laut.de-Kritik

Die Band hat das Publikum voll auf ihrer Seite ...

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Wow, in Sachen Live-Mitschnitte machen In Flames auf "Used And Abused ... In Live We Trust" wirklich keine halben Sachen. Material wird wohl reichlich zur Verfügung gestanden haben, denn schließlich dürften die Jungs ihre Familien inzwischen nur noch aus dem Fotoalbum kennen.

DVD 1 bietet dem Fan die Auswahl zwischen drei Konzerten der Skandinavier. Naja, eigentlich sind es zwei, denn "Soundtrack Tour" beinhaltet gerade mal zwei Songs von besagter Tour. Dafür bieten vor allem die beiden Gigs im Sticky Fingers Club jede Menge Gelegenheit, sich von der Spielfreude von In Flames zu überzeugen. Zum Auftakt der Welttournee hat die Bands an zwei Abenden zwei komplett unterschiedliche Sets im heimischen Göteborg gespielt. Set 1 besteht aus dem kompletten "Soundtrack To Your Escape"-Material, während Set 2 sich auf ältere Songs der Combo konzentriert.

Während in dem kleinen Sticky Fingers Club die Atmosphäre natürlich deutlich persönlicher und familiärer ist, setzt der Gig im Hammersmith auf große Produktion. Leider ist nicht der komplette Auftritt im legendären, Londoner Club auf Band festgehalten, aber auch die vorhandenen neun Songs machen gute Laune. Die Band hat das Publikum voll auf ihrer Seite und raucht einen Pyro nach dem anderen ab. Anders kann sich das von Bruce Dickinson vorexerzierte "Scream for me, Hammersmith"-Spielchen nicht verkneifen, aber Fans fressen ihm eh aus der Hand.

Obwohl der Laden bis auf den letzten Platz voll zu sein scheint, bildet sich immer wieder ein ansehnlicher Mosh-Pit. Der Fronter kommuniziert recht gut mit dem Publikum und bekommt einiges an Applaus, als er das Pantera-Cover "Fucking Hostile" nicht nur dem ermordeten Dimebag Darrell, sondern auch den Opfern der Tsunami-Welle in Asien widmet. Nur den Titel "Tits'n'Beers" ("Touch Of Red") scheint irgendwie keiner zu kennen.

DVD 2 beginnt mit Jester TV, was wohl den Sinn hat, die Band etwas eingehender vorzustellen und diverse Interview-Schnipsel in einen passenden Zusammenhang zu setzen. Dabei kommen die einzelnen Mitglieder alle durchwegs sympathisch rüber, erzählen aber im Endeffekt auch alle den selben Quark, wie jede andere Band auch. "110 % jeden Abend ... blablabla ... beste Album der Karriere ... blablabla ... Fans hier sind super ... rhabarber rhabarber rhabarber"

Was sie zu den einzelnen Videoshots zu "The Quite Place", "Touch Of Red", "My Sweet Shadow" und dem ominösen "Evil In A Closet"-Clip zu sagen haben, ist nicht wirklich spannend, hat aber dann einen gewissen Wert, wenn man sich die entsprechenden Clips anschließend in der "Videos"-Sektion anschaut. Dem Cutter gehören jedoch beide Daumen amputiert, denn die Hektik, in der der Japan-Trip geschnitten ist, geht einfach nur auf die Eier.

Wirklich spannend sind die Interviews mit den Instrumente-Techs und dem Rest der Crew auch nicht, und die paar Computereffekte, die besagter Cutter auf einmal entdeckt zu haben scheint, werten das auch nicht mehr auf. Der absolut überflüssige "Soundcheck" ist in etwa so spannend wie Tante Erna beim Hornhautraspeln zuzuschauen und scheint irgendwie auch nur noch Füllmaterial zu sein.

So sehr es auch die Vollbedienung in Sachen Live-Mucke auf "Used And Abused ... In Live We Trust" gibt, der Unterhaltungswert von DVD 2 hält sich sehr in Grenzen. Da gibt es bei anderen Bands deutlich mehr und vor allem wesentlich witzigere Backstage-Sachen.

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