laut.de-Kritik

Ein Auge drauf und ein Ohr am Boden haben.

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Die Schwaben Epitome Of Frail sind schon seit langem keine Unbekannten mehr in der Deutschen Undergroundszene. Mit ihrer letzten Scheibe "Apocalypse" haben sie bereits ein recht gutes Album vorgelegt. "Leaving The Past Behind" zeigt nun eine deutlich gereifte Band.

Ganz so krass, wie der Titel vielleicht glauben macht, ist es dann doch nicht. Epitome Of Frail wenden sich bestimmt nicht komplett von ihren Wurzeln ab, aber es ist kaum zu überhören, dass die Band ihren Sound deutlich erweitert. Am offensichtlichsten tritt dies natürlich beim Cleangesang von Shouter Sebastian Stumpe zutage. Ansatzweise greift er darauf schon beim Opener "An Unconvenient Truth" zurück, allerdings geht der Track weitgehend als lupenreine Death Metal-Nummer durch. Ein paar Metalcore-Anleihen sind zwar zu vernehmen, aber fallen nicht weiter ins Gewicht.

Das sieht bei "Denial" schon wieder ganz anders auch. Sowohl die Shouts von Sebi, als auch die Gitarrenarbeit setzen deutlich auf Metalcore. Den Breakdown am Ende der Nummer, haben sie sich bei Machine Head ausgeliehen. In "Judegement Day" ist es dann endlich soweit und es folgen die ersten, wirklich klaren Strophen. So ganz ausgereift klingt das aber leider nicht. Zum einen ist das weder sonderlich sicher, was die Melodie angeht, zum anderen tritt hier die extrem deutsche Aussprache des Englischen in den Vordergrund. Das killt den ansonsten guten Song etwas.

"Never Forget" setzt Eingangs auf ein schon 1000 Mal genudeltes Nu Metal-Riff (das später nochmals auftaucht) und nervt damit ein wenig. Wer sich daran nicht stört, freut sich über einen wirklich guten Song, der ordentlich abzischt und zwischenzeitlich sogar mal akustische Klänge aufkommen lässt. Die ziehen sich komplett durch "A Day In August 2.0", das erneut wegen des klaren Gesangs nicht so ganz ausgereift klingt. Der Ansatz ist durchaus unterstützenswert aber da ist noch Raum für Verbesserung. Bei heftig knallenden Songs wie "A Day In August" oder dem Titeltrack sind die Jungs einfach souveräner.

Sachen wie "Nightmare" oder "Band Of Brothers", die eher im Midtempo stattfinden, stehen der Band aus dem Schwobeländle gut zu Gesicht. Wenn es bei "Confessions" ein wenig grooviger zugeht, schadet das auch nicht und auch das abschließende Pianostück "Remember The Fallen" weiß zu gefallen. Was aber gar nicht geht, ist das instrumentale "Alea Iacta Est", das leider Gottes absolut überflüssig und so spannend wie ne Hühnerbrühe ist. Das kratzt technisch nicht und die Riffs sind leider auch uralt.

Der ganz große Wurf ist Epitome Of Frail mit "Leaving The Past Behind" zwar noch nicht gelungen, aber der Wille zur breiteren Varianz ist durchwegs erkennbar. Da sollten die Labels definitiv mal ein Auge drauf und ein Ohr am Boden haben.

Trackliste

  1. 1. An Inconvenient Truth
  2. 2. Denial
  3. 3. Judgement Day
  4. 4. Never Forget
  5. 5. A Day In August 2.0
  6. 6. A Day In August
  7. 7. Nightmare
  8. 8. Alea Iacta Est
  9. 9. Leaving The Past Behind
  10. 10. Confessions
  11. 11. Band Of Brothers
  12. 12. Remember The Fallen

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