laut.de-Kritik

Zu Morbid Angel-Zeiten war mehr drin.

Review von

Ich dachte eigentlich immer, in Sachen Trio und Death Metal sind Krisiun die absolute Speerspitze. Warum ich dabei Hate Eternal nicht auf dem Plan hatte, ist mir ein Rätsel. Vielleicht lag es aber auch daran, dass die Jungs ja ursprünglich als Quartett gestartet sind.

Die Ausrede zählt aber auch nicht, denn schon auf dem Vorgänger "King Of All Kings" zogen Ex-Morbid Angel-Klampfer Erik Rutan und Co. nur als Trio vom Leder. Während bei Krisiun Basser Alex Camargo das Mikro malträtiert, bellt Erik bei Hate Eternal zu seinem exzellenten Gitarrenspiel noch zusätzlich die Vocals heraus. Auch was die Komplexität der Songs angeht, haben die Florida Boys, im Vergleich zu den Brasilianern, die Nase einen Hauch weiter vorn.

Diese Einschätzung nehme ich aber ausschließlich als Musiker vor. Denn als normaler Musikkonsument, würde ich wahrscheinlich zwischen meinen Lautsprecherboxen sitzen und bei "Behold Judas" oder "It Is Our Will" zusehen, wie mir Schrauben, Sprungfeder und auch ein, zwei Gehirnzellen aus dem Hirn plöppen. Die Mucke scheint mehr dem Selbstverwirklichungszweck als der Unterhaltung zu dienen. Allein "Sons Of Darkness" ist in gewissem Maße eingängig und bleibt im Ohr hängen.

So sehr ich auch Derek Roddy als Drummer schätze, ein bisschen weniger Hyperblasts und vielleicht der ein oder andere Groove mehr und Songs wie "The Victorious Reign" oder "Path To Eternal Gods" kämen deutlich besser zur Geltung. Was sind das eigentlich für Geräusche in "To Know Your Enemy"? Soll das eine Didgeridoo sein? So klang mein Fön nämlich auch kurzzeitig, bevor er "Fump" sagte und still und leise abgeraucht ist.

Still und leise ist auf "I, Monarch" eigentlich gar nichts und auch mit Variationen ist es leider nicht weit her. Erik, Derek und Neu-Basser Randy hacken sich durch die zehn Songs und lassen bei aller erstklassigen Technik den Wiedererkennungswert viel zu kurz kommen. Wer nicht zu den absoluten Extremhärtnern zählt oder diese Mucke selbst spielt, wird es kaum schaffen, einen Titel auf Anhieb zu erkennen.

So bleibt "I, Monarch" (der gute Erik scheint's ganz schön mit den royalen Titeln zu haben) eine technisch hochklassige Scheibe, der es leider an nachvollziehbaren Songs fehlt. Da war zu früheren Morbid Angel-Zeiten mehr drin.

Trackliste

  1. 1. Two Demons
  2. 2. Behold Judas
  3. 3. The Victorious Reign
  4. 4. To Know Our Enemies
  5. 5. I, Monarch
  6. 6. Path To The Eternal Gods
  7. 7. The Plague Of Humanity
  8. 8. It Is Our Will
  9. 9. Sons Of Darkness
  10. 10. Faceless One

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