laut.de-Kritik

Alt geworden, aber nicht erwachsen.

Review von

Eine Band, die sich mit rotzfrechen Lyriks Ende der Neunziger im Fahrwasser der Highschool-Punk-Bands Green Day und Blink 182 in die Charts schwemmen ließ, will mit ihrer dritten Platte den Hörern ihre Eigenständigkeit beweisen. Groß angekündigt ziehen sie einen Schlussstrich unter ihr Rotz-Punk-Image und ihre Hau-Drauf-Texte und brechen auf zu neuen Ufern.

In Songs wie "Lifestyles Of The Rich And Famous" vom Vorgängeralbum noch rebellierende Teenager, die der Gesellschaft ihre Meinung voll ins Gesicht brüllen, versöhnen sie sich jetzt mit ihr. Damit passt sich auch der Sound der beiden Madden-Brüder der allgemeinen Hörerschaft der Musiksender an.

Die früheren Ideale über Bord geworfen, wird produziert, was der Markt hören will, oder will er doch nicht? Flimmern inzwischen doch vermehrt Rüpel-Rammstein und Schock-Rocker Manson über den Bildschirm. Auch die Kollegen von Green Day haben eine amerika-kritische Platte konziptiert, die einen Brecher nach dem anderen durch die Lautsprecher schickt. Sie sind erwachsen geworden und rocken mehr denn je ...

Good Charlotte beginnen mit einem Track, der mit klassischen Geigen, Harfen und einem tragisch stimmenden Frauenchor auf die falsche Fährte lockt. Der Schein trügt, bald schrammeln Gitarren nach gewohnter Manier zum Schlagzeug, das gemeinsam mit gesampelten Herztönen den Takt angibt. Gewohnt melodisch sinniert Joel Madden übers Altwerden und den Tod. Ist die Band vielleicht alt und doch nicht erwachsen geworden? Wo bleiben schnelle Stücke und der fette Sound von früher?

Spätestens bei "I Just Wanne Live" zieht's dem Hobby-Punker endgültig den Stecker. Soll das Pop, Punk oder R'n'B sein? Man weiß es nicht ... Es folgen weder Fisch noch Fleisch, wenn die fünf Jungs zum Popper-Beat singen und im Hintergrund ständig der Synthesizer mit unpassendem Streicher- oder Panflöten-Imitaten dazwischen funkt. Einige Balladen "The Truth" und "We Believe" unterbrechen die Midtempo-Songs, wobei ich auch hier die Authentizität vermisse. Für mich ist die Platte ein verunglückter Versuch der Band, neue Wege einzuschlagen.

Trackliste

  1. 1. Once Upon A Time: The Battle Of Life And Death
  2. 2. The Chronicles Of Life And Death
  3. 3. Walk Away (Maybe)
  4. 4. S.O.S.
  5. 5. I Just Wanne Live
  6. 6. Ghost Of You
  7. 7. Predictable
  8. 8. Secrets
  9. 9. The Truth
  10. 10. The World Is Black
  11. 11. Mountain
  12. 12. We Believe
  13. 13. It Wasn't Enough
  14. 14. In This World (Murder)
  15. 15. Meet My Maker

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