laut.de-Kritik

Was man damals hasste, gilt heute als Kult-Objekt.

Review von

George Michael ist Robbie Williams um circa 15 Bühnenjahre voraus. Während Robbie sich zurzeit mit knapp zehn Jahren Powerpräsenz auf DVD schmückt, feiert das andere Ex-Boygroup-Mitglied bereits sein 25-jähriges Jubiläum. Herzlichen Glückwunsch, Georgieboy.

Ist ja auch schon länger her, dass du eine Greatest Hits veröffentlicht hast ("Ladies & Gentlemen", 1998). Während der charmante Gentleman derzeit die Konzerthallen füllt, erfüllt diese Best Of-Unterhaltung die absolute Retro-Allergie, äh, -Nostalgie.

Unter dem Motto "For Living" erleben wir auf der ersten CD den neongesprenkelten 80er-Sound mit seinen weißen Tennissocken, Synthie-Gehabe und fröhlichem Händeklatschen. Was man damals mit vernichtenden Blick betrachtete, gilt jetzt als Kultobjekt. Tanzbar ist es allemal.

"Wake Me Up Before You Go-Go", "Freedom" und "Everything She Wants" sangen damals zwei Sunnyboys aus England, deren Frisuren heute immer noch für lautes Schmunzeln sorgen. Zu Wham! gehörte neben George Michael auch Andrew Ridgeley, von dem man heute allerdings weniger hört.

In den 80er Jahren waren sie die etwas anderen Take That und bewirkten ebenfalls, nur ein paar Jahre früher, zahlreiche Ohnmachtsanfälle. Und, das sollte man nicht vergessen, Georgios Kyriacos Panayiotou, so lautet GMs bürgerlicher Name, hat schon damals alle Songs selbst geschrieben.

Nach dem Aus der Band gab es zunächst mal einige Alkohol- und Drogenexzesse, wie nach den meisten Boygroup-Auflösungen. Doch auch Mr. Michael fand schnell den Pfad zur erfolgreichen Solokarriere, und der hatte schon bald nichts mehr mit 80er-Pop zu tun. "Faith" gehört zu den ersten Pophits, und immer häufiger führt es ihn auf die Diskotanzfläche. Im Duett mit Mary J. Blige ("As") und in "An Easier Affair" lässt er den funky Soul sprechen.

George sprach auch bald offen über seine Vorliebe für Männer. Sein Tête-à-Tête mit einem Mann auf einer öffentlichen Toilette in L.A. sorgte für noch mehr Pressewirbel. Die anschließende Verhaftung schildert der Künstler in seinem Video zu "Outside" provokant und ehrlich. Neben den Skandalen bewahrt der Superstar aber stets Contenance und atmet glücklich auf, als sich die Aufmerksamkeit der Yellow Press Ende der 90er mehr auf Robbie Williams richtet. "Jetzt muss sich Rob nur noch zu seiner Homosexualität bekennen, und ich hätte endlich wieder Ruhe", sagte er lächelnd-ironisch kürzlich in einem Interview.

Gemütlich wird es auf jeden Fall mit CD Nummer 2. Kuscheln ist angesagt und wir lassen uns berieseln von schmerzverzerrten Saxophon-Soli ("Careless Whisper"), die heute mehr als verboten sind. Natürlich fehlt auch "Last Christmas" nicht. Dieser Evergreen ist aus der Weihnachtszeit wohl nicht mehr wegzudenken und klingt beseelt aus jeder heiligen Anlage. Darüber hinaus ist es die meist verkaufteste Single der vergangenen zwanzig Jahre. Na, mit den Alimenten sollte der Mann doch eigentlich ausgesorgt haben?!

Internationale Charterfolge sollten George aber auch in diesem Jahrhundert sicher sein. Zuletzt kletterte die Ballade "This Is Not Real Love" mit ausdrucksstarker weiblicher Unterstützung von Ex-Sugababe Mutya in den Erfolgshimmel. Na, dann, auf in ein glückliches, gesundes, neues Jahr!

Trackliste

CD 1

  1. 1. Everything She Wants
  2. 2. Wake Me Up Before You Go-Go
  3. 3. Freedom
  4. 4. Faith
  5. 5. Too Funky
  6. 6. Fastlove
  7. 7. Freedom! '90
  8. 8. Spinning The Wheel
  9. 9. Outside
  10. 10. As
  11. 11. Freeek!
  12. 12. Shoot The Dog
  13. 13. Amazing
  14. 14. Flawless (Go To The City)
  15. 15. An Easier Affair

CD 2

  1. 1. Careless Whisper
  2. 2. Last Christmas
  3. 3. A Differen't Corner
  4. 4. Father Figure
  5. 5. One More Try
  6. 6. Praying For Time
  7. 7. Heal The Pain
  8. 8. Don't Let The Sun Go Down On Me
  9. 9. Jesus To A Child
  10. 10. Older
  11. 11. Round Here
  12. 12. You Have Been Loved
  13. 13. John And Elvis Are Dead
  14. 14. This Is Not Real Love

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