laut.de-Kritik

Kann nicht ganz mit "The Shadow Line" mithalten.

Review von

Godhead scheinen eine Vorliebe für musikergeführte Labels zu haben. Nachdem auf dem Marilyn Manson-Label Posthuman schnell wieder Schicht im Schacht war, sind sie mittlerweile bei Driven Music Group gelandet, dem Label des ehemaligen Korn-Gitarristen Brian 'Head' Welch.

Teils orientalische, teils einfach nur wirre Klänge leiten das Labeldebüt ein und prägen auch den ersten Song "The Puppet". Hypnotische Beats und Riffs untermalen den verzerrten Gesang von Fronter Jason C. Miller, der erst zum Chorus hin mit seiner klaren, warmen Stimme glänzt. Die macht auch "Stay Back" einmal mehr zu einem Song, der sich mit unglaublicher Leichtigkeit in die Gehörgänge schmeichelt und an manche Glanztat des Vorgängers "The Shadow Line" erinnert.

Aus seiner Vorliebe für Rockmusik der 90er-Jahre mit leichten Gothic-Einflüssen hat Mr. Miller noch nie einen Hehl gemacht. Auch die Tatsache, dass er gern mit schwelgerischen Melodien arbeitet, die wie in "Hero" auch mal zum Kitsch tendieren, ist kein Geheimnis. Entweder man steht drauf und oder eben nicht. Allerdings wäre eine gewisse Variation in Sachen Geschwindigkeit und Dynamik nicht schlecht gewesen.

So mag man bemängeln, dass nur "The Decline" und "Consumption" Härte und Tempo auffahren. Letztgenannter Song hat aber auch mit dem Problem zu kämpfen, dass da wohl jemand vergessen hat, den Bass-Pegel nach oben zu schieben. Mit ordentlichem Sound wäre die Uptempo-Nummer richtig was wert, aber so ...

Elegische Nummern wie das mit einem fantastischen Chorus ausgestattete "Closing The Door" oder das mit einem dramaturgisch gelungenen Aufbau glänzende "The Origin Of Suffering" entschädigen für Titeltrack und "Soldier's Song", mit "Become The Sky" schlagen Godhead dann eine etwas EBM-lastige Richtung ein, doch vor allem die fünf Remixe am Ende des Albums machen in dieser Hinsicht keine Kompromisse.

Angefangen bei der Assemblage 23-Version von "Stay Back" über "Consumption", dem Sebastian Komor von Melt einen heftigen Industrial-Touch verpasst, bis hin zu den schon technoiden Stücken "Soldier's Song" und "Closing The Door", die zumindest meine Nerven überstrapazieren. Da rotzt der gepimpte Titeltrack von American Head Charge doch auch deutlich besser.

"At The Edge Of The World" ist ein gutes Album geworden. An "The Shadow Line" kommen die Songs allerdings nicht ganz heran, dazu scheint die Inspiration dieses Mal nicht gereicht zu haben. Tolle Melodien finden sich auf der neuen Scheibe dennoch zuhauf.

Trackliste

  1. 1. Approaching The Edge (Intro)
  2. 2. Puppet
  3. 3. Stay Back
  4. 4. Just Take Anything
  5. 5. Hero
  6. 6. Decline
  7. 7. Edge Of The World
  8. 8. Closing The Door
  9. 9. Soldier's Song
  10. 10. Consumption
  11. 11. Beceom The Sky
  12. 12. And Ever
  13. 13. Origin Of Suffering
  14. 14. Stay Back (Assemblage Mix)
  15. 15. Consumption (Melt Mix)
  16. 16. Soldier's Song (Sold-Your-Soul Mix)
  17. 17. Closing The Door (Cursed Mix)
  18. 18. Edge Of The World (Fat Acid Mix)

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