laut.de-Kritik

Nach über 30 Jahren Rush das erste Solowerk des Bassisten und Sängers.

Review von

Rush machen mal wieder Pause und Geddy Lee widmet sich nach über 30 Jahren (!) seinen ersten Gehversuchen auf Solopfaden. "My Favorite Headache" heißt das Teil, aber wirklich Überraschendes liefert er nicht ab. Es fehlen die vertrackten Breaks und Rhythmuswechsel von Rush-Schlagzeuger Neil Peart (nebenbei bemerkt der wohl begnadetste Rock-Schlagzeuger auf Erden) und das ist wohl auch der Grund, warum die Songs mehr auf seine Stimme und die Melodien zugeschnitten wurden. Womit wir bei dem Knackpunkt der CD wären, denn man muss Geddys Falsettgesang schon mögen, um der Musik etwas abgewinnen zu können, ansonsten kann die hohe Stimmlage nerven.

An der Schießbude saß übrigens Matt Cameron, den meisten wohl von Pearl Jam und Soundgarten bekannt. Die Gitarre malträtiert Ben Mink, der langjährige musikalische Weggefährte von K.D. Lang und am Bass ... No Comment. Wohltuend, dass sich Lee nicht zu perfiden Bass-Sololäufen hinreißen lässt. Auch wenn er das ohne Probleme hin bekommen würde, so ist es doch schön, dass er sein Instrument in den Dienst des Gesamtsounds stellt.

War ich vom letzten Rush-Output "Test For Echo" doch etwas enttäuscht, macht Lee diesen Eindruck durch sein neues Album wieder wett. Songstrukturen, die man bei anderen Rock-Acts niemals finden würde, tauchen hier zuhauf auf. Als herausragendes Beispiel sei hier "Spill" erwähnt, das sanft mit Pianoklängen einsteigt und sich zu einem wahren Klasse-Song entwickelt. Gesangsparts, die auf einmal unerwartete Wendungen nehmen, treiben mir immer wieder Schauer über den Rücken.

Ich bin mir nicht so ganz sicher, ob alle Rush-Fans ihren Gefallen an "My Favorite Headache" finden werden, wer sicher gehen will sollte sich zuerst an der klasse gestalteten Webseite (www.myfavoriteheadache.com) erfreuen.

Trackliste

  1. 1. My Favorite Headache
  2. 2. The Present Tense
  3. 3. Window To The World
  4. 4. Working At Perfekt
  5. 5. Runaway Train
  6. 6. The Angels' Share
  7. 7. Moving To Bohemia
  8. 8. Home On The Strange
  9. 9. Slipping
  10. 10. Still
  11. 11. Grace To Grace

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2 Kommentare

  • Vor 9 Jahren

    Geniales Album! Ich höre es im Moment - die Arrangements sind richtig geil, so etwas werden wir sowohl lyrisch als auch vom Aufbau her nie bei Rush zu hören bekommen, wobei dies den Glanz der Hauptband nie schmälern könnte.
    Sollte man unbedingt reinhören!

  • Vor 9 Jahren

    Geniales Album! Ich höre es im Moment - die Arrangements sind richtig geil, so etwas werden wir sowohl lyrisch als auch vom Aufbau her nie bei Rush zu hören bekommen, wobei dies den Glanz der Hauptband nie schmälern könnte.
    Sollte man unbedingt reinhören!