laut.de-Kritik

Die Band aus New Jersey hält an ihren Trademarks fest.

Review von

Mit einiger Verspätung steht "Enigma" nun endlich in den Regalen. Nachdem sich die Band nach der letzten Scheibe von Roadrunner Records getrennt hatte, wollte das neue Label wohl etwas Zeit zwischen der zuletzt erschienenen EP "The Undercover Sessions" und der neuen Scheibe vergehen lassen. Das ändert aber natürlich nichts daran, dass die Band aus New Jersey weiterhin in ihren Trademarks festhält und mit diesen konsequent arbeitet.

Schon beim ersten Durchlauf von "Enigma" fällt auf, dass die Percussion-Instrumente deutlich stärker im Vordergrund stehen als auf den bisherigen Veröffentlichungen. Dennoch gelingt Ill Nino das Kunststück, dass man sich nie um die Gitarrenmacht betrogen fühlt. Stattdessen existieren alle Instrumente absolut gleichwertig nebeneinander, und wenn die Percussions nun mal keine tragende Rolle erfüllen, dann kommen Songs wie "The Alibi Of The Tyrants" oder "Guerilla Carnival" auch gern mal weitgehend ohne irgendwelches, zusätzliches Getrommel aus.

Die Gelegenheiten, bei denen Danny Couto sich seinen Platz in der vorderen Reihe erspielt, sind auf der anderen Seite zu jeder Zeit gerechtfertigt. Nummern wie das starke "Pieces Of The Sun", "Compulsion Of Virus And Fever" und vor allem das schleppende und verdammt aggressiv gesungene "Hot Summer's Tragedy" werden durch sein Spiel nicht nur ausgeschmückt - der Kerl sorgt dafür, dass seine Ideen sich zur tragenden Instrumentierung der einzelnen Stück entwickeln. Lasst sie weg,und den Songs fehlt was.

"March Against Me" ist zwar keine Ballade, aber ein eher als starker Latino-Rocker zu bezeichnen. Die Gitarren melden sich durchaus zu Wort, doch alles in allem ist der Song auch für ein Mainstream-Publikum geeignet. Die echte Ballade folgt wenig später mit "Me Gusta La Soledad" und ist leider Gottes mal wieder ein bisschen zu cheesy geraten. Vor allem, wenn tatsächlich noch Streicher zu den eh schon seichten Gitarrenklängen einsetzen, ist es bei manchem Metaller wohl vorbei. Dann doch lieber die Flamenco-Nummer "De Sangre Hermosa", die die Scheibe locker abschließt.

Mit Single-Potential sind auch die ein wenig an P.O.D. erinnernden Tracks "Formal Obsession" und "2012" ausgestattet. Das sollte allerdings nicht negativ gewertet werden, sind hier doch einfach großartige Melodien mit im Spiel, die zu keiner Zeit auf Kosten von Eingängigkeit gehen. Anstatt wie auf dem Vorgänger "One Nation Underground" verstärkt auf den Mainstream zu schielen, besinnen sich Ill Nino auf "Enigma" wieder deutlicher auf ihre Wurzeln und machen einfach, wonach ihnen der Sinn steht.

Trackliste

  1. 1. Alibi Of Tyrants
  2. 2. Pieces Of The Sun
  3. 3. Finger Painting (With The Enemy)
  4. 4. March Against Me
  5. 5. Compulsion Of Virus And Fever
  6. 6. Formal Obsession
  7. 7. Hot Summer's Tragedy
  8. 8. Me Gusta La Soledad
  9. 9. 2012
  10. 10. Guerrilla Carnival
  11. 11. Estoy Perdido
  12. 12. Cracker Jacks
  13. 13. De Sangre Hermosa

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8 Kommentare

  • Vor 10 Jahren

    die platte haut mich auch nicht so unbedingt vom hocker, schliesse mich deshalb meinen vorrednern an... ganz ok aber nicht mehr. R/R ist bis jetzt immer noch die beste scheibe...

  • Vor 10 Jahren

    Kann auch nur sagen, dass RR die beste Scheibe von den Jungs ist, aber die hier ist auch nicht übel. Hab die mir am 25.04. live angesehn und muss sagen, dass die neue Scheibe live verdammt gut rüber kommt. Die lassen live die Finger von den langsamen Liedern und knüppeln richtig durch. Also nichts mit Kuschelveranstaltung.

  • Vor 10 Jahren

    leider Gottes ist bei den Alben aber der Gesamteindruck nach Durchhören immer ziemlich soft.

    Wie ihr alle schon sagt, an RR kommen die nie wieder ran. Schade.

    Beim neuen zünden die Refrains bei mir iwie garnicht.