laut.de-Kritik

Finnland schwingt die Thrash-Keule.

Review von

Der Talentfundus der finnischen Musikerszene scheint nahezu unerschöpflich zu sein, so dass es sich Drakkar zur Aufgabe gemacht haben, uns ein paar bisher verborgene Perlen näher zu bringen. Diablo kennen wir bereits, nun folgen mit Codeon und Godsplague zwei weitere Hochkaräter.

Während Codeon sich im technischen Death Metal austoben, setzen Godsplague eher auf moderne und vor allem fett groovende Klänge. Im Vergleich zum Vorgänger "Triumph" geht es auf "H8" titelgemäß deutlich härter und derber zur Sache. Von Stoner Metal ist heute nicht mehr viel übrig. Stattdessen regiert die Thrash-Keule und mit Songs wie "Useless" oder "Don't Come Back" bewegt man sich nahe der Gefilde von den befreundeten Kollegen Stam1na.

Fast ständig lassen sich Bands raus hören, die bei bestimmten Parts und Riffs Pate standen. Godsplague gefallen sich allerdings dabei, diese Einflüsse zwar immer wieder zu zeigen, dann aber mit anderen Elementen zu mischen. Oder sie lassen einen Refrain folgen, der auf den ersten Eindruck überhaupt nicht zu der brettharten Strophe passen mag, beispielsweise in "Under The Fire". Dass auch gerne mal Metallica und Pantera zitiert werden, wenn es richtig hart zur Sache geht, ist weiß Gott kein Grund zur Klage.

Die großartigen Melodien in den Refrains von "I Will Break You" oder "The Depth" belegen außerdem, dass Gitarrist Euge seit einiger Zeit bei Suburban Tribe aktiv ist, wo auch Sänger Nico ein gern gesehener Gast ist. Das eingängige "Into Oblivion" legt derweil fast durchgehend die selbe Leichtigkeit an den Tag wie Suburban Tribe.

Die Stoner-Klänge vom Vorgängeralbum "Triumph" tauchen eigentlich nur noch bei "Time Bomb" auf. Allein das abschließende "H8" fällt mit den Stakkato-Riffs ein wenig aus dem Rahmen und zeigt einmal mehr die Variabilität Euges. Der Mann schreddert einfach genauso locker wie ein Dimebag Darrell oder er reißt ein Solo im typischen Kirk Hammet-Stil runter, ohne sich dabei großartig einen abzubrechen. Keine Wunder, dass Alexi Laiho für seine Kumpels auch gern mal ein Solo springen lässt.

Trackliste

  1. 1. Zero Mission
  2. 2. Useless
  3. 3. Into Oblivion
  4. 4. I Will Break You
  5. 5. The Depth
  6. 6. Hope
  7. 7. All You Are / J.P.D.L.
  8. 8. Timebomb
  9. 9. 4130 / Don't Come Back
  10. 10. Under The Fire
  11. 11. H8

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1 Kommentar

  • Vor 11 Jahren

    Erstmal nicht jede finnische Band ist gut, nur weil gerade jede finnische Dorfband als "schneller, härter, technischer" angepriesen wird. Aber hier bin ich wirklich erstaunt - groovig kommt das Material daher. Stoner-Rock Gitarrenriffs, treibendes Schlagzeugspiel, überdrehter Bass - abgedrehte Soli. Bin sprachlos - aus Finnland kommen die?

    Hammeralbum - 4/5 Punkten