laut.de-Kritik

Oberes Mittelmaß ist hier definitiv zu wenig.

Review von

Oh Mann, das wird jetzt nicht einfach. Schon nach dem ersten Durchlauf kommt die große Ernüchterung. War "Archetype" noch eine Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln, schlägt das neue Album stellenweise ganz andere, biedere Töne an.

Schon der Opener "540 000° Fahrenheit" hält sich meilenweit fern von irgendwelchen Stakkatoriffs oder sonderlich akzentuiertem Drumming. Dafür ist die Strophe mit allerlei elektronischen Spielereien gefüllt, für die erstmals nicht Rhys Fulber verantwortlich zeichnet. Burton setzt seine klaren Gesangslinien zu 90% und ist auf diesem Gebiet nach wie vor ein Großer, trotzdem will der Song nicht so recht zünden.

Gleiches gilt auch für den Titeltrack, der zwar an Härte zulegt, aber einfach deutlich unter dem gewohnten Fear Factory-Niveau bleibt. Mir kommt es sogar so vor, als ob Burton im Chorus hin und wieder ganz schön wackelt. Erst mit "Spinal Compression" und "Contagion" sind sämtliche Trademarks der Band wieder vorhanden und die Riffs springen einen förmlich an. Bei letzterem treten im Chorus zum ersten Mal Streicher auf, die auch bei der Ballade "Echo Of My Scream" zum Einsatz kommen.

"Empty Visions", ein sehr düsteres Stück, lebt einmal mehr vor allem von Burtons Gesang. Lediglich das Gitarrengequietsche im Mittelteil nervt ein wenig. Die bereits erwähnte Ballade "Echo Of My Scream" geht dann aber kaum mehr aus dem Kopf. Das gilt auch für die Popnummer "Supernova“, die wie eine Coverversion klingt. "New Promise" kommt nach verhaltenem Start noch bedingt aus dem Quark, aber wenn man U2 schon nachspielen muss, dann doch bitte auch im Fear Factory-Stil und nicht so, als ob irgendeine Hardrock-Band die Nummer covert. Das rockt ja mal gar nicht. Richtig stark hingegen tönt "Millennium" von Killing Joke, was aber zu einem enorm großen Teil allein daran liegt, dass das Original eine tödlich geile Nummer ist.

Das finale "Moment Of Impact" stimmt zwar zum Abschluss versöhnlich, ändert aber nichts daran, dass "Transgression" das bis dato schwächste Fear Factory-Album ist. Die drei Live-Tracks, die noch als Bonus auf der regulären Scheibe mit drauf sind, machen den Kohl erst recht nicht mehr fett, da der Sound alles andere als das Gelbe vom Ei ist. Ich bin mit Sicherheit der letzte, der einer Band wie Fear Factory nicht auch eine stilistische Weiterentwicklung zugesteht, aber das, was sie auf "Transgression" bieten, ist nun mal leider nicht mehr als oberes Mittelmaß. Für diese Band ist das definitiv zu wenig.

Trackliste

  1. 1. 540,000 Degrees Fahrenheit
  2. 2. Transgression
  3. 3. Spinal Compression
  4. 4. Contagion
  5. 5. Empty Vision
  6. 6. Echo Of My Scream
  7. 7. Supernova
  8. 8. New Promise
  9. 9. I Will Follow
  10. 10. Millennium
  11. 11. Moment Of Impact
  12. 12. Slave Labour
  13. 13. Cyberwaste
  14. 14. Drones

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1 Kommentar

  • Vor 5 Jahren

    Also ich für meinen Teil kann das Gemecker über die Scheibe nicht nachvollziehen. Wollen denn alle immer das gleiche Album? "Archetype" war ein ordentlicher Bolzen und diesmal stehen halt die Melodien und der Gesang im Vordergrund. Mir gefällt´s.