laut.de-Kritik

Die neuen Speed-Kings kommen aus Belgien.

Review von

Ein Blick auf das Cover sollte genügen. Herrlich Old School, herrlich t(h)rashy. Etikettenschwindel betreiben die munteren Belgier schon einmal nicht. Doch wie gut Evil Invaders dann sind, überrascht trotzdem.

Das Quartett aus Leopoldsburg kann es nämlich locker mit Annihilator aufnehmen - und ich rede nicht etwa von neueren, nicht so wirklich essenziellen Ergüssen. Sondern von Alben des Kalibers "Alice In Hell" und "Never, Neverland".

Die Gitarristen stehen Jeff Waters' messerscharfem Hochgeschwindigkeitsriffing in nichts nach, hauen ein paar richtig nette Soli raus, und auch gesanglich schlägt Fronter Joe in die Kerbe der Kanadier. Teilweise gehts sogar ab in Richtung Mercyful Fate.

Das irre Energielevel ebbt während der gesamten Lauflänge von knapp einer Dreiviertelstunde nie ab. Nur einmal gönnen sich Evil Invaders mit "Blinded", das als Intro für das nachfolgende "Master Of Illusion" dient, eine kleine Auszeit. Besagter Closer dreht dafür richtig auf und präsentiert zum Abschluss noch einen randvoll mit Melodien gefüllten Gabentisch. Gangshouts inklusive.

Evil Invaders sind abgedreht, schnell, livetauglich und trotz der oberflächlichen Old School-Attitüde unglaublich abwechslungsreich. Langweilig wird inmitten dieses Riffgewitters zwischen Exodus-Blitzen, "Kill 'Em All"-Donner und Maiden-Harmoniehagel garantiert keinem 80er-Fan. Palm Muted E-Saitenmissbrauch im Rhythmus, während darüber die Leadgitarre flirrt, und das Ganze ohne abgenutzt zu klingen ("Pulses Of Pleasure"): Das bekommen heutzutage leider nicht mehr so viele Bands hin. Teilweise nicht einmal die Originale. Zumindest nicht in der Qualität dieser vier Belgier.

Viel mehr gibt es zu diesem Full-Length-Debüt eigentlich gar nicht zu sagen. Mit Tracks wie dem Opener "Fast, Loud 'N' Rude", "Siren" und geilen Hammer-Ons à la "Shot To Paradise" ist "Pulses Of Pleasure" einfach Speed Metal at its undeniable best. So frisch hat man das vermutlich tatsächlich seit "Never, Neverland" nicht mehr gehört.

Trackliste

  1. 1. Fast, Loud 'N' Rude
  2. 2. Pulses Of Pleasure
  3. 3. Eclipse Of The Mind
  4. 4. Siren
  5. 5. Stairway To Insanity
  6. 6. Shot To Paradise
  7. 7. Venom
  8. 8. Blinded
  9. 9. Master Of Illusion

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LAUT.DE-PORTRÄT Evil Invaders

Wer sein erstes Release "D-emokill" nennt, verfügt vermutlich über eine gesunde Portion Humor und fühlt sich gleichzeitig alten Werten verpflichtet.

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