laut.de-Kritik

Bollernde Drums, pumpender Bass und jede Menge Riffs.

Review von

Im Herbst touren Flotsam And Jetsam mit Destruction durch Europa, da musste nach dem etwas handzahmen und schon drei Jahre alten "Ugly Noise" dringend ein neues Album her. Und das ist - abgesehen von dem etwas einfältigen Cover - ein echter Hammer geworden! Es geht los mit dem biblisch-apokalyptischen "Seventh Seal", das unheilschwanger dräuend beginnt, um dann mächtig Fahrt aufzunehmen und (mal wieder) den Weltuntergang zu verkünden.

Schon seit den mittleren Achtziger Jahren, also zu Zeiten, in denen Metallica, Megadeth, Slayer und eine Handvoll anderer Vorreiter des extremen Metal zu ihren Siegeszügen aufbrachen, traten auch Flotsam And Jetsam aus Phönix, USA, auf den Plan. Von Anfang an lieferten die Jungs mit den Alben "Doomsday For The Deceiver" und "No Place For Disgrace" äußerst starke Beiträge zu dieser schnell wachsenden Metal-Bewegung ab.

Doch kurz nach dem Debüt beging Bassist Jason Newsted Fahnenflucht und wanderte zu den schon damals erfolgreicheren Metallica ab, die nach dem frühen und unglücklichen Ableben ihres Bass-Genies Cliff Burton einen neuen Mann am Viersaiter brauchten. Und auch sonst glich das Bandcamp von Flotsam & Jetsam eher einem Taubenschlag, in dem die Bandmitglieder ständig wechselten. Die einzige Konstante war und ist Frontmann und Sänger Eric AK Knutson, der mit seiner markanten Stimme so etwas wie das Erkennungsmerkmal der Gruppe darstellt.

Trotzdem brachte die Band über die Jahre immer wieder richtig gute Alben heraus, wie zum Beispiel "Cuatro", das gemäßigtere, aber sehr intensive "Drift" oder nicht zuletzt das starke "The Cold". Live brillierten die Mannen um Eric AK beispielsweise auf dem Keep It True Festival 2014, wo sie unter anderem mit der vollständigen Tracklist von "No Place For Disgrace" auftraten, das sie kurz zuvor noch einmal neu aufgenommen hatten.

Alles gute Voraussetzungen also für das 'richtig' neue, selbst betitelte Album, das jetzt vorliegt. Nach dem bereits erwähnten "Seventh Seal" und "Life Is A Mess" (wie wahr!) folgt das galoppierende Riff-Monster "Taser" mit ganz formidablen Gitarrenlinien und -Soli, das man als einen ersten Höhepunkt sehen kann. "Iron Maiden" soll offensichtlich eine Hommage an die Band gleichen Namens sein und liefert deshalb ein entsprechendes Soundbild und die typischen Twin-Gitarren. Nett.

Stutzig macht auch der Titel von Stück Nummer sieben namens "Monkey Wrench". Da denkt man erstmal an die Foo Fighters. Es ist aber keine Coverversion, sondern ein weiterer heftiger Kracher aus eigener Feder.

Insgesamt ist das ganze Album ein hoch energetischer, heftiger Ritt durch die Gefilde des Thrash mit wenigen Verschnaufpausen wie etwa dem kurzen, atmosphärischen Instrumental "The Incantation", mit bollernden Double Bass Drums, pumpendem Bass und jeder Menge altbewährter Riffs.

Erik AK ist gut bei Stimme und die ganze Scheibe wirkt geschlossen und in jeder Hinsicht "Made by Flotsam And Jetsam". Die Fans können sich freuen und unbedenklich zugreifen!

Trackliste

  1. 1. Seventh Seal
  2. 2. Life Is A Mess
  3. 3. Taser
  4. 4. Iron Maiden
  5. 5. Verge Of Tragedy
  6. 6. Creeper
  7. 7. L.O.T.D.
  8. 8. The Incantation
  9. 9. Monkey Wrench
  10. 10. Time To Go
  11. 11. Smoking Gun
  12. 12. Forbidden Territories

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