laut.de-Kritik

Modern Metal at its best.

Review von

Während sich God Forbid in den USA einen recht soliden Status erarbeiten konnten und dort Fans von Machine Head oder Lamb Of God ein Begriff sind, fristen sie in Deutschland noch ein ziemliches Schattendasein. Das dürfte wohl nicht zuletzt daran liegen, dass die Jungs immer etwas in die Metalcore-Ecke abgeschoben wurden, wo sie nicht wirklich hingehören.

Das Wechselspiel zwischen den derben Vocals von Byron Davis und den klaren Gesangslinien, die vermutlich weitgehend Gitarrist Doc Coyle übernimmt, machen den Metalcore-Bock eigentlich nicht fett. Dafür aber das Riff, das God Forbid uns mit "Don't Tell Me What To Dream" um die Ohren blasen. So tief und polyrhythmisch gehen sonst Meshuggah zu Werke und auch der Band aus New Jersey steht das bestens zu Gesicht.

Dass sie auch ganz anders können zeigt "My Rebirth", das direkt mit einer großartigen Melodie glänzt und fast in eine klassische Metal-Nummer im Judas Priest-Stil übergeht. Damit zeigen sie gleich mal beide Seiten ihrer hell glänzenden Medaille. Sobald Druck und Tempo vorherrscht, sind die Jungs auf der sicheren Seite, bei den Melodien neigen sie hin und wieder zu ein wenig Kitsch.

Wobei man nicht behaupten kann, dass God Forbid auch hier nach Auswegen suchen würden. "Scraping The Walls" folgt zwar zunächst dem gängigen Muster aus harter Strophe und melodischem Refrain. Allerdings hämmert Drummer Corey Pierce einen deftigen Blastbeat drunter und der Song entwickelt sich trotz seines hochmelodischen Refrains zwischenzeitlich fast schon zu einer Prog-Nummer.

Mit Krachern wie "A Few Good Men", dem treibenden "Overcome" oder dem groovenden Thrasher "Cornered" holen sie die derbe Axt hervor und präsentieren Modern Metal at its best. Der ein ohne andere Chorus hätte für meinen Geschmack etwas saftiger und ohne diverse Synthies ausfallen können, aber darüber lässt sich bekanntlich streiten.

Mit "This Is Who I Am" bewegen sie sich hin und wieder doch recht nah am Schmalz, aber in der Regel schaffen es God Forbid mit scheinbarer Leichtigkeit, Härte und Melodie geschickt zu verbinden, wie im etwas an Alice In Chains erinnernde "Move On". Wer "Earths Blood" noch in guter Erinnerung hat und die Platte liebt, wird auch "Equilibrium" schnell in sein Herz schließen.

Trackliste

  1. 1. Don't Tell Me What to Dream
  2. 2. My Rebirth
  3. 3. A Few Good Men
  4. 4. Scraping the Walls
  5. 5. Conquer
  6. 6. Equilibrium
  7. 7. Overcome
  8. 8. Cornered
  9. 9. This Is Who We Are
  10. 10. Move On
  11. 11. Pages
  12. 12. Awakening
  13. 13. Where We Come From

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