laut.de-Kritik

Eine gute Platte, aber kein Beast.

Review von

In puncto Alben geht es im Hause Teichmann gemächlich zu. Immerhin acht Jahre nach Gründung ihres Festplatten-Labels und der ersten gemeinsamen 12" schaffen es die Brüder eine Langspielplatte zu veröffentlichen. Blondkopf Andi wagte mit seinem wunderbaren 2005er-Solo-Werk bereits den ersten Schritt, jetzt scheint die Zeit reif für Doppel-Spitze zu sein.

Mit "Un Bug" legen die Teichis gleich gut los und holen sich die charmante Alice Clement ins Boot. Deren zuckersüße Stimme ist auch auf zwei weiteren Songs der Platte zu hören und bringt den sonst so kickend und frickelnden Brüdern eine sanfte Pop-Note ein, die sich perfekt mit ihren Beats arrangiert.

Selbst dick aufgetragenen Basslinen im Diss-Track "Minimal Scheißegal" weiß ihre weiche Stimme geschmeidig zu schmieren. Neben all dem Pop wäre man aber nicht die Teichmänner, wenn man nicht auch noch ein paar Dancefloor-Killer auf Lager hätte. "Dance And More" oder "Karacho" sind vorsätzliche Abgeher erster Güte. Ein fetter und deeper Bass, der ordentlich durch den Track schiebt, ein bisschen Geklimper hier und da und gut iss. Manchmal kann es so einfach sein.

Trotzdem ist "The Number Of The Beat" nicht das zwingende Gesamtwerk geworden, das man sich in Angesicht der Zeitspanne, die diese Veröffentlichung auf sich warten ließ, gewünscht hatte. Dafür gibt es schlicht und einfach zu viele Hänger. Vieles auf dieser Platte bringt zwar Abwechslung mit sich und zeigt die Vielfältigkeit des Brudergespanns, klickert aber wie beispielsweise "Nick" spätestens nach zwei Minuten lustlos vor sich hin.

Das Debüt pendelt zwischen Draufhauen, Schwofen und relaxtem Sofa-Kopfnicken. Nach so viel DJ-Tätigkeit wie die beiden Teichis auf dem Buckel haben, hätte man eigentlich erwarten können, dass diese verschiedenen Styles aufregender und geschmeidiger ineinander verwurschtelt werden als mit den etwas unausgegorenen Zwischenspielern, die sich die Gebrüder als Übergang zwischen jedem (!) Track nicht verkneifen konnten.

"The Number Of The Beat" ist kein "Beast", wie es die Iron Maiden-Anspielung im Titel vermuten lässt. Es ist ein gutes Album voller Facetten der elektronischen Tanzmusik, das dick auftischt, aber nicht wirklich mitzieht. So muss ich also weiterhin hoffen, dass die Exil-Regensburger mal ein Konzept-Album mit ganz viel Pop-Appeal aufnehmen. Denn wie erfrischend sie diese Spielart drauf haben, zeigen einmal mehr Songs wie "Romy" mit Beige GT-Sänger Martin Haygis am Mikrofon. Es muss nicht immer alles oder nichts sein. Weniger ist oftmals mehr.

Trackliste

  1. 1. Auftakt
  2. 2. Un Bug
  3. 3. Interregio
  4. 4. Dance And More
  5. 5. Zwischenspiel
  6. 6. 606 (The Number Of The Beat)
  7. 7. Intermezzo
  8. 8. Minimal Scheissegal
  9. 9. Hoplahop
  10. 10. Nick
  11. 11. Karacho
  12. 12. So Dance
  13. 13. Start
  14. 14. Whateverman
  15. 15. Moog Interlude
  16. 16. Romy
  17. 17. Jodel
  18. 18. Offset
  19. 19. Knarz V
  20. 20. Inviolata Version
  21. 21. Extro

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