laut.de-Kritik

Das Werk eines Routiniers.

Review von

Gary Moore anno 2007 hört sich genauso an wie Gary Moore anno 2004. Oder 2006. Nach einer einmaligen Reunion mit seinen ehemaligen Kollegen von Thin Lizzy anlässlich eines Tribute-Konzerts für Phil Lynott im August 2005 ist der Mann aus Belfast zu dem zurückgekehrt, was ihm am meisten liegt: dem Blues mit Verzerrer und viel, viel Gefühl.

Wie auf "Power Of The Blues" (2004) und "Old, New, Ballads, Blues" (2006) wechseln sich eigenes und fremdes, schnelles und ruhiges Material ab. Der Opener "If The Devil Made Whisky" bietet archetypischen Moore: Der Sound seiner Gitarre ist zwar dreckig, fast schon hardrockig, dennoch handelt es sich um reinrassigen Blues. Seine Stimme ist überzogen, Schlagzeug und Bass liefern ihren Beitrag schnörkellos und ohne Schnickschnack.

"Trouble At Home" verschafft schon die erste Verschnaufpause, zumindest rhythmisch, denn mit einer ruhigen Orgel im Hintergrund klingt das Stück herzzerreißend wie nur Moore es hinkriegt. Der Draufgänger und der Leidende eben, wie er es in den letzten 30 Jahren wiederholt unter Beweis gestellt hat.

Mit "Thirty Days" folgt eine kleinere Überraschung, denn das Lied stammt von Chuck Berry und bietet verzerrten Rock'n'Roll. Im restlichen Verlauf huldigt Moore John Mayall ("Have You Heard"), Sonny Boy Williamson ("Checkin' Up On My Baby"), Sonny Boy Williamson II ("Eyesight To The Blind"), Jimmy Witherspoon ("Evenin'") und Son House ("Sundown"). Die Tracks 6 und 9 überzeugen mit ihrem fiesen Gitarrensound, das letzte Stück ist ausnahmsweise akustisch und sorgt für einen versöhnlichen Abgang.

"Close As You Get" ist das Album eines Routiniers, der es nicht mehr nötig hat, seine Künste neu zu erfinden. Dabei gilt das gleiche wie für die vorangegangenen zwei Alben: Handwerklich sind sie gut gemacht, ein bisschen mehr Abwechslung würde jedoch nicht schaden.

Trackliste

  1. 1. If The Devil Made Whisky
  2. 2. Trouble At Home
  3. 3. Thirty Days
  4. 4. Hard Times
  5. 5. Have You Heard
  6. 6. Eyesight To The Blind
  7. 7. Evenin'
  8. 8. Nowhere Fast
  9. 9. Checkin' Up On My Baby
  10. 10. I Had A Dream
  11. 11. Sundown

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LAUT.DE-PORTRÄT Gary Moore

An Gary Moore scheiden sich die Geister. Die einen halten ihn für einen energischen Rocker, der fälschlicherweise den Blues entdeckt hat, andere mögen …

1 Kommentar

  • Vor 12 Jahren

    Mann kann ja über Gary Moore sagen und schreiben was mann will, aber wenn einer als Gitarren Gott bezeichnet werden darf dann ehr!
    Warum? Ich sage nur Montreux 1990 Jazz-Festival.
    Bis dato hatte ich schon einige Rock und Gitarren
    Götter live gesehen und gehört(Clapton,BBKing,ACDC,Santana usw)aber das war einfach nur geil geil geil geil geil!Nach einem nicht enden wollenden Gitarrensolo verneigte sich Albert Collins vor Gary Moore und wir als Zuschauer wusten nicht sollen wir lachen oder weinen , für Sekunden toten Stille im Saal!Und wenn man glaubt es gibt keine Steigerung Gary Moore holt sie aus seiner Gibson raus. Auch die neue CD Moore Moore Moore