigert, fehlt der Gitarrenarbeit und damit dem ganzen Song immer wieder das gewisse Etwas.

Allmählich wird deutlich, wie hoch die Erwartungshaltung nach "Monolith" bereits war. Doch in "A Vow To Conquer The Ocean" oder "From A Tidal Sleep" findet man durchaus Momente, die merklich an "Swallow The Sun" erinnern und auch deren Tiefgang erreichen. Eine besondere Fragilität erreichen sie mit dem sanften "Celestial Tear" und dem kurzen Klavierstück "Sirens".

So ganz haben die Skandinavier ihre Vergangenheit aber doch nicht ad acta gelegt, denn sowohl "Convergence", als auch das rhythmisch ganz interessante "Isle Of Solace" setzen mitunter deutlich auf die Beinarbeit von Drummer Christian Netzell. Das Gleiche gilt für "The Drowning Sun", der für meinen Geschmack intensivste Song des gesamten Albums.

"The Weight Of Oceans" zeigt eine Band, die scheinbar zwischen den eigenen schöpferischen Ansprüchen und der musikalischen Eingängigkeit hin und her gerissen ist. Zwar finden sie weitgehend einen Mittelweg und kreieren dabei durchaus gute Songs, doch im Vergleich zu den bisherigen Alben zieht das dritte Studioalbum leider den Kürzeren.

Trackliste

  1. 1. Colossus
  2. 2. A Vow To Conquer The Ocean
  3. 3. From A Tidal Sleep
  4. 4. Celestial Tear
  5. 5. Convergence
  6. 6. Sirens
  7. 7. Isle Of Solace
  8. 8. The Drowning Sun
  9. 9. Voyage Of A Wavering Mind

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2 Kommentare

  • Vor 9 Jahren

    Als ob es nicht schon genug Durchschnittskram gibt, produziert der Metal anno 2012 immer neues Material (für Sammler?, für Schwerhörige?,für Bekloppte? für wen?)

  • Vor 8 Jahren

    das ist natürlich ziemlich platt von dir. wenn man sich für melodic death metal mit progressivem einschlag interessiert, sind in mourning exquisite auslese. "the weight of oceans" ist genau an den richtigen stellen entweder eingängig oder komplex, entweder nach vorne preschend oder minimalistisch, entweder aggressiv oder melancholisch. aber einfach richtig gut. aber ich wundere mich: warum tauchen be'lakor in eddies metal-ecke nicht auf??? in mourning, insomnium und omnium gatherum wurden hier bewertet, alles großartige und von mir geliebte bands. aber be'lakor gehören einfach dazu und sind musikalisch und atmosphärisch den genannten bands mindestens ebenbürtig, stellenweise sogar überlegen!!! vielleicht sind sie nicht beachtet, weil sie von down under kommen und man australien und umgebung nicht wirklich als quelle guten metals kennt. auch noumena und mors principium est verdienen hier aufmerksamkeit.