laut.de-Kritik

Zweitaufguss im modernen Soundkleid mit Softrock-Pathos.

Review von

Im Narrengarten unter dem Zitronenbaum, der einst die ertragreiche Liedfrucht "Lemon Tree" danieder warf, da saßen Fools Garden im zwanzigsten Jahre ihres Bestehens und beschlossen, dass die Frucht reif für einen Zweitaufguss der Zitronenkaltschale wäre. Für einen Zweitaufguss in modernem Soundkleid nämlich, mit dramatischen Steigerungen und Softrock-Pathos. Und für ein Coveralbum obendrein, wo man total wild drauflos durch die Gassenhauer musizieren würde, im "typischen Fools-Garden-Stil".

Mit "Lemon Tree" beginnt "Flashback", und weil der Flashback so schön war, endet er dann auch noch mit einer klassischen Version desselbigen. Dazwischen, umrahmt vom Limonengewächs, gibt es den dreiviertelten Kuschelrock-Querschnitt voll auf die Zwölf. Sogar Depeche Mode müssen dran glauben: "Enjoy The Silence" steht auf dem Programm und wird zu einer wohlarrangierten Hochglanz-Ballade mit ein paar wummernden Synth-Unterlegungen. Das tut jetzt nicht besonders weh, ist aber auch nicht wirklich notwendig.

Und sonst so? "Don't Speak" von No Doubt und "Ordinary World" von Duran Duran, "Streets Of Philadelphia" von Bruce Springsteen, "Frozen" von Madonna. Oder "One Of Us" von Joan Osbourne, und auch auf Boygroup-Flashbacks haben sie Lust: "I Want It That Way" von den Backstreet Boys nehmen sich Peter Freudenthaler, Volker Hinkel, Dirk Blümlein und Claus Müller zur Brust. Was nicht eh schon längst Pop-Rock war, wird in den Pop-Rock-Kontext gesetzt. Daraus machen sie aber nicht viel, alles klingt nach braver Pflichterfüllung, die den Musikern beim Einspielen sicher sehr viel Spaß gemacht hat.

Bei "Don't Speak" darf dann ein wenig Bossa-Urlaubsflair herrschen, "One Of Us" kommt wie eine herzzereißende Ballade daher, ist ja ein Stranger on the bus, der seinen Weg home machen will, das muss man dramatisch unterlegen. "Ordinary World" bleibt Ordinary World.

Dann kommt auch noch "Wild Wild Days", und da heißt es dann "Don't you feel like I feel about the wild, wild days". Nein, nicht wirklich. We wonder how, why wonder why? Über das WIE dieses Albums braucht man nicht lange rätseln, die Frage des Warums aber, ... ach was, lassen wir das. "Für Fans der Band", wie man ein wenig euphemistisch sagt.

Sollte es jemals "Flashback Volume 2" geben, ich hätte da Songvorschläge: "Supergirl" von Reamonn, "Rescue Me" von Bell Book & Candle, "Warum" von Tic Tac Toe und wenns ganz wild zugehen soll vielleicht noch irgendwas von den H-Blockx oder den Scorps. Für Fans der Band wird das sicher eh super.

Trackliste

  1. 1. Lemon Tree - 2.0 Version
  2. 2. Enjoy The Silence
  3. 3. Sailing On The Seven Seas
  4. 4. Why
  5. 5. Ordinary World
  6. 6. Streets Of Philadelphia
  7. 7. One Of Us
  8. 8. Don't Speak
  9. 9. Frozen
  10. 10. I Want It That Way
  11. 11. Wild Days - Studio Version 2009
  12. 12. Suzy - Studio Version 2009
  13. 13. Welcome Sun - Studio Version
  14. 14. High Time - Studio Version
  15. 15. Innocence - Radio Edit
  16. 16. Maybe - Radio Edit
  17. 17. Lemon Tree

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