laut.de-Kritik

Die Wüstensonne brennt schließlich auch jeden Tag.

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Uuuuuh, mein erster Podcast-Auftritt. Nun ja, Fu Manchu sind nicht immer das dankbarste Thema, wie sich auf laut.fm nachhören lässt. Wer sich fragt, weshalb die zehnte Platte des südkalifornischen Vierers an dieser Stelle trotzdem noch okay abschneidet, obwohl sich die Band seit Jahren kaum das Hirn zermartert, um neue Horizonte zu erkunden, lässt Track Nummer zwei anrotieren und sich von "Knew It All Long" über den Haufen fahren.

"Heavy As A Rock" titelte zuletzt Kollege Möller nicht zu Unrecht. Die Phrase bringt den wuchtigen California Vibe, dem die Crew um Scott Hill seit 1990 frönt, recht gut auf den Punkt: Verstärker angeworfen, Mikros eingestöpselt, stabile Sitzhaltung auf dem Drumhocker eingenommen - und "We Must Obey" kracht los. Dass Fu Manchu im Staub des Wüstenrocks geboren wurden, hört man den körnig brummenden Gitarreneinstellungen ("Lesson") immer noch an. Doch wilder Heavy Rock kann als Label ebenso gut herhalten (Titeltrack "We Must Obey" oder "Let Me Out").

Etwas umweltfreundlicher, weil im Midtempo, geben sich "Hung Out To Dry" (eine der coolsten Nummern) oder das recht melodiöse "Land Of Giants". Ein schleppender Groove lässt Hills Vocals lässiger wirken als bei den schnelleren Nummern. Irgendwo zwischen im Ansatz hysterisch und Fuck you-Attütide lässt sich Hills Organ verorten. Dazu scheppert ein im Gegensatz zu den Gitarren leicht in den Hintergrund gemischtes erdiges Drumming. Mal fiebrig ("Didn't Really Try"), mal psychedelisch ("Lesson") oder im Punktempo - Fu Manchus Arrangements donnern beinhart.

Sicher, das ein oder andere Pattern wurde schon runter gedroschen, aber: Who cares? In der Wüste brennt die Sonne schließlich auch jeden Tag erbarmungslos. Zumal auf jeder Scheibe mindestens eine Handvoll griffiger Riffs stattfinden. Fu Manchu gehören definitiv zu den Bands, bei denen man nichts falsch macht, wenn mal wieder die Rockerfreunde zu Hause einfallen und man nicht so recht weiß, was nun aufzulegen ist: "We Must Obey" kann durchlaufen.

Die Limited Edition wartet mit dem Extra-Track "Never Again" auf. Zum Weiterfeiern sei dann noch auf die Alben "Eatin' Dust" (1999) und das hitverdächtige "California Crossing" (2002) hingewiesen. Live gibts die volle Breitseite im Mai.

Trackliste

  1. 1. We Must Obey
  2. 2. Knew It All Along
  3. 3. Let Me Out
  4. 4. Hung Out To Dry
  5. 5. Shake It Loose
  6. 6. Land Of Giants
  7. 7. Between The Lines
  8. 8. Lesson
  9. 9. Moving In Stereo
  10. 10. Didn't Really Try
  11. 11. Sensei V.s Sensei
  12. 12. Never Again

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